Erdbeersaison: Selbstpflücke nimm zu

31.05.2018

© Volkmar Heinz

Qualität und Süße der Früchte stimmen, das Wetter passt bisher: Thomas Arnold, Betriebsleiter der Klosterobst GmbH Sornzig, ist mit dem Saisonauftakt zufrieden.

Wenn die Prognosen nicht verhagelt werden, reifen 2018 auf den Erdbeeranlagen Sachsens rund 2.750 t der roten Früchte. Das sind rund 1.300 t mehr als im Jahr zuvor. Und das, obwohl die Gesamtfläche um 13 ha (5 %) auf 258 ha geschrumpft ist.


Auf 62 % der Anbaufläche, das sind  rund 160 ha und damit 2 % mehr als im Vorjahr, wird der Verbraucher eingeladen, die rund 900 t dort wachsenden Beeren selbst zu pflücken. Fünf Betriebe sind an teilweise mehreren Standorten entsprechend eingerichtet. Auf den verbleibenden 38 % der Fläche werden schätzungsweise 1.850 t für den Markt geerntet. Flächenmäßig an der Spitze liegen die Sorten Elsanta (22%) und Sonata (13%).


Diese und weitere Fakten zur bevorstehenden Erdbeerernte wurden auf der nun schon tradi­tionellen offiziellen Saisoneröffnung genannt, die wie immer der Landesverband „Sächsisches Obst“ organisiert hatte. Schauplatz des Branchen-Treffens war diesmal die Klosterobst GmbH Sornzig, ein Tochterunternehmen der Obstland-Unternehmensgruppe. Die Klosterobst GmbH baut auf knapp 10 ha Erdbeeren an.


Über die Lage der Erzeuger sprach Verbandsvorsitzender Gerd Kalbitz. Er erläuterte die tendenzielle Verschiebung hin zur Selbstpflücke, die vor allem auf der allgemeinen Kosten-Erlös-Situation und speziell aus den Lohnkosten für Saisonarbeitskräfte resultiere. Zudem seien Saisonkräfte zunehmend schwerer zu rekrutieren, da sie auch in ihren Heimatländern gebraucht werden. Wie immer erläuterte Kalbitz die wirtschaftliche Lage der erdbeererzeugenden Betriebe und zeigte sich trotz der zu erhoffenden Erntemengen kritisch: „Niedrige Preise haben uns schon länger zu schaffen gemacht. Während der Haupternte 2016 erzielten die Erzeuger über den Lebensmittel-Einzelhandel nur rund einem Euro pro 500-Gramm-Schale, 2017 dann 1,20 Euro.“

 

Problematisch sei speziell für die sächsischen Bauern, dass ihre ersten Freiland-Beeren erst reif sind, wenn anderswo in Deutschland – von Importen ganz zu schweigen – längst geerntet wird. Sie profitieren also kaum von den Preisen der frühen Saison, werden aber vom darauf folgenden Preistief stark getroffen. Zudem gehe der Konsum zurück, während die Anforderungen des Lebensmitteleinzelhandels steigen.


Mit dem Wetter sind Sachsens Erdbeererzeuger bislang weitestgehend zufrieden: Nach den Frösten im März verzögerte sich der Austrieb. Die meisten Anlagen waren allerdings durch Vlies oder Folie geschützt. Ein warmer und sonnenreicher April und Mai-Beginn brachten Wachstumsschub, einen relativ frühen Erntebeginn und hohe Ertrags-Prognosen.

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