Druck auf landwirtschaftliche Flächen

27.05.2013

Baum

 

Die Staatsregierung des Freistaates Sachsen hat sich entschlossen, eine „Waldstrategie 2050 für den Freistaat Sachsen“ zu erarbeiten. Der Sächsische Landesbauernverband wurde wie andere „mit dem Wald verbundene sowie am Wald interessierte“ Verbände zur Abgabe einer Stellungnahme zum Entwurf der Waldstrategie aufgefordert.

In seiner Stellungnahme an das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) teilt der SLB unmissverständlich mit, dass das Ziel, den Waldanteil in Sachsen von 28,4 % auf 30 % zu erhöhen, aus seiner Sicht zu verwerfen ist. Durch die geplante Anhebung würden der sächsischen Landwirtschaft bis 2050 etwa 29.500 ha Fläche entzogen. Dies wären nach aktuellem Stand etwa 3,2 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Wie in der Stellungnahme weiter ausgeführt wird, ist der leicht unterdurchschnittliche Waldanteil in Sachsen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt kein schlüssiges Argument für eine Waldmehrung. Es liege auf der Hand, dass unter anderem in Abhängigkeit des Anteils von Gebirgs- und Steillagen, von Flussauen, von der teils sehr hohen Ertragsfähigkeit der Böden und der über Jahrhunderte entstandenen agrarisch geprägten sächsischen Kulturlandschaft der Waldanteil regional stark variiert, ohne dass es plausible Gründe für eine Angleichung an andere Regionen bzw. Bundesländer gäbe. Dies gilt auch innerhalb Sachsens, so dass nach Auffassung des SLB das Vorhaben deutlicher Waldzugänge in waldarmen Regionen nicht gerechtfertigt ist. Auch hier sollte vielmehr die agrarhistorische Entstehung viel höher bewertet werden.

Wie es in der SLB-Stellungnahme weiter heißt, wird eine Waldmehrung durch Aufforstung landwirtschaftlicher Nutzflächen grundsätzlich abgelehnt. In Anbetracht der gestiegenen Anforderungen an die Verfügbarkeit landwirtschaftlicher Nutzflächen für die Nahrungsgüterproduktion und die Erzeugung nachwachsender Rohstoffe und unter Beachtung dessen, dass sachsenweit immer noch täglich über fünf Hektar der landwirtschaftlichen Produktion durch Überbauung entzogen werden, sei es unverantwortlich, landwirtschaftliche Flächen für eine Waldmehrung in Anspruch zu nehmen. Die Argumentation, dass eine jährliche Inanspruchnahme von 0,08 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche für die Waldmehrung zu tolerieren ist, überzeugt den SLB nicht, da am Ende die Summe aller Flächenentzüge entscheidend sei. Eine landwirtschaftliche Nutzfläche (LF) von 914.000 ha zugrunde gelegt, würde ein jährlicher Entzug von 0,08 % der LF einem täglichen Verlust von zwei Hektar entsprechen.

Der SLB spricht sich in der Stellungnahme auch gegen die Aufforstung staatseigener Flächen aus dem Bestand des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) für die naturschutzrechtliche Kompensation von Eingriffen aus. Vielmehr sollte auf diesen Flächen in Kooperation mit den jetzigen Bewirtschaftern produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen umgesetzt werden.

Hilfsweise wird für den Fall des Festhaltens an der Aufforstung landwirtschaftlicher Flächen die konsequente Berücksichtigung agrarstruktureller Belange gefordert. Nicht in Anspruch genommen werden sollten – insbesondere in Mittelgebirgslagen – Ackerflächen.

Der Entwurf der Waldstrategie ist im Internet abrufbar:www.forsten.sachsen.de

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