Dreh- und Beetpflügen: Starke Präsenz

17.06.2014

© Manfred Böhm

Dank regelmäßiger Wettbewerbe verfügt Sachsen über eine starke Leistungspflügerszene.

Wenn am 21. September auf den Feldern der Agrargenossenschaft Bad Dürrenberg (Sachsen-Anhalt) der Startschuss für die 34. Deutsche Meisterschaft im Dreh- und Beetpflügen fällt, werden je vier Leistungspflüger aus den drei mitteldeutschen Bundesländern dabei sein. Das sind ein Drittel der gemeldeten Teilnehmer, also eine sehr starke Präsenz. Leider sind aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern keine Starter gemeldet. Zwar gibt es in diesen Ländern noch ein bis zwei Regionalbauernverbände, die Pflügermeisterschaften durchführen, aber auf Landesebene fühlt sich niemand mehr dafür verantwortlich.

Besonders seit sich die Landwirtschaftsämter aus der Organisation des Berufswettbewerbes in einigen ostdeutschen Ländern   verabschiedet haben, gibt es diese Probleme. Landesbauernverbände haben dies leider nicht rechtzeitig aufgefangen. In Sachsen gab es eine starke Pflügergemeinschaft, die Ansprechpartner und Organisator war, seit einigen Jahren hat dies der Sächsische Landesbauernverband übernommen und wird dabei maßgeblich vom Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft sowie speziell dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie unterstützt. Dessen Präsident Norbert Eichkorn ist nun schon traditionell der Eröffnungsredner der Landesmeisterschaften.

Den sächsischen Freunden des Leistungspflügens war und ist immer eine Erfahrung im Hinterkopf, dass nach dem Ausfall von zwei oder drei Landesausscheiden die Organisation kaum bzw. nur schwer wieder aktivierbar ist, weil Organisationsstrukturen, ehrenamtliche Helfer, Pflügernachwuchs sowie Wettkampfmittel „verloren gehen“. Bereits die Vorstellung einer Landwirtschaft ohne Pflügen und ohne einen Berufswettbewerb Leistungspflügen auf Regional- und Landesebene erscheint kaum denkbar. Und nicht nur Teile der landwirtschaftlichen Praxis und Wissenschaft sprechen davon, dass auch das Pflügen nicht nur seinen Platz hatte, sondern wieder zunehmend haben wird. Pflughersteller verzeichnen übrigens auch wieder steigende Absatzzahlen. Und das Amazone-Werk in Leipzig hat seit 2013 wieder einen Pflug im Angebot, nachdem die traditionsreiche Pflugproduktion in den Neunzigerjahren im ehemaligen BBG-Werk Leipzig eingestellt worden war. Zur Deutschen Meisterschaft wird der neue Pflug mit anzuschauen sein.

Kein Geheimnis ist es, dass der Hersteller Lemken für die Weltmeisterschaft 2018 in Deutschland einen Wettkampfpflug kreieren will, um deutsche Leistungspflüger mit auf das Siegerpodest zu heben. Bisher waren es vorwiegend Kverneland-Pflüge.

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