Der Trend bei der Milcherzeugung hält an

13.01.2015

© Karsten Bär

In sächsischen Milchviehbetrieben setzt sich der Trend hin zu größeren Beständen weiter fort.

Mehr Milchkühe, weniger Betriebe: Der Strukturwandel in der Milcherzeugung schreitet in Sachsen kontinuierlich voran. Im vergangenen Milchwirtschaftsjahr wurden im Rahmen der Erfassung von Merkmalen zur Robustheit und Gesundheit landwirtschaftlicher Nutztiere, der vormaligen Milchleistungsprüfung (MLP), durch den Sächsischen Landeskontrollverband (LKV) 186 394 Milchkühe geprüft, das sind knapp 4 000 mehr als im Jahr zuvor. Zugleich sank die Zahl der geprüften Betriebe um 13 auf 790. „Wir haben auch im vergangenen Jahr wieder Betriebe verloren“, erklärt Angelika Lange, Bereichsleiterin MLP/RS HIT beim LKV. „In der Regel waren das kleine und kleinste Betriebe, denen häufig ein Hofnachfolger fehlte.“ Zudem hätten viele Milcherzeuger mit Blick auf den Wegfall der Quote auf Zuwachs gesetzt. „Der durchschnittliche Kuhbestand hat sich erhöht“, so Angelika Lange. Im Mittel halten die geprüften Betriebe nunmehr statistisch 235,9 Kühe, fast neun mehr als im vorangegangenen Milchjahr.

 

Erneut haben Sachsens Milcherzeuger bei der Leistung einen Schritt nach vorn machen können. Im Durchschnitt wurden 2014 je Kuh und Jahr 9 271 kg Milch gemolken, das sind 45 kg mehr als im Jahr zuvor. Für den Spitzenplatz im ostdeutschen Vergleich reicht dieser Wert jedoch nicht. Wieder wurde im Nachbarfreistaat Thüringen dank hoher Steigerungen mit 9 367 kg je Kuh und Jahr die höchste Milchleistung erzielt. Mit je 9 277 kg liegen auch die Werte von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern vor dem sächsischen Ergebnis. Bei den Fett-Eiweiß-Kilo (690) reichte es für die sächsischen Erzeuger für einen Platz zwei in der Rangfolge, nach Thüringen, wo 2 kg mehr erreicht wurden. „Bei den Eiweißwerten ist Sachsen mit 3,4 % unter den ostdeutschen Ländern weiterhin Spitze“, erklärt die MLP-Bereichsleiterin. „Und daran ist uns sehr gelegen, weil es sich direkt im Auszahlungspreis der Molkerei bemerkbar macht.“

 

Wird die Milchleistung auch weiterhin wie gewohnt erfasst, ist die Prüfung doch seit dem vergangenen Jahr – gemäß den GAK-Fördergrundsätzen – maßgeblich auf Merkmale der Tiergesundheit ausgerichtet. Hierbei gab es für eine Reihe von Kriterien Positives zu registrieren, etwa bei den Anteilen an Schwer- und Totgeburten, die sich verringerten. Ein Trend sei dies noch nicht, wohl aber ein Schritt in die richtige Richtung, wie Angelika Lange betont. Seit Jahren verbessern sich indes die Zellzahlen der geprüften Milch, sie sanken 2014 auf durchschnittlich 257 000 im gewogenen Mittel.  Bemerkenswert sei, dass es häufig nicht die großen Betriebe sind, die Probleme mit den Zellzahlen hätten.

 

Ebenfalls leicht verbessert haben sich die Nutzungsdauer und die Lebensleistung gemerzter Kühe. Bevor eine sächsische Milchkuh den Bestand verlässt, wurde sie durchschnittlich 33,3 Monate genutzt (2013: 32,6 Monate). „Da ist allerdings noch Luft nach oben“, meint die LKV-Mitarbeiterin mit Blick auf die anzustrebenden drei Laktationen Nutzungsdauer. Die Lebensleistung verbesserte sich im Schnitt um mehr als 100 kg auf 25 379 kg. Auch hier sei man aber noch deutlich von jenen 30 000 kg entfernt, die als Marke für die ökonomische Rentabilität gelten. 

 

Gleichwohl stieg 2014 die Zahl an Dauerleistungskühen im Freistaat weiter an. 190 Kühe mit einer Lebensleistung von 100 000 kg und mehr wurden gezählt. Mit „Excellent“, einem Tier der Agraset eG Naundorf in der achten Laktation, ist darunter auch eine 150 000-kg-Kuh. Beste geprüfte Kuh nach Fett-Eiweiß-Kilo wurde „Melanie II“ aus dem Stall der Agrargenossenschaft Langenchursdorf (1 361 FEK bei 15 584 kg Milchleistung). Sie ist eine Tochter von „Melanie“ aus dem gleichen Betrieb, die im Milchjahr 2014 mit 124 835 kg Lebensleistung zweitbeste Dauerleistungskuh Sachsens wurde.

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