Der Rahmen steht

25.11.2013

Udo Hemmerling

Der Rahmen steht

Über die nationale Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik informierte Udo Hemmerling, stellvertretender DBV-Generalsekretär. © SLB

Am 14. November trafen sich die Geschäftsführer der SLB-Kreis- und Regionalverbände sowie die Referenten der Hauptgeschäftsstelle zur jährlichen Klausurtagung. Tagungsort in diesem Jahr war das Hotel Rosengarten in Naunhof (Landkreis Leipzig). Gleich zu Beginn der Sitzung standen die Themen auf der Tagesordnung, die alle Kolleginnen und Kollegen in den vergangenen Tagen und Wochen am meisten bewegt haben: die nationale Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die investive Förderung sowie die Agrarumweltmaßnahmen und Ausgleichszulage in Sachsen in der neuen Förderperiode.

 

Für Zuschlag im benachteiligten Gebiet

Als Referenten konnten zwei Vertreter des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) begrüßt werden, die umfassend über aktuelle Entwicklungen und Diskussionsstände berichteten. Da nunmehr sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene die in der Zweiten Säule zur Verfügung stehenden Mittel bekannt sind, wird sich der SLB noch intensiver in die Programmausgestaltung einbringen. Unter anderem wird sich der Verband für einen angemessenen Zuschlag bei der investiven Förderung im benachteiligten Gebiet einsetzen. Als äußerst positiv bewerteten es die Teilnehmer der Klausur, dass bei allen Agrarumweltmaßnahmen keine naturschutzfachliche Stellungnahme mehr erforderlich sein wird.

Zum Abschluss des ersten Klausurtages standen eine Exkursion zur Wurzener Wildspezialitäten GmbH sowie ein gemeinsames Abendessen im Forsthof Waidmannsheil auf dem Programm, welche von den Teilnehmern für weitere angeregte Diskussionen genutzt wurden. Zudem wurden Reinhardt Eggert, ehemaliger Geschäftsführer des RBV „Hermann Schulze-Delitzsch“ Delitzsch e.V. und des RBV Torgau e.V. sowie Frank Freiberg, ausscheidender Geschäftsführer des RBV Muldental e.V., herzlich und mit den besten Wünschen für den Ruhestand verabschiedet.

Unter dem Titel „Wie weiter ohne Milchquote ab 2015 aus Sicht der Molkerei?“ referierte am zweiten Tag Steffen Lange, Leiter Milcheinkauf der Molkerei Müller, Sachsenmilch Leppersdorf GmbH, über Sachverhalte und Hintergründe zum Thema. Am Standort Leppersdorf, dem größten Verarbeitungsbetrieb an einem einzigen Standort in Europa, verarbeiten ca. 2.000 Mitarbeiter pro Jahr 1,6 Mrd. kg Rohmilch. Insgesamt wurden vor Ort rund 700 Mio. Euro in Baumaßnahmen investiert.

Für die Zeit ab dem 1. April 2015 rechnet der Milcheinkäufer nicht mit einem rasanten Anstieg der Rohmilchproduktion, da zum einen die zur Verfügung stehende landwirtschaftliche Fläche in Deutschland bzw. Europa kapazitätsmäßig ausgelastet sei und die Zahl der Milchkühe nicht sprunghaft steigen könne. Lange sieht zudem auch nicht die Notwendigkeit, die Milchlieferverträge grundsätzlich zu ändern, vielmehr seien lediglich kleinere Korrekturen im Rahmen von Zusatzvereinbarungen notwendig. Zudem forderte er den Berufsstand auf, falls dies notwendig erscheine, eigene konzeptionelle Vorschläge zu unterbreiten.

 

Bürokratischer Aufwand steigt an

Der stellvertretende Generalsekretär des DBV, Udo Hemmerling, informierte über die nationale Ausgestaltung der GAP. Hierbei ging es insbesondere um die Höhe der Direktzahlungen in den Jahren bis 2019 sowie die mit der Einführung und nationalen Umsetzung des Greenings verbundenen bürokratischen Auswüchse. Dies stellte er besonders plastisch am Beispiel der ökologischen Vorrangflächen dar, sowohl für die Bewertung von Agrarumweltmaßnahmen hinsichtlich ihrer Greeningkompatibilität als auch für die Berechnung des Flächenumfangs für die Vorrangflächen mittels Wichtungsfaktoren. So können nach jetzigem Stand von einem Hektar Leguminosenanbau nur 0,3 Hektar als ökologische Vorrangfläche angerechnet werden.

Themen: Sachsen, SLB, GAP

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