BVVG: Teurer Boden

24.02.2014

© Karsten Bär

Niederlassungsleiter Markus Meyer

Nach einer kurzen Atempause im Jahr 2012 hat sich im Vorjahr der Preisanstieg für landwirtschaftliche Flächen der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) im Freistaat fortgesetzt. Im Durchschnitt verkaufte die Niederlassung Sachsen im vergangenen Jahr den Hektar Land zu einem Verkehrswert von 14 076 Euro, das sind fast 19 % mehr als noch 2012. Deutlich gestiegen sind nicht nur die Kaufpreise, sondern auch die Pachtzinsen (siehe Tabelle). Insgesamt hat die BVVG im Jahr 2013 in Sachsen ca. 3 400 ha landwirtschaftliche Flächen verkauft, davon 1 200 ha zu begünstigten Preisen nach dem 2. Flächenerwerbsänderungsgesetz an Alteigentümer.

„Die Nachfrage nach Boden ist ungebrochen hoch“, deutete Markus Meyer, Leiter der BVVG-Niederlassung Sachsen, auf einer Pressekonferenz vergangene Woche in Leipzig den drastischen Preisanstieg. Einzelbeispiele, in denen Spitzenpreise erreicht wurden, untermauerten dies. So seien bei einer Ausschreibung von 23 ha mit durchschnittlich 49 Bodenpunkten  im Leipziger Land ein Kaufgebot von 28 300 €/ha und ein Pachtgebot von 1 001 €/ha eingegangen. Um die Fläche hatten sich 13 Bieter beworben, davon vier mit Kaufgeboten. Den Zuschlag erhielt das Pachtgebot. Kaufgebote von über 30 000 €/ha wurden unter anderem im Raum Döbeln ­ein­gereicht. „Von ortsansässigen Betrieben“, betont Meyer. Der Preisanstieg sei nicht  nur bei BVVG-Verkäufen, sondern deutschlandweit spürbar. In den alten Bundesländern würde jedoch im Durchschnitt ein deutlich ­höherer Hektarpreis gezahlt als in Sachsen.

Nach wie vor nimmt bei der Privatisierung der BVVG-Flächen der Direkterwerb durch langjährige  Pächter einen größeren Umfang ein als die Ausschreibung. 2013 endeten für 4 400 ha mit Direkterwerbsansprüchen die Pachtverträge. Für knapp die Hälfte dieser Flächen schlossen die direkterwerbsberechtigten Pächter einen vierjährigen Pachtvertrag mit Kaufoption ab, etwas mehr als 40 % der Fläche wurde sofort gekauft. Die übrigen Flächen wurden von den berechtigten Betrieben auf neun Jahre gepachtet.

Ausgeschrieben wurden von der sächsischen BVVG-Niederlassung im vergangenen Jahr rund 1 100 ha. Die Lose waren im Schnitt 8 ha groß und damit „für sogenannte Investoren in der Regel nicht interessant“, so Markus Meyer. Verkauft wurden auf Grundlage der Ausschreibungsgebote 600 ha, der Rest wurde verpachtet.

In beschränkten Ausschreibungen wurden etwas über 200 ha (durchschnittliche Losgröße: 16 ha) angeboten. Den Privatisierungsgrundsätzen der BVVG entsprechend, konnten sich um diese Flächen arbeitsintensive Betriebsformen bewerben. Dazu zählen Ökobetriebe und Gemüseanbauer sowie seit März 2013 auch Junglandwirte. 60 ha wurden auf diesem Wege verkauft, weitere 130 ha verpachtet. Hinsichtlich der Verkehrswerte und Pachtzinsen unterscheidet sich das Verfahren nicht von der normalen Ausschreibung.

Die im Rahmen der beschränkten Ausschreibung angebotenen Pachtverträge haben Meyer zufolge eine Laufzeit von maximal sechs Jahren. Auch dreijährige Pachtverträge werden mitunter angeboten. Durch diese kurze Pachtdauer sehen sich Ökobetriebe benachteiligt (BauernZeitung 7/2014, S. 9). Meyer empfiehlt Betroffenen, in solchen Fällen das direkte Gespräch mit der BVVG zu suchen. Überdies stehe den Betrieben die Möglichkeit offen, die Fläche zu kaufen statt zu pachten, wie BVVG-Pressesprecherin Dr. Constanze Fiedler ergänzt.

Einschließlich der Verkäufe von Waldflächen erzielte die BVVG-Niederlassung Sachsen im Vorjahr Erlöse von rund 49 Mio. Euro. Der Gesamtbestand an Agrarflächen betrug zum Ende des Jahres 2013 noch 19 500 ha.

Tabelle: Bodenpreise und Pachtzinsen der BVVG in Sachsen

                                                         2012          2013        Veränderung in %
           
Durchschnittlicher Kaufpreis
Verkehrswert in €/ha                     11 869       14 076         + 18,6

Durchschnittlicher Pachtzins
in €/ha                                               238            265            + 11,3

Durchschnittlicher Pachtzins
bei Neupachten in €/ha                   249            305            + 22,5

Tabelle: BauernZeitung, Quelle: BVVG

 

 

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