Baruther Feldtag

30.05.2018

© Karsten Bär

Beim Baruther Feldtag stellten die Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) verschiedene Sorten- sowie Pflanzenschutz- und Düngungsversuche vor. Außerdem zeigte man einige Versuchsanstellungen, die sich mit Anpassungsstrategien an den Klimawandel befassen.


Die Versuche in Baruth finden unter den Bedingungen eines D-Standortes statt. Im Durchschnitt weise der Standort 29 Bodenpunkte auf, erklärte Pierre Seibold, Leiter der zuständigen Versuchssta­tion Pommritz. Die Bestände seien gut über den Winter gekommen. Inzwischen ist Trockenheit ein Thema: Etwa 100 Millimeter betrage bis jetzt das Niederschlagsdefizit, was insbesondere angesichts der zuletzt herrschenden hohen Temperaturen Auswirkungen befürchten lässt.


Einen breiten Sortenüberblick zu den wichtigsten Eigenschaften geben die Versuche mit verschiedenen Wintergerste-, Winterweizen-, Wintertriticale- und Winterroggensorten. „Für alle Kulturen gilt: Über die Sortenwahl sollte das Ausfallrisiko minimiert werden“, rät Referent Martin Sacher. Dies könne über die Wahl einer einzelnen widerstandsfähigen und ertragssicheren Sorte oder durch die Kombination von Sorten mit unterschiedlichen Eigenschaften erfolgen. Für die Wintergerste wird beispielsweise infolge der häufigeren Frühsommertrockenheiten das Merkmal der Trockenheitstoleranz  wichtiger. 23 Wintergerstesorten umfasst der Versuch in Baruth, darunter mit Lomerit eine, die bereits seit 2001 in der Prüfung ist und dank stabiler Erträge und einem hohen Hektolitergewicht noch verbreitet angebaut wird. Doch auch erst 2018 neu zugelassene Sorten sind bereits in der Prüfung.


Weizen als wichtigste Getreideart auf sächsischen Äckern ist mit 25 Sorten im Versuch vertreten. Sorteneigenschaften spielen hier auch mit Blick auf die Düngeverordnung und die gewünschten Qualitäten eine Rolle. Auffällig ist laut Martin Sacher, dass die Züchter intensiv an Hybridsorten arbeiten. Diese müssten jedoch einen deutlich Ertragszuwachs mit sich bringen, um für den Landwirt wirtschaftlich zu sein.


Krankheiten, vor allem der Gelbrost, waren in den letzten Jahren das größte Problem beim Anbau von Wintertriticale. „Gelbrost kann  bis 50 Prozent des Ertrages kosten!“, verdeutlicht Sacher. Dies gelte es im Auge zu behalten und auch die Sortenwahl entsprechend anzupassen. In  dieser Hinsicht werde züchterisch viel getan. Die blattgesunderen Sorten könnten jedoch ihre Resistenz oft nicht lange halten, wenn neue Rassen des Erregers auftreten.


Nach einem Tiefststand im Vorjahr mit nur noch 24.200 ha Anbaufläche Roggen in Sachsen hat sich der Anbau 2018 wieder um etwa 10 % ausgedehnt. 18 Sorten stehen im Baruther Versuch. Relevant sind Merkmale wie die Standfestigkeit und Lageranfälligkeit, ebenso die Anfälligkeit für Braunrost als wesentlicher Krankheit im Roggen und für Mutterkorn.


Die Fungizidanwendung im Winterroggen ist Gegenstand eines der Pflanzenschutzversuche, die in Baruth von Dr. Michael Kraatz vorgestellt wurden. Für zwei Sorten, darunter eine weniger anfällige, wurden unterschiedliche Strategien verglichen. Es zeigte sich, dass eine einmalige Behandlung eine ausreichende Wirkung erzielte – und dass bei beiden Sorten keine Befallsunterschiede sichtbar waren, mutmaßlich weil die Resistenz der verwendeten weniger anfälligen Sorte bereits nachlässt.  


In weiteren Versuchen wurden Ansätze zur Optimierung der N-Düngung verschiedener Kulturen untersucht, wobei die Empfehlungen nach dem neuen Düngebedarfsmodell BESyD häufig sehr gute oder die besten Ergebnisse liefern. Festzustellen sei jedoch, dass die Düngestrategien auf unterschiedlichen Standortbedingungen verschieden wirken, so Dr. Michael Grunert, Düngungsreferent im LfULG. Beim Winterraps zeigte sich zudem eine Stärke des BESyD:  Die errechnete N-Menge  war 15 kg geringer als laut DÜV möglich, der Ertrag jedoch gleich. „Am Standort Nossen zeigte sich dieser Effekt noch stärker“, wie Grunert erklärt. Das in BESyD enthaltene  Biomasse-Modell, das den Wachstumsstand der Bestände berücksichtigt, zeigte offensichtlich seine Wirkung.


Weiterhin konnten beim Feldtag verschiedene einjährige Blühmischungen besichtigt werden, die unter anderem zur Umsetzung von Ackerlandmaßnahme nach Richtlinie Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUK/2015) verwendet werden können. Ebenfalls wurden Versuche zur regionalen Anbaueignung von Sorten der Blauen Lupine und von Öllein gezeigt. Sachsen ist eines von zwei Bundesländern, in denen Öllein noch geprüft wird. Rund 100 ha werden im Freistaat von Landwirten mit dieser anspruchslosen, aber auch ertragsschwachen Kultur bestellt – meist um sie selbst zu verarbeiten und direkt zu vermarkten, so Dr. Wolfgang Karalus, der die Versuche bearbeitet.
Anpassungsstrategien an den Klimawandel zu finden, ist das Ziel weiterer derzeit laufender Versuche, bei denen der Einfluss unterschiedlicher Bodenbearbeitungsverfahrungen und von Bewässerung geprüft wird. Letztere zeigte, bei wendender Bodenbearbeitung, im vergangenen Jahr nur in Wintergerste und Silomais signifikante Effekte.

 

 

 

Weitere Feldtage
Pommritz (7.6.), Salbitz (19.6.),  Nossen - Ökolandbau (20.6.), Pflanzenschutz und Düngung (22.6.), Sorten (26.6.), Christgrün (28.6.), Forchheim (3.7.). Die Feldtage finden jeweils von 9 bis 12 Uhr statt.

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