Aktionsgruppe Wolf: In großer Sorge

10.02.2014

Petition

© Nico Friebel, SLB

In einem Gespräch erläuterte Friedrich Noltenius (r.) Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler die Beweggründe für die Petition.

Zwei prall gefüllte Aktenordner waren es, die Dr. Matthias Rößler am 30. Januar in die Hand gedrückt bekam. Darin enthalten waren 9 555 Unterschriften, die die Aktionsgruppe Wolf in den vergangenen Monaten gesammelt und jetzt an den Landtagspräsidenten übergeben hat. Dazu hatten sich rund 30 Unterstützer und Medienvertreter im Erdgeschoss des Landtagsgebäudes versammelt. Die Unterschriften stammen überwiegend aus den Regionen Sachsens, in denen sich der Wolf bereits etabliert hat. Die offiziell verkündete Akzeptanz für Isegrim ist dort laut der Aktionsgruppe in der Bevölkerung nicht feststellbar.

Die Aktionsgruppe Wolf ist ein informeller Zusammenschluss sächsischer Bürger aus den Bereichen Landwirtschaft, Tierhaltung und Jagd und weist auf zusätzliche Kosten und Gefahren durch die unregulierte Ausbreitung des Wolfes in der Kulturlandschaft hin. Friedrich Noltenius, Sprecher der Aktionsgruppe Wolf, erklärte: „Mit unserem gemeinsamen Handeln wollen wir einer sehr einseitigen Form des Artenschutzes, hier in Sachsen Wolfsmanagement genannt, Einhalt gebieten. Was meine Mitstreiter umtreibt ist die Sorge, dass unter dem unverständlich überzogenen Schutz des Wolfes neben dem Artenschutz im Allgemeinen auch die ‚kleine Landwirtschaft‘ der Schäfereien und privaten Tierhalter im Freistaat zwar nicht vor die Hunde, aber vor die Wölfe gerät.“

Die Aktionsgruppe fordert von der Staatsregierung und den von ihr beauftragten Stellen, dafür zu sorgen, dass die gesetzlichen Bestimmungen zum Tier- und Artenschutz für alle Haus- und Wildtierarten gleichermaßen konsequent umgesetzt werden. Dass es mit den vorgelegten Unterschriften nicht um populistische Parolen wie „No wolf“ gehen soll, ist Noltenius wichtig zu betonen, vielmehr liege eine konstruktive Zusammenarbeit, bei der jedes Tier respektiert werde, im Interesse aller.

Zudem wies er darauf hin, dass alle Tiere in der Natur, Haustiere wie Wildtiere, das gleiche Lebensrecht haben. Die Aktionsgruppe Wolf distanziert sich von radikalen Forderungen nach der Ausrottung des Wolfes ebenso wie nach einer Strangulierung der Weidetierhaltung durch unbezahlbare Schutzmaßnahmen. Sie fordert den korrekten Umgang mit dem Wolf nach den internationalen Standards der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources), der LCIE (Large Carnivore Initiative for Europe) und der FFH-Richtlinie. Die ideologiefreie Umsetzung dieser Dokumente könnte die Probleme und Konflikte in den sächsischen Wolfsgebieten deutlich mindern.

Daher formuliert die Aktionsgruppe Wolf, vor allem in Zeiten allgemeiner Finanzknappheit, drei Kernforderungen bzw. -aussagen in ihrer Petition:

• Die Förderung des Wolfes durch zu viele Personen, Büros und staatliche  Maßnahmen ist einzuschränken. Die Effektivität der damit betrauten Stellen ist von unabhängiger Seite streng zu prüfen.
• Der Wolf als Art ist heute in Mitteleuropa weder gefährdet noch vom Aussterben bedroht.
• Das Vorkommen des Wolfes ist auf die für ihn geeigneten Gebiete zu beschränken. Dort ist die regional tragbare Wolfsdichte festzulegen. Dies entspricht den heute gültigen Richtlinien und Empfehlungen der IUCN für diese Art.

Bereits 2013 hatten Sachsens Nutztierhalter, darunter viele SLB-Mitglieder, um die 10 000 Unterschriften gegen die ungehinderte Ausbreitung des Wolfes im gesamten Freistaat Sachsen dem Petitionsausschuss des Säch­sischen Landtages übergeben.

Noltenius abschließend: „Es gibt ein deutliches Meinungsgefälle, welches sich aus der persönlichen Entfernung zum Wolf ableiten lässt – je näher der Wolf, desto geringer die Akzeptanz dieses großen Beutegreifers. Nun gilt es, einen Entscheidungsprozess in Gang zu bringen, bei dem sich alle Beteiligten darüber Gedanken machen müssen, ob wir unseren Natur- und Artenschutz nach den Interessen derer ausrichten, die mit ihrer Arbeit unsere Landschaft gestalten und erhalten, oder ob wir uns einem ideologisch ausgerichteten Wolfsschutz unterwerfen sollen, der mit Natur- und Artenschutz nichts mehr zu tun hat.“

www.wolfszone.de

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