Agrarminister Schmidt stellte neue Broschüre vor

16.05.2018

© Karsten Bär

Über den Milchhof Diera führte Anja Ulbrich (rechts hinten) die Zadeler Grundschüler und Landwirtschaftsminister Schmidt. Zum Bestand von rund 1.400 Milchkühen des Betriebes gehört auch eine 120 Kühe umfassende Gruppe Jerseyrinder. Kleines Foto oben: Die neue Broschüre des Ministeriums ist für Landwirtschaftsbetriebe, die Lernangebote für Kinder und Jugendliche bereithalten, sowie für Kindergärten und Grundschulen kostenlos erhältlich.

Im Führen von Kindergruppen hat Anja Ulbrich Routine. Wenn Schulklassen oder Kita-Gruppen den Milchhof Diera in Diera-Zehren (Landkreis Meißen) besuchen, nimmt sie sich die Zeit und erklärt den Mädchen und Jungen, wie Landwirtschaft in einem modernen Milchviehbetrieb mit rund 1.400 Milchkühen funktioniert. Mehr als 40 Gruppen empfange der Betrieb im Jahr, sagt sie. „Das Einzugsgebiet reicht bis Meißen, Radebeul, Riesa und Großenhain“, ergänzt Geschäftsführer Marko Schlunke.


Von nicht ganz so weit her kamen die Grundschüler, die am Tag vor Himmelfahrt von Anja Ulbrich über den Milchhof geführt wurden. Zweitklässler von der Grundschule des Nachbarortes Zadel waren zu Gast. Doch nicht nur sie, auch Sachsens Agrarminister Thomas Schmidt nahm an dem Betriebsrundgang teil. Im Gepäck hatte Schmidt einen Stapel druckfrischer Broschüren. Und die haben mit dem Hofbesuch der Schulklasse eine große Gemeinsamkeit: Sie informieren über Landwirtschaft und geben ein realistisches  Bild davon, wie Lebensmittel heute erzeugt werden.


Denn Kenntnisse darüber sind mittlerweile nicht mehr selbstverständlich. Zwar könne man zuverlässig und bequem Lebensmittel im Supermarkt kaufen. Aber: „Kinder und Erwachsene wissen leider immer weniger darüber, wie sie eigentlich erzeugt werden“, sagte Minister Schmidt bei seinem Besuch in Diera. Die Vorstellungen seien häufig romantisierend. „Kaum jemand verbindet Landwirtschaft mit Computern und Hightech.“


Um daran etwas zu ändern,  will die neue Broschüre „Mit Lucie unsere Landwirtschaft entdecken“ schon bei den Jüngsten ansetzen. Auf 74 Seiten führt „Katze Lucie“ kindgerecht und jenseits verklärter Bauernhofromantik in die moderne Landwirtschaft ein. In Wort und Bild wird beschrieben, welche Pflanzen in der Landwirtschaft angebaut werden, welche Tiere man zu welchem Zweck hält und mit welchen Maschinen gearbeitet wird. Für Kinder verständliche Zahlen und Fakten sorgen für Wissenszuwachs,  themenbezogene Mal- und Bastelseiten helfen dabei, auf spielerische Weise die Kenntnis zu festigen. Zudem gibt es Tipps, wo in Sachsen „Stallluft“ geschnuppert werden kann und Betriebsbesichtigungen möglich sind.


An Kinder zwischen vier und neun Jahren richtet sich das Büchlein, das redaktionell von Katrin Gottschall vom Landwirtschaftsministerium erarbeitet wurde. Es kann von Landwirtschaftsbetrieben aber auch von Grundschulen und Kindergärten kostenlos im Broschürenversand der Staatsregierung bestellt werden. Mit dem Informationsmaterial – das erste, das sich explizit und in dieser umfassenden Weise an diese Altersgruppe  wendet – wolle man zeigen, mit wie viel Engagement Landwirte für gute Lebensmittel sorgen, sagte Minister Schmidt. Denn das führe zu Wertschätzung und zu Vertrauen in die heimischen Produkte und in die moderne Landwirtschaft.


Als Ergänzung seiner Öffentlichkeitsarbeit wird künftig sicher auch der Milchhof Diera die Broschüre nutzen. Denn die Arbeit mit Kindern ist dem Unternehmen ein Anliegen, wie Marko Schlunke versichert. „Wir wollen die Kinder abholen, ihnen zeigen, wie produziert wird und wie die Realität in der Landwirtschaft ist“, sagt er. Dafür organisiere man auch schon mal die Anreise der Klassen oder Gruppen, wenn der öffentliche Nahverkehr keine praktikable Lösung bereithält. „Wenn wir nicht die Türen aufmachen, können wir auch keinen Dialog führen“, ist der Landwirt überzeugt. Das gilt im Übrigen nicht nur für Kinder: In erster Linie um die Verbraucher wieder näher an die Landwirtschaft heranzuholen, hat der Milchhof vor zwei Jahren einen Milchautomaten installiert, über den im Schnitt täglich 70 Liter Rohmilch verkauft werden.

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