Zwangspause beim Drusch

08.08.2014

© Detlef Finger

Winterweizen war in der Agrargenossenschaft Löberitz, Landkreis Anhalt-Bitterfeld, zu Wochenbeginn noch von ca. 280 ha zu ernten.

Carsten Niemann ist mit den diesjährigen Ernteergebnissen sehr zufrieden. Auf seinem Biobetrieb in Ritzleben im Altmarkkreis Salzwedel sind von 240 ha Druschfrüchte zu bergen. „Sommergerste, Winterweizen, Roggen und Dinkel sowie einen Teil der Lupinen haben wir vom Feld“, sagte er am Donnerstag voriger Woche auf Nachfrage. Sämtliche Hektarerträge lägen für einen Ökobetrieb auf einem sehr guten Niveau, zumal auf einem Standort mit nur 35 bis 40 Bodenpunkten. „Die Lupine hat bis 30 dt gebracht, der Roggen knapp 30 dt, der Dinkel etwa 30 dt, der Weizen 30 bis 40 dt und die Gerste bis 40 dt. Auch die Qualitäten sind gut“, erklärte der Landwirt.

Für Niemann hat die Ernte Mitte Juli in der Sommergerste begonnen. Anfangs habe er bei Kornfeuchten von 16,5 bis 17 % gedroschen und das Erntegut in den zwei Trocknersilos seines Hofes nachgetrocknet, erzählt er. Ab Donnerstag vorvergangener Woche war vorerst Schluss. 30 ha Hafer und 10 ha Lupinen standen Ende Juli noch draußen. Seine Ernte hat Niemann größtenteils selbst eingelagert, nur etwa 20 % aus der Mahd heraus verkauft. Die Erlöse seien zufriedenstellend. Im Gegensatz zur konventionellen Ware seien die Preise für die Druschfrüchte aus Ökoanbau relativ stabil.

Zufrieden ist bislang auch Detlef Braune. Der Milchviehhalter aus Schönewalde im Landkreis Stendal hat auf seinen leichten Sandböden jeweils gut 30 ha Raps, Triticale und Roggen angebaut sowie 24 ha Welsches Weidelgras zur Vermehrung. Bei Letzterem war ihm ein wenig bange, dass Hagel oder Starkregen die Bestände ins Lager gehen lassen könnten. Am 30. Juli gingen vor Ort 56 mm Niederschlag nieder, in der Woche zuvor waren es 40 mm gewesen.

Erntestart war Anfang Juli. „Beim Raps hätte es etwas mehr sein können als die 37 dt/ha“, sagte Braune, der die Ursache im fehlenden Ertrag bei der Trockenheit zur Aussaat sieht. Der Ölgehalt ist mit über 47 % recht hoch. Zwei Drittel der Ölfrucht hat der Landwirt über Vorkontrakte zu 34,50 €/dt gebunden. Der Raps wird komplett aus der Ernte heraus vermarktet. Gut zur Hälfte gedroschen war bis Ende Juli bei ihm der Roggen, der bislang mit 60 dt/ha zu Buche steht und zum Teil selbst eingelagert wird. Optimistisch war Braune hinsichtlich des Ertrages des Triticale, der als Tierfutter in der eigenen Rinderhaltung dient. Vorvergangene Woche war der Mähdrescher nur am Donnerstag und Freitag stundenweise im Einsatz.

Keinen Grund zu klagen gibt es auch bei Gerhard Böhme. Der Geschäftsführer des Landgutes „Elbeland“ Axien eG im Landkreis Wittenberg kann ebenfalls zufriedenstellende Erträge vorweisen. „Die Wintergerste hat auf den 230 ha Fläche zwischen 62 und 99 dt/ha gebracht, im Mittel sind es 82 dt/ha.“ Der Raps landete – trotz Hagel – bei durchschnittlich 45 dt/ha, bei einem Ölgehalt von 42 bis 44 %. „Das passt“, sagte der Betriebsleiter. Bei den Erbsen habe man mit 50 dt/ha auf 62 ha einen „Top-Ertrag in bester Qualität“ erzielt und auch die Grassamenvermehrung habe „super gedroschen“. Von den 1 200 ha Druschfrüchten des Landgutes waren Ende Juli noch rund 460 ha zu ernten, darunter etwa 260 ha Winterweizen, 140 ha Triticale, 50 ha Roggen und 21 ha Ackerbohnen.

„Wir hoffen, dass wir bis zum ersten Augustwochenende wieder richtig in Gang kommen“, erklärte Böhme nach den witterungsbedingten Verzögerungen der vergangenen beiden Wochen. Zwei Mähdrescher hat der Betrieb. Wegen des hohen Anteils der Vermehrungen (600 ha) und des erforderlichen hohen Aufwandes für die Zwischenreinigung der Erntemaschinen können die Axiener beim Drusch nicht ständig zwischen den Fruchtarten wechseln.

Einen Höchstertrag für seinen Betrieb kann Mario Schwarz mit 57 dt/ha Futtererbsen vermelden. Allerdings hat der Landwirt aus Schneidlingen im Salzlandkreis die Körnerleguminosen nur auf sieben Hektar angebaut. Mit seinem eigenen Mähdrescher war Schwarz ab 5. Juli in der Wintergerste (25 ha), ab 16.7. im Raps (40 ha) und am 19. Juli im Winterweizen, ehe Regenschauer die Erntearbeiten unterbrachen. Am 28. Juli konnte er eine ca. 15 ha große Teilfläche Winterweizen von insgesamt etwa 110 ha dreschen. Danach fielen an drei Tagen etwa 30 mm Niederschlag. „Das ist schon die zweite Regenperiode für den Weizen“, zeigte sich Schwarz besorgt, dass es Probleme mit der Fallzahl geben könnte, was sich letztlich beim Erlös bemerkbar machen würde. „Beim Weizen zeichnet sich bisher ein guter Ertrag ab“, zog der Landwirt, der die Hälfte seines Weizens und ein Fünftel seines Rapses über Vorkontrakte preislich gebunden hat, eine erste Bilanz. Der Rohproteingehalt des Weizens ist jedoch aufgrund des Verdünnungseffektes niedriger. Mit den Erträgen von Wintergerste und Winterraps (93 dt/ha bzw. 52 dt/ha) ist Mario Schwarz dagegen überaus zufrieden.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr