Wolfsattacken nehmen zu

28.04.2015

© Harald Lachmann

Mehr als 50 Schafe wurden im Vorjahr bei Angriffen von Wölfen auf Nutztierherden getötet.

Halle. Das Land Sachsen-Anhalt hat im vergangenen Jahr Entschädigungen in Höhe von gut 7.300 Euro an Halter von landwirtschaftlichen Nutztieren für Übergriffe von Wölfen auf deren Herden gezahlt. Nach Angaben des zuständigen Landesverwaltungsamtes in Halle rissen die Raubtiere im Jahr 2014 landesweit 52 Schafe, ein Rinderkalb sowie sechs Stück Damwild und drei Stück Rotwild in landwirtschaftlichen Gehegewildhaltungen.

 

Ein Jahr zuvor töten Wölfe in Sachsen-Anhalt insgesamt 19 Schafe, drei Kälber von Rindern sowie sieben Stück Damwild. Zudem wurden drei Schafe durch die Raubtiere verletzt. Die den Haltern dafür gewährten Entschädigungszahlungen beliefen sich zusammen auf rund 2.100 Euro.

 

Geringer waren die Schäden in der Nutztierhaltung im Jahr 2012, als dem Wolf vier Schafe und ein Stück Damwild zum Opfer fielen. Da nur für ein Schaf eine Entschädigung gewährt werden konnte, fiel auch die Zahlung an den Halter mit 50 Euro vergleichsweise gering aus. Im Jahr 2011 wurden hingegen deutlich mehr Wolfsattacken auf Herden von Weidetieren registriert. 28 tote und fünf durch Bisse verletzte Schafe waren zu beklagen, weiterhin ein Rinderkalb. Die Entschädigungen summierten sich auf fast 5.000 Euro.

 

Auch in diesem Jahr wurden bereits Schäden in Herden gemeldet. Die Tierhalter gehen von Wölfen als Verursacher auch, es fehlt aber noch die Bestätigung. So wurden Ende voriger Woche in einem Damwildgatter bei Wüstenjerichow im Landkreis Jerichower Land sechs Tiere – zwei Hirsche und vier weibliche Tiere – gerissen. In den Tagen zuvor fielen im Altmarkkreis Salzwedel jeweils ein Schaf bei Immekath bzw. in Neu-Ristedt mit hoher Wahrscheinlichkeit Wölfen zum Opfer. Mitte April sollen zudem zehn tote Schafe bei Magdeburg auf das Konto des Raubtieres gegangen sein.

 

Ansprechpartner bei Fragen und zu Schadensfällen an Nutztieren ist die Referenzstelle Wolfsschutz, Breite Straße 15, 39596 Arneburg, Andreas Berbig, Tel. (03 93 21) 5 18 32 bzw. Notfall-Handy (01 62) 3 13 39 49; Andreas.Berbig@remove-this.bioresme.mlu.sachsen-anhalt.de


Anträge auf Schadensersatz sind zu stellen beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, Referat Naturschutz, Dessauer Straße 70, 06118 Halle/Saale, Tel. (03 45) 514 26 61, Maxi.Boronczyk@remove-this.lvwa.sachsen-anhalt.de


Informationen zum Herdenschutz liefert das Zentrum für Tierhaltung und Technik, Lindenstraße 18, 39606 Iden, Tel. (03 93 90) 60, poststelle.iden@remove-this.llfg.mlu.sachsen-anhalt.de


Zuständig für die Förderung des Herdenschutzes ist das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt, Ferdinand-von-Schill-Straße 24, 06844 Dessau-Roßlau, Tel. (03 40) 23 03-0, poststellede@remove-this.alff.mlu.sachsen-anhalt.de


Weitere Infos im Internet unter: http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Information-Schutz-von-Nutztieren-vor-dem-Wolf-Sachsen-Anhalt.pdf

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