Wolfsangriff auf Pferde

04.11.2015

Konikpferde © Antje Feldmann/GEH e.V.

Im Naturschutzgebiet Oranienbaumer Heide werden rund 100 robuste Konikpferde neben Heckrindern zur Landschaftspflege eingesetzt.

Oranienbaum. In der Oranienbaumer Heide südlich von Dessau-Roßlau ist Anfang Juni ein Fohlen von einem Wolf angegriffen und erheblich verletzt worden. Das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU) hat am vergangenen Freitag das Ergebnis einer entsprechenden DNA-Analyse bestätigt. Bei dem verwundeten Tier handelt es sich um ein Konikpferd. Die robusten Ponys werden zusammen mit Heckrindern im Rahmen eines Landschaftspflegeprojektes in dem Naturschutzgebiet im Landkreis Wittenberg gehalten. Erstmals war im Jahr 2013 ein einzelner Wolf auf dem ehemaligen Militärgelände nachgewiesen worden. Seither kam es immer wieder zu Sichtungen des Raubtiers.

 

Damit ist dies der bundesweit erste, offiziell bestätigte Fall eines Wolfsangriffes auf Pferde. In anderen Fällen in Deutschland konnte bisher lediglich nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei dem Verursacher um einen Wolf handeln könnte.

 

Der jetzige Nachweis geht auf einen Zufall zurück: Bei der täglichen Herdenkontrolle am 3. Juni durch Mitarbeiter der Primigenius gGmbH, die das 2008 begonnene Beweidungsprojekt mit Konikpferden und Heckrindern in der Oranienbaumer Heide betreut, war die Verletzung des Fohlens, ein Riss an einem Hinterlauf, festgestellt und daraufhin ein Abstrich genommen worden. Dieser wurde dann in einem aufwändigen Verfahren im Senckenberg-Institut im hessischen Gelnhausen ausgewertet, die Ergebnisse liegen erst jetzt vor.

 

Das Fohlen in der Oranienbaumer Heide hat die Wolfsattacke vermutlich nur deshalb überlebt, weil andere Mitglieder der Herde den oder die Angreifer erfolgreich in die Flucht geschlagen haben. Mittlerweile ist das Jungtier wieder genesen und hat sich im gewohnten Herdenverband von seinen Verletzungen erholt.

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