Wolfsangriff auf Fohlen

28.07.2016

Fohlen © Heiko Rebsch

Die verbliebenen Fohlen wurden nach dem Wolfsangriff umgesiedelt.

Von den im Land zunehmenden Wolfsübergriffen auf Weidetiere sind längst nicht mehr nur Schafe betroffen. In der Oranienbaumer Heide im Landkreis Wittenberg wurden im Frühjahr mehrere Fohlen von Konikpferden mit sehr großer Wahrscheinlichkeit von zwei in dem Gebiet lebenden Wölfen – eine schon bekannte Fähe und ein bislang unbekannter Rüde – attackiert. Zwei Jungtiere wurden auf der Weide getötet, ein weiteres schwer verletzt. Es starb trotz tierärztlicher Behandlung. Zwei weitere Fohlen wiesen leichte Bissverletzungen auf, zwei Tiere galten danach als verschollen, nur ein Fohlen blieb unverletzt.


Die robusten Ponys sind zusammen mit Heckrindern „tierischer“ Bestandteil eines Beweidungsprojektes, das die zum Regionalverband Köthen des Naturschutzbundes (NABU) gehörige Primigenius gGmbH mit Sitz in Wulfen betreut.

 

 

Stephanie Caspers, Geschäftsführerin der Primigenius gGmbH, bei den Konikpferden.

Fotos: Heiko Rebsch

 

 

 

 

 

Bereits im Sommer 2015 war ein Fohlen vor Ort durch einen Wolf verletzt worden, hatte den Angriff aber gut überstanden (die BauernZeitung berichtete). Es wurde davon ausgegangen, dass die Mutterstute oder andere Mitglieder der Herde das angreifende Raubtier in die Flucht schlagen konnten. Offenbar sind – wie der diesjährige Angriff schmerzlich verdeutlichte – aber nicht alle Stuten mit ihrem Herdenverband in der Lage, ihre Fohlen effektiv vor dem Wolf zu schützen. Daher setzte die Primigenius gGmbH nach dem Übergriff die tragenden Stuten und die Muttertiere mit Fohlen bei Fuß auf Weideflächen im Wulfener Bruch, Landkreis Anhalt-Bitterfeld, um, die nicht im Wolfsgebiet liegen.


Dort sollen die Pferde bleiben, bis die Fohlen groß genug und als Beute für den Wolf unattraktiv geworden sind. Die üblichen Schutzmaßnahmen (Herdenschutzzaun oder -hund) könnten in der Oranienbaumer Heide aufgrund der besonders naturnahen Haltungsbedingungen nicht angewendet werden, informierte die Primigenius gGmbH. Der NABU sieht dennoch keinen Bedarf für einen generellen Schutz von Pferden im Umland der Oranienbaumer Heide. Dies könnte nur bei wenigen Haltungsformen der Fall sein, etwa wenn Fohlen nachts nicht eingestallt werden können.

 

 

 

Erstmals Wolf im Landkreis Harz gesichtet
Bereits Anfang Februar dieses Jahres ist ein Wolf bei Ballenstedt am nördlichen Rande des Ostharzes in eine Fotofalle „getappt“. Darüber berichtete Mitte Mai die Mitteldeutsche Zeitung (MZ), nachdem Biologen der Abteilung Wolfsmonitoring im Landesamt für Umweltschutz bestätigt hatten, dass es sich bei dem abgelichteten Tier um einen Wolf handele. Es sei damit der erste Bildnachweis des Raubtiers im Harz. Nicht geklärt sei, ob es sich um einen durchwandernden Wolf handele oder ein Tier, das sich dauerhaft angesiedelt habe. 

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