Wölfen und Luchsen im Harz Einhalt gebieten

03.11.2017

© Detlef Finger

Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer in Sachsen-Anhalt hat sich im Oktober sehr intensiv mit den Themen Populationsdynamik des Wolfes und Ausbreitung des Luchses befasst.

 

Im Ergebnis einer umfangreichen Diskussion sei das Gremium zu der Auffassung gelangt, dass es im Interesse des Schutzes der Weidetierhaltung und des Erhaltes der Muffelwildbestände im Harz notwendig ist, der Ausbreitung dieser Raubtiere in der Region Einhalt zu gebieten, teilte die Arbeitsgemeinschaft in einer Presseinformation mit.


Die Weidetierhalter im Einzugsbereich der Jägerschaften Hettstedt, Quedlinburg, Sangerhausen, Wernigerode, Goslar und Halberstadt unternähmen vielfältige Anstrengungen zur Pflege der Kulturlandschaft und zum Offenhalten von Landschaftselementen. Es sei ihnen nicht zuzumuten – und in der Praxis auch gar nicht möglich – die Nutztiere vor Wolfsangriffen zu schützen. Der Harz sei jedoch geprägt von durch Beweidung bewirtschafteten Fluss- und Bachtälern sowie intensiv beweideten Berghängen. Da der Wolf – wie viele wissenschaftliche Studien belegten – in Europa nicht vom Aussterben bedroht sei, müsse eine flächendeckende Besiedlung durch das Raubtier auch nicht angestrebt werden.


Neben dem Schutz der Weidetiere gehe es um den Erhalt der Muffelwildpopulation im Harz, der auch von namhaften Wildbiologen gefordert werde. Vor allem der Luchs habe im letzten Jahrzehnt zu einer erheblichen Reduzierung des Muffelwildes beigetragen, das hier vor etwa 100 Jahren ausgewildert wurde.


Die Arbeitsgemeinschaft ist der Meinung, dass es im Interesse der Biodiversität in den Wildbeständen und angesichts der vorhandenen hohen Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber dem Muffelwild gerechtfertigt ist, einem überproportionalen Anstieg der Luchsbestände entgegenzuwirken.


Zur Jahrtausendwende hätten sich die Umweltministerien von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit Unterstützung der Jägerschaften auf eine Populationsstärke von etwa 30 Tieren verständigt. Heute zähle der Bestand im Harz mehr als 100 Luchse. Hier müsse zwingend regulierend eingegriffen werden.

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