Waldzustandsbericht 2017

24.11.2017

© Detlef Finger

Durch Umbau zu Mischbeständen sollen die Wälder im Land stabiler und widerstandsfähiger werden.

Der Buche geht es besser.“ Das sagte Umweltministerin Claudia Dalbert in Magdeburg bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2017 für Sachsen-Anhalt. Fachliche Unterstützung erhielt die Politikerin dabei von Prof. Dr. Johannes Eichhorn, Leiter der Abteilung Umweltkontrolle der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA), Göttingen.


„Der Zustand unserer Wälder ist stabil“, erklärte Dalbert. Nichtsdestotrotz seien die Auswirkungen der Klimaveränderung wie Unwetter, Stürme, Trockenheit und Hitze bereits jetzt spürbar. Die veränderten Klimabedingungen machten die Wälder anfälliger, etwa für biotische Schaderreger. „Deshalb müssen wir unsere Wälder fit machen für die Zukunft“, betonte die Ministerin. Daher werde hierzulande der Waldumbau hin zu Mischbeständen gefördert, in der Hoffnung, damit Stabilität und Vitalität der Wälder zu erhöhen und sie gegenüber Gefährdungen besser zu wappnen.


„Der Kronenzustand ist ein markanter Indikator für den Waldzustand“, merkte Dalbert an. Die mittlere Kronenverlichtung der Waldbäume im Land betrage in diesem Jahr 17 % und liege damit seit 2005 stabil auf einem relativ geringen Niveau (von 14 bis 17 %).


Die Grünenpolitikerin zeigte sich erfreut darüber, dass es dem „Sorgenkind Buche“ besser geht. Deren mittlere Kronenverlichtung sei auf 33 % gesunken. Grund dafür seien die Niederschlagsmengen in dieser Vegetationsperiode (siehe Kasten). Höchstwerte für die mittlere Kronenverlichtung der Buche waren 2004 (43 %) und 2016 (39 %) registriert worden.


Hinsichtlich des Auftretens biotischer Schaderreger sei die Gefährdungslage beim Buchdrucker besonders hoch gewesen, der trotz der im Sommer wechselhaften Witterung bis August sehr gute Entwicklungsbedingungen vorgefunden habe. Betroffene Forstbetriebe würden die verbleibende Zeit bis zum Saisonende für die Aufarbeitung des Schadholzes nutzen, um die Ausgangs­situation für das kommende Jahr zu entspannen. Auch das Eschentriebsterben und das Diplodia-Triebsterben der Kiefer seien nach wie vor im Land präsent und führten aus forstsanitären Gründen zu höheren Einschlags­zahlen.


Im Bereich der abiotischen Schadereignisse verwies Dalbert vor allem auf die enormen Sturmschäden in diesem Jahr. Allein Orkantief „Xavier“ mit Schadenschwerpunkten in Altmark, Colbitz-Letzlinger und Annaburger Heide sowie Anhalt habe einen Schadholzanfall von ca. 300 000 Festmeter verursacht. Insgesamt werden in diesem Jahr landesweit voraussichtlich eine Million Festmeter Schadholz anfallen.

 

 

 

Hintergründe und Zusatzinfos:
Etwa 26 % der Landesfläche Sachsen-Anhalts sind Wald. Schwerpunkte der Waldverteilung liegen im Bereich des Harzes sowie in den nördlichen und östlichen Landesteilen. Die Waldzustandserhebung erfasst während der Vegetationsperiode jährlich den Kronenzustand als Indikator für den Waldzustand. Dabei werden 162 Erhebungspunkte mit 24 Stichprobenbäumen begutachtet. Die Erhebung ist Teil eines umfassenden forstlichen Umweltmonitorings, das neben dem Kronenzustand die auf die Wälder einwirkenden Umweltfaktoren beobachtet. Negative Entwicklungen können so frühzeitig erkannt werden, um Empfehlungen für das forstliche Handeln abzuleiten.

Das Vegetationsjahr 2016/2017 (Oktober bis September) ist das 21. Jahr in Folge, das im Vergleich zur Klimanormalperiode (1961-1990) zu warm ausfiel. Mit einer Mitteltemperatur von 9,5 °C im Flächenmittel des Landes Sachsen-Anhalt betrug die Abweichung + 1,0 °C. Außerhalb der Vegetationsperiode 2016/2017 war es in weiten Teilen des Landes Sachsen-Anhalt zu trocken, sodass im Laufe des Frühjahrs die Trockenheit zu einem zunehmenden Problem für die Vegetationsentwicklung zu werden drohte. Insbesondere im Harz und Harzvorland fiel bis zu 30 % weniger Niederschlag. Die hohen Niederschlagsmengen im Juni und Juli, die regional um mehr als 200 % über den lang­jährigen Mittelwerten lagen, beendeten die Trockenheit. Aufgrund des nassen Sommers wurde mit 640 mm das langjährige Jahresniederschlagssoll um rund zehn Prozent überschritten.

Die Anzahl und der Umfang der Waldbrände lagen mit 22 Waldbränden mit einer Gesamtfläche von rund sechs Hektar auf einem historischen Tiefstwert. Dies erklärt sich durch die hohen Niederschlagswerte im Sommer.

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