Wald bewirtschaften statt stilllegen

10.09.2015

© Sabine Rübensaat

Magdeburg Einen „forstpolitischen Stimmzettel“ vom Aktionsbündnis Wald haben Ende August alle Landtagsabgeordneten in Sachsen-Anhalt erhalten. Mit diesem können sie sich für oder gegen eine multifunktionale Forstwirtschaft mit all ihren Facetten bekennen, teilte der im Bündnis engagierte Waldbesitzerverband (WBV) Sachsen-Anhalt mit. Die ca. 18.000 Beschäftigten im Cluster Forst und Holz sowie die mehr als 53.000 Waldbesitzer im Land und ihre Angehörigen wollen rechtzeitig vor der Landtagswahl am 13. März 2016 die Einstellung ihrer Landtagskandidaten zu wesentlichen forstpolitischen Fragen kennen, heißt es.

 

Laut WBV seien – allen Unkenrufen zum Trotz – Sachsen-Anhalts Wälder ausweislich der aktuellen III. Bundeswaldinventur in einem sehr guten Zustand. Der Waldanteil hat um zwei Prozentpunkte auf 26 % der Landesfläche bzw. 503.000 ha zugenommen. Die Holzvorräte seien um 14 % angestiegen, der Laubholzanteil betrage jetzt 42 %. „Unsere Wälder sind nicht nur „bunter“ sondern auch älter geworden, im Durchschnitt aller Bestände um sechs Jahre“, sagte WBV-Vorsitzender Franz Prinz zu Salm-Salm. Der für die Biodiversität relevante Totholzanteil habe bei allen Waldeigentumsarten deutlich zugenommen. Er liege im Privatwald z.B. bei fast 15 m3 und wegen des Nationalparkes Harz im Landeswald bei rd. 27 m3. 54 % des Waldes in Sachsen-Anhalt seien in privaten Händen. Neun Prozent besitzen Gemeinden, Städte und andere öffentliche Körperschaften. 27 % gehören dem Land und zehn Prozent dem Bund.

 

Der Zustand der Waldlebensräume in Sachsen-Anhalt sei gut, ja oft besser als die Vorgaben der EU, schätzt der WBV ein. Sachsen-Anhalts Wälder seien die lebendige Erfolgsbilanz verantwortungsbewussten und nachhaltigen Wirtschaftens der Förster, Waldarbeiter, Lohnunternehmer und Eigentümer. Sie seien Beispiel für den gelebten Generationenvertrag und Beweis für die Tradition der Nachhaltigkeit. Die Sicherung der vorhandenen Holzressourcen für eine nachhaltige Nutzung habe eine herausragende politische Bedeutung, so der WBV.

 

Dem entgegen werde – als Wahlversprechen an saturierte „Umwelt“verbände – die Stilllegung immer größerer Waldgebiete versprochen. Folgen und Kosten für Wirtschaft und Staat, geschweige für die Eigentümer, fänden keine Berücksichtigung. Derzeit stünden 69 % aller Waldflächen in Sachsen-Anhalt unter irgendeiner Form von Schutz. Schon jetzt seien hierzulande über fünf Prozent der Wälder stillgelegt. Der Rohstoff Holz falle dort aus. Dass dies je Hektar durchschnittlich 350 Euro koste, mithin den Steuerzahler mit rund neun Millionen Euro nur an laufenden Kosten jährlich  belaste, und für den Finanzminister erhebliche Einnahmeverluste bedeute, sei politisch weder je erhoben noch diskutiert worden. Die existentiellen Folgen für Waldeigentümer und Beschäftigte, bis hin zum faktischen Eigentums- oder Arbeitsplatzverlustverlust, würden einfach ignoriert.

 

25 Jahre nach der Wende und angesichts weltweit knapper werdender Ressourcen soll diese Verschwendung und Vernichtung von Rohstoffen, Existenzen und Arbeitsplätzen ernsthaft ins Bewusstsein der Landtagskandidaten gerückt werden, teilte das Aktionsbündnis Wald abschließend mit.

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