Von Angus bis Welsh Black

19.03.2015

© Detlef Finger

Gesamtsiegerin im rasseübergreifenden Wettbewerb der Kühe mit Kalb wurde die extrem großrahmige Fleckviehkuh Ginger, gezogen von Uwe Sens aus Zerbst und im Besitz von Uwe Harstel in Rohrbeck.

Bismark war Anfang März das Mekka der hiesigen Mutterkuhhalter und auch von Züchtern außerhalb der Landesgrenzen. Die traditionellen Fleischrindertage Sachsen-Anhalts, nun ebenfalls unter dem Schirm der RinderAllianz GmbH, boten ihnen Gelegenheit, ihre besten eigenen Tiere zu präsentieren, sich im züchterischen Wettbewerb zu messen, hochwertige Zuchttiere zu erwerben oder einfach Erfahrungen mit Berufskollegen auszutauschen. Die Landesschau Fleischrinder am zweiten Tag war zweifelsohne das Glanzlicht der wiederum gut besuchten Veranstaltung. Nahezu 70 Großtiere von elf Rassen aus 37 Zuchtstätten der RinderAllianz GmbH wurden gekonnt in den Ring geführt (siehe auch BauernZeitung 11/2015, S. 16).

Überzeugende Qualität

Das Auftaktbild zur Schau lieferten die Sieger der am Vortag gekörten Jungbullen, die zum Abschluss versteigert wurden (siehe Beitrag unten). Die Qualität und Breite der Schaukollektionen, unter denen auch mehrere auf Bundesschauen hochdekorierte Tiere waren, würdigte Preisrichter Clemens Braschos, Masterrind GmbH, Meißen (Sachsen), in seinen Kommentierungen gleich mehrfach. Ihm kam die Aufgabe zu, zwölf Tiergruppen zu rangieren. Bei einem Lot von drei und mehr Tieren einer Rasse und Kategorie wurde den Ia- bzw. Ib-prämierten Tieren der Gruppe zugleich der Titel des Siegers bzw. des Reservesiegers zuerkannt (siehe Übersicht). Braschos war es darüber hinaus vorbehalten, die Champions in den Interbreed-, sprich: rasseübergreifenden Wettbewerben der drei Kategorien Altbullen, Kühe mit Kalb und Färsen – teilweise auch unter Einbezug von Einzelvertretern weiterer Rassen – zu küren.

Die für die Zuchtviehauktion aufgetriebenen 39 Jungbullen, die neben sechs Zuchtfärsen im Anschluss an die Landesschau zum Kauf angeboten wurden, waren am Tag zuvor ebenfalls rangiert worden. Auch diese Aufgabe oblag der dreiköpfigen Körkommission, bestehend aus den Zuchtleitern Fleischrind der Rinderzuchtverbände Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, Gernot Pohl und Dr. Sabine Schmidt, sowie Hark Arfsten, Mitglied des RSA-Zuchtbeirates Fleischrind.

Tolle Spitzentiere

Den rasseübergreifenden Entscheid der Altbullen im Rahmen der Landesschau gewann der sehr schicke und auf den Punkt herausgebrachte Fleckviehvererber Egon (Katalognummer 56) aus der Zucht von Albert Bunde in Drewitz, Landkreis Jerichower Land. Der Exodus-Sohn stellte sich mit einer Nachzuchtkollektion von fünf am Vortag bestens gekörten Jungbullen vor, er selbst überzeugte mit sehr guten Übergängen in der Körperform. Reservesieger wurde der hoffnungsvolle rote Angusbulle Gismor v. Gladiator (Kat.-Nr. 93) aus der Mutterkuhhaltung Schopsdorf GmbH, ebenfalls Jerichower Land. Mit dem Dexterbullen Peter v. Prince (Kat.-Nr. 114) aus dem Besitz von Marco Projahn in Mechau, Altmarkkreis Salzwedel, stand neben den beiden Vererbern intensiver Rassen ein Bundessieger der Schau „Schwarz Rot Gold – Robust“ 2014 im Endring.

Siegerin des Interbreed-Wettbewerbes bei den Kühen mit Kalb wurde mit Ginger v. Gigant (Kat.-Nr. 57), die dem Namen ihres Vaters alle Ehre machte, ebenfalls ein Tier der Rasse Fleckvieh-Simmental. Die absolut beeindruckende, sehr extreme Kuh steht im Betrieb von Uwe Harstel in Rohrbeck im Landkreis Stendal. Der Reservesieg ging an die genetisch hornlos gezogene Charolais-Vertreterin Maura v. Heros (Kat.-Nr. 77) aus der Agrargenossenschaft Leppin, Altmarkkreis Salzwedel, die durch ihre enorme Länge und ein schönes Kalb bestach.

Beim Endausscheid dabei waren ferner die Welsh-Black-Kuh Gerdis v. Wogenspiel (Kat.-Nr. 106), gezüchtet von Karl-Heinz Burchardt in Kloster Neuendorf, sowie die mit einem guten Bewegungsapparat ausgestattete Siegerin der Dexterkühe, Heidi v. K. Milos (Kat.-Nr. 117), von Walter Theek aus Arensberg, beides Landkreis Stendal.

Farbenfrohes Bild

Ein „buntes Bild“, so Preisrichter Braschos, bot sich bei der Ermittlung der Championesse bei den Färsen. Hier mussten zunächst sechs Rinder von intensiven bzw. mittelintensiven Rassen und dann fünf von Robustrassen in den Ring. Den Titel trug die sehr tiefe und harmonische Sieger-Fleckviehfärse London v. Toto (Kat.-Nr. 72) aus der Zucht von Torsten Nagel in Stendal-Wahrburg, Landkreis Stendal, davon. Den Reservesieg konnte sich Frederike v. Igor (Kat.-Nr. 105), eine Färse der Extensivrasse Rotes Höhenvieh aus der Zucht von Mathias Apel in Drebsdorf, Landkreis Mansfeld-Südharz, sichern.

Ib-Plätze in den Endauswahlringen schafften jeweils die im enormen Typ stehende Limousinsiegerfärse Granada v. K. P. Neptun (Kat.-Nr. 87) aus der Köckenitzsch GbR im gleichnamigen Ort im Burgenlandkreis sowie die hervorragende dunfarbene Gallowaysiegerfärse Stefanie (Kat.-Nr. 111) aus dem Freigut Garsena von Karl-Friedrich Schöning im Salzlandkreis.

Den Siegertitel bei den Jungbullen sicherte sich der auf dänischer Linie gezogene Esben-Sohn Eros (Kat.-Nr. 40), ein Vertreter der Rasse Fleckvieh-Simmental, aus der Zucht von Michael Bock in Rathmannsdorf im Salzlandkreis. Reservesieger der jungen Auktionsbullen wurde Maurice v. Marik (Kat.-Nr. 32), ein Uckermärker aus der Marktfrucht-GbR-Mahlzow in Mecklenburg-Vorpommern.

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