Verschärfte Regeln

09.11.2015

© Detlef Finger

Die Wiederverwertung von im Betrieb anfallenden organischen Reststoffen wie Stallmist, Jauche, Gülle oder auch Gärrest hat seit jeher Priorität für die Landwirte. Die Wirtschaftsdünger dienen der Nährstoffversorgung der Böden und verbessern deren Humusgehalt.

Für einen besseren Schutz von Boden und Grundwasser sollen die grenzüberschreitenden Transporte von Wirtschaftsdüngern künftig schneller und detaillierter erfasst werden. Eine entsprechende Vereinbarung in Form eines „Memorandum of Understanding“ hat das Land Sachsen-Anhalt jetzt mit Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden abgeschlossen. Darauf hat Landwirtschafts- und Umweltminister Hermann Onko Aeikens am vergangenen Donnerstag in Magdeburg hingewiesen. Die Vereinbarung habe das Ziel, die zwischen den Ländern stattfindenden Transporte etwa von Hühnertrockenkot, Gülle und Gärresten zeitnah zu erfassen und zu kontrollieren, erklärte der Minister.

 

Meldeprogramm wird erarbeitet


Bisher müssten nur die Dünger abgebenden Unternehmen die zuständigen Behörden hierzulande über den Import nach Sachsen-Anhalt informieren. Angaben z. B. über die Menge der importierten Nährstoffe seien derzeit aber nicht meldepflichtig. Daher bleibe oft unklar, in welcher Region die importierten Düngermengen letztendlich verarbeitet wurden.


Künftig bestehe ein Datenaustausch zu grenzüberschreitenden Wirtschaftsdüngertransporten zwischen den zuständigen Behörden der genannten Bundesländer sowie mit den Niederlanden. Das heißt, auch die Unternehmen, die den Dünger grenzüberschreitend transportieren, und diejenigen, die ihn abnehmen, werden diese Informationen zukünftig in einer Datenbank eintragen müssen. Zurzeit werde an einem Meldeprogramm „Wirtschaftsdünger in Sachsen-Anhalt“ gearbeitet. Damit erhalte Sachsen-Anhalt entsprechende Daten auf direktem Wege.

 

Bundesweit Neuland betreten


Minister Aeikens sagte, die Belastung von Böden, Grund- und Oberflächenwasser durch Nitrat sei kein kleines Umweltproblem. Oft seien die Stoffströme über Ländergrenzen hinweg aber nicht nachvollziehbar, sodass nur schwer zu kontrollieren sei, wie viel Wirtschaftsdünger auf den Böden landete. Das werde sich nun mit der Vereinbarung ändern.


Aeikens: „Damit betreten wir in Deutschland Neuland. Ich halte das angesichts wachsender Wirtschaftsdüngerströme in der Bundesrebublik für einen wichtigen Schritt. Wirtschaftsdünger ist und bleibt eine wertvolle Quelle von Pflanzennährstoffen. Ein Zuviel davon aber führt zu erheblichen Belastungen vor allem für Grund- und Oberflächenwasser. Daher ist eine gute Kontrolle der Stoffströme wichtig für gutes Trinkwasser und intakte Oberflächengewässer.“

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