Urteil für Facharbeiter: Freispruch!

10.09.2014

© Detlef Finger

Von den 20 Jugendlichen, die in diesem Jahr erfolgreich ihre Prüfung abgelegt haben, nahmen letztlich 15 an der Freisprechung in Wittenberg teil: acht Landwirte, vier Tierwirte und drei Fachkräfte Agrarservice.

Die Bauernverbände (BV) Anhalt und Wittenberg haben für die angehenden Landwirte/innen, Tierwirte/innen und Fachkräfte für Agrarservice im Amtsbereich Anhalt erstmals in eigener Regie eine Freisprechungsfeier organisiert und finanziert. Die feierliche Übergabe der Abschlusszeugnisse an die Jungfacharbeiter aus Ausbildungsbetrieben in den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg durch den Wittenberger Landrat Jürgen Dannenberg sowie die Verbandsvorsitzenden Olaf Feuerborn und Hartmut Steiner fand am 22. August in der Lutherstadt Wittenberg statt. Die Freisprechung nahm Ehrenfried Kühn als Vorsitzender des zuständigen Prüfungsausschusses vor.

Im Ausbildungsjahr 2013/14 haben im Amtsbereich 16 Landwirte, fünf Tierwirte für Rinderhaltung sowie jeweils drei Tierwirte für Schweinehaltung bzw. Fachkräfte für Agrarservice die Prüfung abgelegt. Von den 20 Jugendlichen, die dabei erfolgreich waren (elf Landwirte, jeweils drei Tierwirte beider Fachrichtungen und drei Fachkräfte Agrarservice), hatten sich 16 für die Freisprechungsfeier angemeldet, 15 nahmen daran teil.

Ihre berufstheoretische Ausbildung erhielten die Absolventen aller drei Berufsgruppen an der Berufsbildenden Schule in Wittenberg. Die agrare Ausbildung ist eine Säule des Berufsschulzentrums der Lutherstadt. Das berufspraktische Rüstzeug erwarben die Lehrlinge in jeweils zehn Ausbildungsbetrieben in den beiden genannten Landkreisen. Die überbetriebliche Ausbildung erfolgte in sechs einwöchigen Lehrgängen am Zentrum für Tierhaltung und Technik der LLFG in Iden, in denen Spezialkenntnisse in den einzelnen Ausbildungsrichtungen vermittelt wurden.

Hartmut Steiner sagte bei der Begrüßung, er freue sich, diesen besonderen Tag, der vor drei Jahren, zu Beginn der Lehrzeit, noch in weiter Ferne schien, nun in würdigem Rahmen gemeinsam mit den Jungfacharbeitern, deren Eltern, Ausbildern und Lehrern sowie Gästen begehen zu können. Er machte auch aus seiner Enttäuschung kein Hehl, dass Vertreter der Agrarverwaltung und speziell des Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt der Feier auf Weisung des Ministeriums fern bleiben mussten.

Der Verbandsvorsitzende dankte noch einmal all denjenigen, die an der Ausbildung der Jugendlichen beteiligt waren. Er hob hervor, dass diese in ihrer Lehre neben fachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten weitere Kompetenzen erworben haben. „Der Facharbeiter ist aber nur die Grundausbildung. Auf Ihrem beruflichen Weg ist weiteres Lernen erforderlich und werden auch künftig Prüfungen auf Sie warten“, sagte Steiner an die Jugendlichen gerichtet.

Landrat Dannenberg sagte, die feierliche Freisprechung sei der Höhepunkt der dreijährigen Lehrzeit und gleichzeitig Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Die heutige Veranstaltung schreibe darüber hinaus „ein Stück Geschichte in Sachsen-Anhalt“. Die persönliche Übergabe der Facharbeiterbriefe sei vor allem eine Wertschätzung der jungen Menschen. Dannenberg verwies zudem auf die Bedeutung der Landwirtschaft im Landkreis Wittenberg: „Sie ist ein starker Wirtschaftsfaktor und gibt auch jungen Menschen eine Perspektive.“

Ehrenfried Kühn blieb es schließlich vorbehalten, die Jugendlichen vom Lehrlingsstand freizusprechen. „Ich tue dies kraft meines Amtes als Vorsitzender des Prüfungsausschusses“, sagte der Landwirt aus Seegrehna-Bodemar. „Machen Sie unserem Berufsstand als Landwirt, Tierwirt und Fachkraft Agrarservice jederzeit Ehre“, gab Kühn den Jungfacharbeitern/innen vor dem dann folgenden Stehempfang noch als Wunsch mit auf den (Berufs)Weg.

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