Starkes Team

09.03.2015

© Thomas Tanneberger

Der neu gewählte Vorstand des Bauernverbandes Wittenberg um Hartmut Steiner (6. v. r.)

Als selbstbewusster, fachlich und wirtschaftlich starker Interessenvertreter hat sich der Bauernverband Wittenberg am Dienstag voriger Woche mit seiner Jahresversammlung in Jessen präsentiert. In seinem Bericht ging Kreisvorsitzender Hartmut Steiner vor rund 100 Mitgliedern und Gästen auf die Tätigkeit des Verbandes an den Brennpunkten der aktuellen Agrarentwicklung ein.

Eingriffe in Anteilsverkäufe abgelehnt

Intensive Einflussnahme sei zum Beispiel in der Diskussion um das geplante sachsen-anhaltische Agrarstruktursicherungsgesetz vonnöten. „Wir stehen natürlich für den bodenpolitischen Vorrang des aktiven Landwirts und breite Eigentumsstreuung, jedoch befürchten wir, dass durch die Aufwertung der Stellung der Landgesellschaft eine willkürliche staatliche Regulierung von Preisen und Mengen am Bodenmarkt Einzug hält“, so Steiner. Aus den bisher zugänglichen Dokumenten sei nicht ersichtlich, wie frei werdende Flächen wirklich besser als bisher an aktive Landwirte gelangen und wie eine Diskriminierung einzelner Agrarunternehmen je nach Rechtsform und Wirtschaftsweise vermieden werden sollen. Deshalb lehne der Bauernverband insbesondere die Kontrolle des Verkehrs von Gesellschaftsanteilen ab. Die heutigen Eigentümer der Unternehmen hätten diese in jahrzehntelanger Arbeit redlich erworben und sollten über diese auch frei verfügen können.

Rückschauend auf 2014 bilanzierte Steiner zwar sehr gute Erträge bei Getreide, Raps, Kartoffeln und Rüben, aber auch schwächelnde Preise, weswegen es kaum Liquiditätsverbesserungen gegeben habe. Dramatisch seien auch die Verhältnisse bei Milch, deren Preis schon auf 28 ct/l gesunken sei. Die Schweinehalter hätten Senkungen um 25 % verkraften müssen, die Ferkelpreise seien sogar um 40 % eingebrochen. Deshalb werde 2015 ganz sicher ein schwieriges Jahr, zumal gleichzeitig die Tierschutzforderungen der Gesellschaft immer größer würden. Dennoch werde der Bauernverband den Anspruch nicht aufgeben, dass der Landwirt ein mit städtischen Berufen vergleichbares Einkommen erzielen können muss.

Hoher Anteil Flächen im benachteiligten Gebiet

Steiner machte deutlich, dass sich der Verband in diesem Zusammenhang auch für die Fortschreibung der EU-Ausgleichsleistungen für benachteiligte Gebiete einsetzt. Gegenwärtig seien 46 % der Fläche des Landkreises noch in dieser Kategorie, durch die anstehende Neuabgrenzung nach biophysikalischen Indikatoren drohten jedoch Kürzungen in der Größenordnung von 15 bis 20 %. Deshalb mache man im Ministerium jeglichen Einfluss geltend, um im Rahmen des „Feintunings“  Gerechtigkeit für die Mitgliedsbetriebe zu erreichen.

Aktiv für die Mitgliederinteressen trete der Verband auch bei den aktuell anstehenden Hochwasserschutzmaßnahmen, in der Diskussion zum Entwurf der Düngeverordnung, bei der Auslegung und Umsetzung des Greenings, bei der Sicherung der Ackerflächen vor behördlicher Zwangsumwandlung, der Umsetzung der Mindestlohngesetzgebung und der Sicherung des Fachkräftenachwuchses ein.  

Mit diesen Leistungen zeigten sich die anwesenden Vertreter der insgesamt 249 Mitglieder sehr zufrieden. Entsprechend einstimmig beschlossen wurden die Berichte von Vorstand und Revisionskommission, die Delegiertenliste zum Landesbauerntag und die Beitragsordnung 2015, die Kontinuität beim Grundbeitrag und beim Flächenbeitrag  vorsieht.

Vorstand offen und im Block gewählt

Auch mit der Wahl des Vorstandes hielten sich die Mitglieder nicht lange auf: Einstimmig wurde auf Einzelwahl verzichtet und die Kandidatenliste von 14 Landwirten kurzerhand im Block bestätigt. Alter und neuer Kreisvorsitzender ist Hartmut Steiner, Geschäftsführer der Agrofarm Flämingrand GmbH Zahna. Seine Stellvertreter sind Gerhard Böhme, Vorstandsvorsitzender der Landgut „Elbeland“ eG Axien, und Maik Bilke, Vorstandsvorsitzender der Landwirtschaftsbetrieb Selbitz eG.

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