Sachsen-Anhalt auf der IGW

20.01.2016

© Detlef Finger

Bockwürste mit Majoran bietet Ministerpräsident Reiner Haseloff (M.) am Stand der Keunecke Feinkost GmbH aus Badeborn feil (oben).

Mit einem Mix aus kulinarischen Genüssen und touristischen Angeboten präsentiert sich Sachsen-Anhalt noch bis zum Sonntag in Halle 23b auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. In der neu gestalteten Länderhalle stehen große Marken der heimischen Ernährungswirtschaft neben kleinen Produzenten und Direktvermarktern. Gleichermaßen warten sie mit bewährten Produkten und zahlreichen Neuheiten auf.


Beim traditionellen Ländertag am Montag lobte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff die Innovationsfreudigkeit und Kreativität des hiesigen Ernährungsgewerbes, das doppelt so stark aufgestellt sei wie im Durchschnitt aller Bundesländer. Mithin sei die Branche auch stärker abhängig von Entwicklungen der Exportmärkte. „Dass Russland-Embargo trifft uns wesentlich härter als andere“, erklärte der Regierungschef und formulierte als politisches Ziel eine  möglichst schnelle Beendigung der Handelshemmnisse. Dazu sei es unter anderem wichtig, bestehende regionale Kontakte nicht abreißen zu lassen. Nach Aussagen von Haseloff seien Absatzmengen und Beschäftigtenzahl in der Ernährungswirtschaft auch im derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfeld gewachsen, doch stagniere der Umsatz insbesondere auch aufgrund der gesunkenen Erzeugerpreise. „Die Nahrungsgüterwirtschaft kauft andererseits günstiger ein – unter Umständen zum Leidwesen landwirtschaftlicher Betriebe“, ergänzte Agrar- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens. Für die Landwirtschaft nannte der Ministerpräsident folgende Prämissen: die Aufrechterhaltung der Direktzahlungen in der Ersten Säule der EU-Agrarpolitik zur Unterstützung der Urproduktion – ohne Umschichtungen in andere Bereiche – sowie die Erhöhung der steuerlichen Freibeträge für Agrarbetriebe, damit diese Rücklagen als Risikoausgleich bilden könnten. Haseloff sagte, er sei sich bewusst, dass eine Umsetzung dieser Ziele auf EU- und Bundesebene „nicht einfach werden wird“.


Stolz zeigte sich der Ministerpräsident über den Auftritt des Landes unter dem Berliner Funkturm und das rege Besucherinteresse daran. Minister Aeikens befand, die Sachsen-Anhalt-Halle habe sich „noch nie so schön präsentiert“. Er verwies zudem auf neue Trends – hin zu vegetarischen, veganen und regionalen Spezialitäten. Diese würden von den heimischen Ausstellern zunehmend bedient. Aeikens lobte zudem die bewährte Kombination von Angeboten der Ernährungswirtschaft und des Tourismus.


Der Geschäftsführer der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt, Dr. Thomas Lange, sagte, der „frischere, modernere und innovativere Auftritt“ des Landes in Berlin werde nach ersten Umfragen von 90 % der Messebesucher begrüßt. Bereits im Vorfeld hatte Lange aufgezeigt, dass sich ein Auftritt auf der weltgrößten Ernährungsschau auch für kleine und mittelständische Unternehmen lohnen kann: So habe z. B. der Altenweddinger Geflügelhof seinen Umsatz mit Eierlikören nach den ersten Messeteilnahmen mehr als verdoppeln und die Harzer Blasenwurst Vertriebs GmbH aus Halle ihren Versand regionaler Fleisch- und Wurstwaren sogar verdreifachen können.

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