Rinderzuchtverband Sachsen-Anhalt: Allianz geschmiedet

20.03.2014

© Detlef Finger

Die Abstimmung erfolgte offen, was laut Satzung bei entsprechender Zustimmung von drei Viertel der Mitglieder möglich ist.

Die Mitglieder des Rinderzuchtverbandes Sachsen-Anhalt eG (RSA) haben den Weg frei gemacht für die in Zukunft enge operative Zusammenarbeit mit der Rinderzucht Mecklenburg-Vorpommern GmbH (RMV). Auf der Generalversammlung in Bernburg stimmten 97 % der anwesenden Mitglieder dem Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zu, die Geschäftsbereiche Rinderbesamung, Zucht und Vermarktung aus der Genossenschaft auszugliedern und in die RMV einzubringen. Mit diesem eindeutigen Votum haben nun alle verantwortlichen ehrenamtlichen Gremien beider Organisationen ihren Segen für die Zusammenarbeit erteilt. Die Verantwortlichen von RSA und RMV dankten den Mitgliedern noch einmal ausdrücklich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Nur Landwirte in den Führungsgremien

Das neue gemeinsame Unternehmen von RSA und RMV, an dem der RSA als Gesellschafter nominal 25 % der Anteile hält, firmiert unter dem Namen RinderAllianz GmbH und hat bereits am vorigen Mittwoch seine Arbeit aufgenommen. Geleitet wird die Gesellschaft von den bisherigen RMV-Geschäftsführern Dr. Sabine Krüger und Heiko Güldenpfennig sowie RSA-Geschäftsführer Dr. Matthias Löber.

Letzterer hatte zuvor wie auch die Vertreter des Ehrenamts, darunter die Vorstandsvorsitzenden des RSA, Hans-Archibald Lindecke, und des Rinderzuchtverbandes Mecklenburg-Vorpommern eG (RZMV), Andreas Schulz, noch einmal für „eine breite Basis für diesen Beschluss“ geworben, der dem RSA und der RMV einen „zukunftsträchtigen gemeinsamen Weg“ ebnen soll. „Uns ist bewusst, dass wir jetzt natürlich auch liefern müssen“, betonte RMV-Geschäftsführerin Dr. Sabine Krüger dann nach der Abstimmung in Bernburg, die für Erleichterung sorgte.

Der Einfluss der Mitglieder der Genossenschaften ist über die Führungs- und Kontrollgremien der GmbH gegeben, in denen ausschließlich Landwirte stimmberechtigt sind. Im neuen elfköpfigen Aufsichtsrat hat der RSA drei Sitze. Diese werden vom RSA-Aufsichtsratsvorsitzenden Arnd Helm, dem RSA-Vorstandsvorsitzenden Hans-Archibald Lindecke, Lindecke GbR, Beesewege, und von Vorstandsmitglied Adolf Speck, Agrargenossenschaft Hedersleben, bekleidet. Die RMV und die Rinderzucht Schleswig-Holstein eG (RSH), als stiller Gesellschafter und Dritter im Bunde, haben je vier Sitze. In der sechsköpfigen Gesellschafterversammlung der RinderAllianz hat jede Partnerorganisation zwei Sitze. Der RSA ist hier durch Vorstandsmitglied Michael Kohlert, Milchproduktion Lindtorf eG, und Aufsichtsratsmitglied Dietmar Mewes, Mewes GbR, Estedt, vertreten.

Wettbewerbsfähige Größenordnungen

Die RinderAllianz schwingt sich mit ihren Rinderbeständen zu wettbewerbsfähigen Größenordnungen auf. Sie betreut insgesamt rund 297 000 Kühe in der Milchleistungsprüfung (MLP) (RSA: 114 000, RMV: 182 850) bzw. 212 000 Herdbuchmilchkühe (84 400/127 400) in fast 850 Mitgliedsbetrieben (383/459) sowie zusammen 97 900 Mutterkühe (30 020/67 883), darunter mehr als 11 200 aktive Kühe (4 385/6 843) im Herdbuch Fleischrind aus rund 520 Mitgliedsbetrieben (220/278).

Das neue gemeinsame Unternehmen RinderAllianz GmbH will ein attraktives Zucht- und Dienstleistungsunternehmen für die über 1 300 Mitglieder und mehr als 2 000 Kunden sein. „Wir wollen Dienstleister Nummer eins in Sachen Rinderzucht zwischen dem Burgenlandkreis und Usedom bzw. dem Harz und Rügen sein“, so Geschäftsführer Löber. „Hauptpfand“ dafür seien die zusammen 200 engagierten Mitarbeiter, die bewährte Ansprechpartner für Mitglieder und Kunden bleiben. Erklärtes Ziel sei es, jährlich mehr als eine Million Portionen Bullensperma und über 80 000 Rinder pro Jahr, darunter mehr als 25 000 Zuchtrinder, zu vermarkten. Etwa 50 Bullen sollen künftig im gemeinsamen Zuchtprogramm jährlich getestet werden, wobei der Töchterprüfung weiterhin große Aufmerksamkeit geschenkt wird. Besonderes Augenmerk gelte dem Besamungsservice, der weiter ausgebaut werden soll. Eine enge Zusammenarbeit der Fleischrindabteilungen sei eine gute Basis für die Weiterentwicklung der größten Fleischrinderherdbuchpopulation Deutschlands, hieß es. Ausgebaut werden soll auch die Fleischrindervermarktung.

Sämtliche Standorte bleiben erhalten

Herausgestellt wurde ferner, dass alle sieben Standorte in beiden Bundesländern (Bismark, Halle, Lichterfelde, Stendal, Karow, Klein-Wangelin und Woldegk) erhalten bleiben, um eine flächendeckende Arbeit in den Regionen zu sichern.

Wertmäßig würden in der RinderAllianz damit rein rechnerisch Umsätze von zusammen über 15 Mio. Euro (Sperma) bzw. mehr als 50 Mio. Euro (Vieh) erzielt. Diese könnten nach Einschätzung von Wirtschaftsprüfern durch die erreichbaren Synergieeffekte und die zuletzt positive Entwicklung des operativen Geschäfts bei beiden Partnern in Zukunft durchaus deutlich höher ausfallen. Ulf Büchsenschütz vom Genossenschaftsverband e. V., Hannover, der den auf den 14. Januar 2014 datierten Vertrag über die Ausgliederung und Übertragung der Geschäftsfelder auf der Generalversammlung verlas, sprach von einer „zukunftsträchtigen Lösung“.

Partnerschaftliche Beziehungen

Die RinderAllianz GmbH baut auch weiterhin auf die engen partnerschaftlichen Beziehungen zu den Dachorganisationen, wie Deutscher Holsteinverband (DHV), Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter (ADR) und Bund Deutscher Fleischrindzüchter (BDF), sowie den Beteiligungsgesellschaften Nord-Ost-Genetik (NOG), German Genetics International (GGI), Zuchtvieh-Export (ZVE) und Cooperative Resources International (CRI). Sie organisiert ihr modernes Zuchtprogramm mit den NOG-Partnern und vermarktet ihre Genetik auch künftig mithilfe von GGI und ZVE international.

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