Ökologischer Landbau: Stärkere Förderung geplant

25.02.2014

© Sabine Rübensaat

Freilandhaltung Grünland (Schafe)

Die Prämien für den ökologischen Landbau in Sachsen-Anhalt sollen ab 2015 erhöht werden. Das erklärte Agrar- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens bei seinem Besuch der Messe BioFach in Nürnberg, auf der zehn heimische Aussteller vertreten waren. Die einheitliche Förderung für Einführung und Beibehalt des Ökolandbaus habe sich seit 2009 bewährt und solle entsprechend weitergeführt werden. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die EU seien Neuanträge mit folgenden Prämien vorgesehen: Ackerland und Grünland 230 €/ha, Gemüse 405 €/ha sowie Dauerkulturen 750 €/ha. Als Kontrollkostenzuschuss sollen maximal 550 € pro Antragsteller gewährt werden. Die Prämie auf Grünland würde damit um 60 €/ha steigen und auf Ackerflächen um 30 €/ha. Die Förderung des ökologischen Anbaus nach den Richtlinien zur Förderung einer markt- und standortangepassten Landbewirtschaftung (MSL) habe 2013 rund 8,6 Mio. € betragen.

Aeikens sagte, die Nachfrage der Verbraucher nach Ökolebensmitteln wachse stetig. Der Anbau hinke jedoch noch hinterher. Aktuell würden in Sachsen-Anhalt rund 54 000 ha Fläche ökologisch bewirtschaftet. Gegenüber 2011 sei das ein Zuwachs um 2,4 %. Das sei „schon beachtlich, aber noch ausbaufähig“, so der Minister. Im Land sei noch Potenzial für weitere Umstellungen auf Ökolandbau vorhanden. Um die Branche weiter zu stärken und auszudehnen, sei eine entsprechende Förderung von entscheidender Bedeutung. Aeikens wies darauf hin, dass die positive Entwicklung des Ökolandbaus durch hohe und steigende Bodenkauf- und -pachtpreise behindert würde. Deshalb sei es wichtig, mit einem Maßnahmenbündel geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Ökolandbau in Sachsen-Anhalt nachhaltig zu fördern. So könnten Ökolandwirte neben den erwähnten Flächenprämien grundsätzlich auch an weiteren Förderprogrammen teilnehmen. Gleichzeitig werde versucht, die Vermarktungspotenziale des Ökolandbaus weiter zu erschließen, um die Wettbewerbsfähigkeit noch zu steigern. Die Ökobranche werde bereits im Rahmen des Mitteldeutschen BioBranchentreffens, bei Messe- und Marktauftritten sowie Warenbörsen unterstützt. Das soll künftig noch intensiviert werden, so Aeikens, dem Beispiel der Direktvermarkter im Land folgend, die bereits Aktionen mit der Agrarmarketinggesellschaft durchführen.

In Sachsen-Anhalt wirtschaften laut Agrarministerium 368 Betriebe auf 54 230 ha Fläche nach ökologischen Grundsätzen. Das ist ein Anteil von fast neun Prozent an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Unternehmen hierzulande. Hinzu kommen 125 Verarbeitungsunternehmen sowie vier Unternehmen, die Futtermittel aufbereiten, und 21 Handelsunternehmen.    

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