Neue Freunde gesucht

27.02.2014

© Detlef Finger

Der neu gewählte Vorstand der Fördergesellschaft: Dr. Wolfgang Nehring, Prof. Christa Volkmar (stellvertretende Vorsitzende), Prof. Wulf Diepenbrock (Vorsitzender), Dr. Gerald Thalheim und Stephan Knorre (v. l.)

Die Gesellschaft zur Förderung der Agrar- und Ernährungswissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg e. V., die sich wegen ihres sperrigen Vereinsnamens auch kurz die „Freunde“ nennt, hat seit einigen Wochen einen neuen Vorsitzenden. Bei der Mitgliederversammlung Ende November in Halle wurde Prof. Wulf Diepenbrock, von 1996 bis 2000 Dekan der Landwirtschaftlichen Fakultät und von 2006 bis 2010 Rektor der Universität, neu in den Vorstand gewählt und aus dessen Reihen heraus zum Vorsitzenden berufen. Der Professor, inzwischen Pensionär, folgt als Vereinschef auf Dr. Gerald Thalheim. Der frühere Staatssekretär beim Bundeslandwirtschaftsministerium, der der Gesellschaft seit dem Jahr 2005 vorstand, hatte zuvor seinen Verzicht auf das Amt erklärt und dies mit seinen hauptamtlichen Aufgaben als Bereichsleiter beim Genossenschaftsverband e. V. begründet.

Thalheim, der seine Erfahrungen und Kontakte weiterhin einbringen möchte, gehört als Mitglied auch dem neu gewählten Vorstand an, ebenso wie die stellvertretende Vorsitzende, Prof. Christa Volkmar, Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften an der MLU, Professur für Phytopathologie und Pflanzenschutz im Fachgebiet Pflanzenwissenschaften, und Dr. Wolfgang Nehring, Vorsitzender des Land- und Fortwirtschaftlichen Arbeitgeberverbandes Sachsen-Anhalt und Mitglied des Präsidiums des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt. Neu in das Gremium gewählt wurde Doktorand Stephan Knorre, der nach Abschluss seines Masterstudiums in den Agrarwissenschaften nun an der Hallenser Uni promoviert. Dem Vorstand gehört darüber hinaus der geschäftsführende Direktor des Institutes für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Naturwissenschaftlichen Fakultät III, Prof. Dr. Hermann Swalve, als kooptiertes Mitglied an.

Vielfältig engagiert

In seinem Rückblick auf die vergangenen zwei Wahlperioden seit 2005 ging der scheidende Vorsitzende unter anderem auf die Abstufung der ehemaligen Agrarfakultät zum Institut und die damit verbundene Ungewissheit zur Zukunft ein, was die Stimmung auf den Tiefpunkt gebracht und die Gesellschaft „zerrissen“ habe. Er, so Thalheim, habe seine Aufgabe darin gesehen, die Wogen zu glätten und die Mitglieder der Gesellschaft mit dieser Entwicklung zu versöhnen. Thalheim stellte die sehr guten Lehr- und Forschungsbedingungen am neuen Campus Heide Süd heraus und verwies auf einen Beschluss des Landtages zur Bewilligung und Besetzung von drei zusätzlichen Professorenstellen am Institut. Durch den Zusammenhalt im Vorstand und die tiefgreifende laufende Information der Mitglieder sei wieder Vertrauen gewachsen. Thalheims Dank galt diesbezüglich auch den Dekanen bzw. Institutsdirektoren Prof. Reinhold Jahn und Prof. Peter Wycisk.

Ein Höhepunkt für die „Freunde“ war die Festveranstaltung zum 150-jährigen Gründungsjubiläum des Landwirtschaftlichen Instituts an der Martin-Luther-Universität in Halle im Mai 2013 (BauernZeitung 23/2013, S. 14). Damals wurden Kopien von Bronzebüsten der Agrarwissenschaftler Julius Kühn, Wilhelm Rimpau und Albrecht Daniel Thaer auf dem Campus Heide Süd aufgestellt. Wie hier bei der Traditionspflege engagiert sich die Fördergesellschaft auch bei aktuellen Projekten, so z. B. alljährlich mit finanziellen ­Zuwendungen an die besten ­Absolventen der Masterstudiengänge der Agrar- und Ernährungswissenschaften im Rahmen der Auszeichnungsveranstaltung. Des Weiteren ist die Gesellschaft Herausgeber des „Fakultätsboten“, den Thalheim als „Gedächtnis und Chronik des Instituts“ bezeichnete.

Dass in den vergangenen Jahren vieles erreicht wurde, sei auch ein Verdienst von Heike Braunsdorff, die neben ihrer Vollzeitstelle an der Universität die Geschäfte der Gesellschaft engagiert führt, lobte Thalheim.

Selbstkritisch merkte Thalheim an, dass es bisher nur unzureichend gelungen sei, die Absolventen an die Fördergesellschaft zu binden. „Wir brauchen neue und vor allem jüngere Mitglieder“, verwies er auf den derzeitigen relativ hohen Altersdurchschnitt und die Gefahr, zum „Altenklub“ zu werden.

Arbeitsteilig organisiert

Die Nachwuchsgewinnung bezeichnete er dann auch als Schwerpunkt der künftigen Arbeit. Aktuell zählen die „Freunde“ 278 Mitglieder. Angeregt wurde auf der Mitgliederversammlung, dass die Professoren an die Doktoranden herantreten sollten. Zudem sollte der Internetauftritt der „Freunde“ noch moderner gestaltet werden, um ihn für junge Leute interessanter zu machen. Auch Stephan Knorre will ehemalige Mitkommilitonen als Mitstreiter werben.

Der neue Vereinsvorsitzende, Prof. Diepenbrock, bedankte sich abschließend für das Vertrauen, dass ihm Mitglieder und Vorstand entgegengebracht hätten. Er habe den Staffelstab gern übernommen. Diepenbrock schlug vor, die Vorstandsarbeit künftig arbeitsteilig und aufgabenorientiert zu organisieren. Den Vorstandsmitgliedern komme hierbei die Rolle von Bindegliedern zu: Prof. Volkmar zum Institut, Dr. Nehring zum Berufsstand und Stephan Knorre zu den „jüngeren Jahrgängen“.

Eine seiner Hauptaufgaben sieht Diepenbrock selbst bei der Weiterentwicklung der Gesellschaft und insbesondere dem Ausbau der Mitgliederzahl. Die Zahl von durchschnittlich 100 Absolventen in den Agrar- und Ernährungswissenschaften in Halle pro Jahr stimme ihn hoffnungsfroh.    

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