Mit Verwaltung im Austausch

24.11.2014

© Dieter Kunze

Die Erntekrone des Bauernverbandes Nordharz überreichten Vorsitzender Wilfried Feuerstack und Geschäftsführer Jürgen Zywitzki an den Landrat des Landkreises Harz, Martin Skiebe (v. l.).

Beim Harzer Landwirtschaftsfest, der großen agraren Leistungsschau der Region, wollen Bauernverband und Landkreis auch künftig eng zusammenarbeiten. Traditionell wird alljährlich am letzten Sonntag im Juni zu der Gemeinschaftsveranstaltung in Reinstedt eingeladen. „Das ist eine Plattform für den Meinungsaustausch, und jüngere Menschen können einen Blick in die Praxis werfen“, sagte Landrat Martin Skiebe (CDU) bei der Übergabe der Erntekrone durch Vertreter des Bauernverbandes am Montag in Halberstadt.

Beim Landwirtschaftsfest sei moderne Landtechnik erlebbar, und die Angebotsvielfalt biete der ganzen Familie einen ereignisreichen Tag. Vor allem die Informationsmöglichkeiten für die Jugend hob der Landrat hervor.

Der Bauernverband Nordharz nutzt das Treffen mit dem Chef der Landkreisverwaltung, um ihn über die Ergebnisse des laufenden Jahres zu informieren und mit ihm über anstehende Fragen zu diskutieren.

Verbandsgeschäftsführer Jürgen Zywitzki bedauerte, dass das Landesprojekt „Grünes Erleben – Bauernhof als Klassenzimmer“ Mitte 2015 auslaufen soll. Bisher konnten die Schulen finanzielle Mittel beispielsweise für eine Busfahrt auf einen Bauernhof der Region beantragen und die Schüler dort einen informationsreichen Tag erleben. Künftig sei vorgesehen, so Zywitzki, dass die Bildungseinrichtungen für diese Form der Berufsorientierung zwar Geld bekommen, doch über den Einsatz selbst entscheiden können.

Zywitzki wies ferner auf die erfolgreiche Ausbildung von Jugendlichen in den Grünen Berufen in der Region hin. In diesem Jahr stehe mit Jessica Fiedler, die den Beruf Tierwirtin für Geflügelhaltung in der Bio Geflügelhof Deersheim GmbH & Co. KG erlernte, mit der Abschlussnote 1,0 an der Spitze der Absolventen des Jahrganges.

Ein Schwerpunkt des Gespräches waren auch die diesjährigen Ernteergebnisse. Auf rund der Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Harzkreis wird Weizen angebaut, es folgen Winterraps und Wintergerste. „Bei Wintergerste und Winterweizen liegen die Erträge den Schätzungen nach rund zehn Prozent über dem mehrjährigen Durchschnitt“, berichtete Verbandsvorsitzender Wilfried Feuerstack. Die Witterung sei anfangs optimal verlaufen, jedoch machte das feuchte Erntewetter im August die finanziellen Erwartungen zunichte. „Vor allem Qualitätsweizen wird bei uns angebaut, doch oft wurde daraus in diesem Jahr nur Futter“, so Feuerstack. Wie bei anderen Feldfrüchten auch sorgten die hohen Erntemengen für deutlich sinkende Preise. Die Landwirte hätten zusätzliche Kosten für Ernte und Trocknen des Getreides verkraften müssen.

Immer mehr bemerkbar machten sich zudem die Folgen der Sanktionspolitik im Russland-Konflikt. Bei Fleisch und Obst sinken die Preise. Bei Milch fehlten bald 25 Prozent Erlöse zur Kostendeckung. Dagegen stiegen die Futter- und Energiepreise.

„Wenn man andere Länder besucht und die dortigen kargen Böden gesehen hat, können wir stolz sein, in einer Vorzeigeregion zu wohnen und zu arbeiten“, gab der Verbandschef allerdings auch zu bedenken. Hier würden sowohl Nahrungsmittel wie auch Energie effektiv produziert.

Beide Seiten waren sich einig, dass künftig dem Flächenmanagement mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Werden Brachflächen umgenutzt, sollte dies als Ersatz- und Ausgleichsmaßnahme anerkannt werden. Landwirte seien eng an die Region gebunden und trügen zur regionalen Wertschöpfung bei. Mit diesem Bewusstsein sollte für mehr Berufsnachwuchs geworben werden, empfahl der Landrat abschließend. Über zielgerichtete Informationen zum künftigen Beruf müsse erreicht werden, Irrwege in der Ausbildung zu vermeiden und damit die Zahl der Berufsabbrecher zu vermindern.

Die in Ditfurt angefertigte Erntekrone soll auch in diesem Jahr wieder einen Ehrenplatz in einer Schule des Landkreises Harz erhalten.

Über 400 Mitglieder Der Bauernverband Nordharz hat 438 Mitglieder, darunter 293 in der Landwirtschaft tätige Gesellschafter. Die Verbandsmitglieder bewirtschaften rund 62 % der landwirtschaftlichen Fläche der Region. Insgesamt gibt es im Landkreis Harz 40 Milchviehbetriebe, 58 Mutterkuhbetriebe mit 18 000 Rindern sowie 53 Schweinemastbetriebe mit über 35 000 Tieren.

Umfrage: Ferkelkastration



Wie steht es um den Wissens- und Qualifikationsbedarf bezogen auf Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration?

Zur Umfrage

ANZEIGE

ANZEIGE

ANZEIGE

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr