Milchkontrolle bringt Nutzen

18.02.2015

© Detlef Finger

Horst Saage wurde auf der Hauptversammlung von den Delegierten für weitere drei Jahre in den Vorstand des LKV gewählt und von diesem im Amt des Vorsitzenden bestätigt.

Der Landeskontrollverband für Leistungs- und Qualitätsprüfung (LKV) feiert 2015 sein 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wird es am 5. Juni einen Tag der offenen Tür in der Hauptgeschäftsstelle mit dem Zentrallabor in Halle-Trotha geben. Auf das bevorstehende Jubiläum verwies LKV-Vorsitzender Horst Saage in Cobbelsdorf. Vor den Delegierten der Kontrollvereine und zahlreichen Gästen, darunter Agrarstaatssekretärin Anne-Marie Keding, zog Saage zusammen mit Geschäftsführer Dr. Lothar Döring auf der 25. Hauptversammlung Bilanz zum Milchkontrolljahr 2013/14.

Leistungsmäßig wurde dieses mit sehr guten Ergebnissen abgeschlossen. Die 122 000 geprüften Kühe (+3 000 zu 2012/13, 95 % Prüfdichte) aus 434 MLP-Betrieben (–8, ø 280 Kühe) gaben 9 200 kg Milch (+86 kg) mit 365 kg Fett und 313 kg Eiweiß.

Die Zahlen der Milchgüteprüfung können sich ebenfalls sehen lassen. Die vorselektierte Rohmilch wies pro ml im Mittel nur 15 000 Keime bzw. 228 000 Zellen auf und konnte damit zu 99,4 % in Güteklasse I an die Verarbeiter vermarktet werden.

Reserven bestehen nach wie vor bei der Eutergesundheit in den Herden. Die mittlere Zellzahl in der Rohmilch sank laut MLP leicht um 13 000 auf 287 000 pro ml. Und obgleich im Ranking der Abgangsursachen bei den Kühen Fruchtbarkeitsstörungen (18,6 % Anteil) die Euterprobleme (17,4 %) an der Spitze ablösten, verdeutlichen diese Zahlen dennoch den hier bestehenden Handlungsbedarf.

Untermauert wird dies durch die Effektivitätskennzahlen. Im LKV-Mittel liegt  bei den Kühen die Merzungsrate bei 32,5 %, die Nutzungsdauer bei 34,6 Monaten bzw. 2,6 Laktationen, die Lebensleistung bei 25 986 kg Milch und die Lebenseffektivität bei 13,9 kg Milch pro Lebenstag und Kuh. Hier gibt es keine wesentlichen Verbesserungen. Ein Teil der Betriebe erreicht die höheren Zielvorgaben, andere bleiben zurück.

Es gab aber auch Positives zu vermelden. So ist etwa die Zahl der 100 000‑Liter-Kühe hierzulande im letzten Kontrolljahr um 93 auf rund 700 gestiegen.

Einen Beitrag zur Verbesserung von Gesundheit und Robustheit der Kühe verspricht sich der LKV von der Erfassung entsprechender Parameter im Rahmen der Milchkontrolle, die vom Land über die Gemeinschaftsaufgabe (GAK) auch weiterhin gefördert wird. Darüber hinaus bietet der LKV diverse Schulungen und Beratungen an.

Unterstützung geben will hier auch der nationale Dachverband der LKV (DLQ) mit dem Programm MilchQPlus zur Optimierung der Eutergesundheit, das Aaron Brungs vorstellte.

Arbeitsschwerpunkte für den Landeskontrollverband im Jubiläumsjahr 2015 sind neben der Auswertung der Ergebnisse der Milchkontrolle zur Verbesserung der Eutergesundheit in den Herden u. a. das Erreichen einer höheren Untersuchungsdichte bei den Mastitisuntersuchungen, der Ausbau des Trächtigkeitstests bei Kühen und Ziegen sowie die weitere Etablierung der Tierseuchenvorsorge.

Turnusgemäß standen auf der Tagung Wahlen zum Vorstand an. Einstimmig wiedergewählt wurden in offener Abstimmung Horst Saage, Agrargenossenschaft Cobbelsdorf, Eberhard Stahr, Ostrauer Agrar GmbH, Ralf Götze, Agrargenossenschaft Uftrungen, und Rainer Schulze, GbR Schulze, Estedt. Horst Saage, der dem LKV seit 1993 vorsteht und auf Bitte seines Heimatkontrollvereins Elbaue noch einmal kandidierte, wurde danach als Vorsitzender bestätigt.

Bei der Begrüßung war der Verbandschef auf aktuelle Entwicklungen eingegangen, so auf die im ersten Halbjahr 2014 aus Erzeugersicht noch guten, danach aber deutlich gesunkenen Milchpreise, bei denen sich zunehmend spürbare Schwankungen einstellen. Saage verwies zudem auf das breite Dienstleistungsangebot des LKV und dessen Tochtergesellschaft ATS für die Landwirtschaft. Er verband dies mit einem herzlichen Dank an alle LKV-Mitarbeiter. Ebenso dankte der Vorsitzende dem Landwirtschaftsministerium und dem Amt für Landwirtschaft Altmark für die Förderung der Verbesserung der Gesundheit und Robustheit der Nutztiere bzw. die Unterstützung beim Umsetzen der neuen GAK-Richtlinie, des Weiteren auch allen Partnerverbänden und -institutionen für deren Einsatz.

Das Lob für die langjährige gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Agrarministerium erwiderte Staatssekretärin Keding nur allzu gern. An die Praktiker gerichtet sagte sie, die Landwirtschaft werde sich künftig noch stärker auf gesellschaftliche Forderungen einstellen müssen, weil sehr viele öffentliche Mittel in den Agrarsektor fließen. Andererseits habe sich gerade in der Tierhaltung in den letzten Jahren etliches zum Positiven verändert, auch weil die Landwirte in tiergerechte Haltungsverfahren investiert haben. Auch das müsse gegenüber der Gesellschaft viel stärker kommuniziert werden.

Keding verwies ferner auf den Strukturwandel in der Milchviehhaltung hierzulande. Von einst 917 Erzeugerbetrieben seien aktuell 490 verblieben. Seit 2007 seien dem Land drei Prozent der Milchquoten an andere Regionen verloren gegangen. Zu der mit Wegfall der Quotenregelung zu erwartenden noch stärkeren Volatilität der Milchpreise sagte die Staatssekretärin, künftig werde wohl eine betriebswirtschaftliche Betrachtung zur Rentabilität der Milchproduktion in längeren Zeiträumen erforderlich sein. Die Betriebe sollten sich daher beim Risikomanagement auf Preissicherungssysteme einstellen.

Keding informierte außerdem über die investive Förderung tiergerechter Haltungsverfahren in Sachsen-Anhalt, auch beim Milchvieh, sowie darüber, dass im Landeshaushalt in Weiterführung der Gemeinschaftsaufgabe mit den neuen Förderansätzen in den Jahren 2015 und 2016 ein gleichhohes Mittelvolumen zur Verbesserung der Gesundheit und Robustheit der Nutztiere bereitgestellt wird.

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