Mehr Geld für Biobauern

25.08.2014

© Heino Fersch

Der Anbau von Gemüse nach ökologischen Grundsätzen soll in Sachsen-Anhalt ab dem Jahr 2015 mit 415 €/ha gefördert werden.

Obwohl die EU in der kommenden Förderperiode insgesamt weniger Mittel zur Förderung des ländlichen Raums zur Verfügung stellt, wird das Land Sachsen-Anhalt den ökologischen Landbau insgesamt mit etwa 25 % mehr unterstützen als im vergangenen Förderzeitraum. Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens sagte dazu: „Wir möchten, dass der ökologische Landbau seine Stellung in Sachsen-Anhalt ausbaut. Das Marktumfeld ist hart und es gibt bundesweit die Tendenz, dass Ökobauern wieder zum konventionellen Anbau zurückkehren. Wir wollen Anreize setzen, dass dies nicht geschieht und setzen auf solides Wachstum.“ Der Anteil des ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlichen Nutzfläche beträgt in Sachsen-Anhalt rund 4,8 %.

Nach Angaben des Agrarressorts werden die Fördersätze für Ackerflächen im ökologischen Anbau auf 230 €/ha (bisher 200 €/ha) und für Grünland ebenfalls auf 230 €/ha (bisher 170 €/ha) erhöht. Für den Gemüseanbau werden zukünftig 415 €/ha (bisher 300 €/ha) und für Dauerkulturen 750 €/ha (bisher 700 €/ha) gezahlt. Auch der Zuschuss, den Ökobetriebe für die Teilnahme am Kontrollverfahren erhalten, wird von 40 €/ha auf 50 €/ha erhöht (maximal 600 € je Betrieb).

Insgesamt stehen hierzulande in der neuen Förderperiode für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen 267,8 Mio. € zur Verfügung. Die Förderung besonders umweltgerechter Produktionsverfahren in der Landwirtschaft ist ein wesentlicher Bestandteil der EU-Förderung des ländlichen Raums. Mit Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen werden zusätzliche freiwillige Leistungen in Bezug auf Umwelt-, Klima- und Naturschutz unterstützt, um Beeinträchtigungen von Boden, Wasser und Luft sowie der Biodiversität zu verringern. Der Schwerpunkt der Maßnahmen in Sachsen-Anhalt liegt dabei auf Maßnahmen zur Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt sowie der Vermeidung von Bodenerosion.

Bei der Teilnahme an Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen gehen Landwirte eine fünfjährige freiwillige Verpflichtung ein, bestimmte nachhaltige Bewirtschaftungsverfahren anzuwenden. Dabei entstehende Einkommensverluste soll die Förderung ausgleichen. Weitere neue Maßnahmen sind im Bereich des Anlegens von Strukturelementen auf Ackerflächen vorgesehen. Neben den mehrjährigen Blühstreifen werden zukünftig auch Blühstreifen mit einjährigen Blühmischungen auf wechselnden Flächen und Schonstreifen, die sich selbst begrünen, gefördert. Mit letztgenannter Maßnahme soll das vorhandene Samendepot im Boden aktiviert werden.

Mit der Förderung soll zum 1. Januar 2015 begonnen werden. Förderanträge können bis zum 30. Oktober 2014 bei den Ämtern für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten gestellt werden. Die notwendigen Antragsunterlagen sollen voraussichtlich ab dem 15. September 2014 im elektronischen Antragsverfahren „ELAISA“ bereitgestellt werden.

Mit den Antragsunterlagen werden auch die speziellen Förderrichtlinien zur Verfügung gestellt, die die Einzelheiten des Antrags-, Bewilligungs- und Kontrollverfahrens regeln. Entwürfe der Richtlinien werden in Kürze im Internet veröffentlicht.

Die für die Antragstellung zugelassenen Teilmaßnahmen und Details der Antragsunterlagen werden in einer Veranstaltung des Beraterseminars der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG) Anfang September 2014 in Bernburg vorgestellt.

Das Antragsverfahren wird vorbehaltlich der Zustimmung der EU-Kommission zum Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum (EPLR) des Landes Sachsen-Anhalt durchgeführt. Daher kann mit der Antragsstellung zunächst nur die Teilnahme an den Programmen gesichert werden.

Ein Großteil der Landwirte in Sachsen-Anhalt nimmt bereits an Agrarumweltmaßnahmen teil. Die dabei eingegangenen Verpflichtungen sind bis zum Ende des jeweiligen Verpflichtungszeitraumes zu erfüllen.

Die im Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum vorgesehenen Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen auf Acker- und Grünland einschließlich der Förderung des ökologischen Landbaus (siehe auch Tabelle) werden im Internet auf der Startseite des Agrarministeriums unter www.mlu.sachsen-anhalt.de im Einzelnen detailliert vorgestellt.

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