Leistungshüten: Gutes Ergebnis wiederholt

06.06.2014

© Detlef Finger

Die Teilnehmer des Leistungshütens der Auszubildenden in der Franzigmark: Sebastian Heidenreich, Mike Lindley, Florian Troska und Laura Trappschuh (v. l.) mit ihren Hütehunden.

Die Schäferlehrlinge haben am 22. Mai im Saalekreis traditionell die Saison der Hütewettbewerbe im Land eröffnet. Beim Leistungs- und Schulungshüten der Auszubildenden im Beruf Tierwirt/Fachrichtung Schafhaltung gingen vier Teilnehmer aus vier Bundesländern an den Start. Sie absolvieren derzeit allesamt im zweiten Lehrjahr ihre berufstheoretische Ausbildung an den Berufsbildenden Schulen des Saalekreises in Halle (siehe Kasten). Gastgeber für den Entscheid war wiederum das Landgut Krosigk. Dessen Schäfer, Martin, Christian und Michael Winz, waren in ebenso bewährter Weise für die gute Organisation zuständig.

Das Hütegelände in der Franzigmark bei Morl und die rund 350-köpfige Herde aus Schafen der Rasse Ile de France waren bestens vorbereitet. Zahlreiche Besucher, darunter aktive und ehemalige Schäfer sowie Familienangehörige und Freunde der Hüter, waren gekommen, um bei hochsommerlichen Temperaturen das Hüten zu verfolgen.

Drei Teilnehmer hüten mit nur einem Hund

Nach einem Vorhüten, bei dem Schäfermeister Martin Winz den Parcours samt der einzelnen Wettbewerbselemente vorstellte, hieß es für die Auszubildenden, dem Fachpublikum freiwillig ihr Können unter Beweis zu stellen. Schulleiter Lutz Lempens zollte den Jugendlichen für diesen Mut großen Respekt.

Als erste ging Laura Trappschuh ins Rennen. Die angehende Schäferin lernt im gastgebenden Landgut Krosigk. Die 18-Jährige aus dem sächsischen Lichtenberg zeigte mit ihren Altdeutschen Hütehunden, den Gelbbacken Lump und Minna, ein „sehr solides Hüten“, wie Punktrichter Siegfried Butzmann einschätzte. Sehr zufrieden zeigte sich der erfahrene Juror, der zusammen mit Gerhard Walker das Richterteam bildete, insbesondere mit dem engen und weiten Gehüt der Auszubildenden. Hier holte Laura neun von zehn möglichen Punkten.

Mit 44 von 55 möglichen Wertungspunkten für die eigene Hüteleistung legte Laura die Messlatte für ihre drei männlichen Konkurrenten sehr hoch, zumal sich auch ihre beiden Helfer mit 36 von 45 (Haupthund) bzw. 13 von 15 Zählern (Beihund) von ihrer besten Seite zeigten. Mit insgesamt 93 Punkten erreichte sie 81 % der Höchstpunktzahl von 115 Zählern, die mit zwei Hütehunden zu erreichen wäre.

Zweiter Hüter war Sebastian Heidenreich aus Mellrichstadt in Bayern. Er lernt in der Schäferei Ulenhof im niedersächsischen Rehden bei Schäfermeister Mathias Dreyer. Sebastian arbeitete mit einem Altdeutschen Hütehund. Beim Treiben zur Weide brach ihm die Herde ins Gelände aus, was erhebliche Punktabzüge und zudem Unsicherheit bei den nachfolgenden Elementen brachte. Der 20-Jährige kam schließlich auf 16, sein Hund auf 20 Punkte. Gemessen an den maximal 100 möglichen Punkten waren das 36 %.

Besser machte es Mike Lindley aus Dortmund als Dritter. Der 35-Jährige, der sich beruflich neu orientiert, lernt in der Schäferei von Franz Eikerman in Gangelt-Hohenbusch in Nordrhein-Westfalen. Unterstützt von seinem Border Collie zeigte er ebenfalls ein solides Hüten, das die Richter mit 31 bzw. 26 Punkten (57 %) honorierten.

Fehler kostenwertvolle Punkte

Florian Troska aus Dellin in Niedersachsen, der seine Lehre in der Schäferei von Klaus Seebürger im niedersächsischen Preten absolviert, hatte einen Altdeutschen Fuchs an seiner Seite. Der ungewohnte Hund weckte die Neugier der Schafe und ließ die Herde zügig aus dem Pferch kommen, doch marschierte diese an der Ecke zu den Gehüten auch bei ihm ins Gelände. Weil ihm dann auch das weite Gehüt  misslang, musste sich der 24-Jährige mit 34 Punkten
(14 + 18, 32 %) zufrieden geben.

Glücklich war am Ende Laura. Sie gewann ihr zweites Hüten (im Vorjahr blieb sie aufgrund von krankheitsbedingten Absagen ohne Konkurrenz) letztlich mit deutlichem Abstand. Laura bestätigte damit das sehr gute Abschneiden bei ihrer Premiere, als sie 94 Punkte (43/38/13) holte. Vielleicht tritt die zu Wochenbeginn 19 Jahre alt gewordene Auszubildende in diesem Jahr beim Hüttewettbewerb des Schäfervereins Mittleres Saaletal an. Man darf gespannt sein ...

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