Lehrwerkstatt Schwein: Fokus auf das Tierwohl

12.02.2014

© Manfred Weber

Ein Stallabteil im Abferkelbereich der Lehrwerkstatt ist nunmehr mit Bewegungsbuchten ausgerüstet, ein zweites soll folgen.

Nach zwölf Jahren Nutzung der Lehrwerkstatt Schwein an der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG) in Iden im Landkreis Stendal waren umfassende Sanierungsmaßnahmen notwendig. Inzwischen sind fast alle Arbeiten fertiggestellt; der normale Betrieb kann wieder anlaufen.

Neben der überbetrieblichen Ausbildung, die auch während des Umbaus durchgeführt wurde, ist es nun auch möglich, spezielle tierschutzrelevante Fragestellungen zu bearbeiten.

Praxisnahe Erprobung

Dies betrifft zunächst die Haltungsbedingungen der Sauen im Abferkelbereich. Von Verbraucherseite wird immer wieder die Haltung im Ferkelschutzkorb über die gesamte Säugeperiode angeprangert.

Bewegungsbuchten, in denen die Sauen nach der Geburt die Möglichkeit haben, sich innerhalb der Bucht frei zu bewegen, waren erstmals auf der letzten Eurotier in Hannover in den Fokus der Hersteller gerückt worden. Viele versprechen sich davon eine deutliche Steigerung der Tiergerechtheit und der Verbraucherakzeptanz.

Zur praxisnahen Erprobung, für die Versuchsanstalten bestens geeignet sind, wurde in Iden ein Abteil (ein zweites soll folgen) mit solcher Haltungstechnik ausgerüstet. Deren Vorteil besteht darin, dass sie vom Platzbedarf her in die normalen Abferkelbuchten (1,90 x 2,50 m) nachgerüstet werden könnte.

In Iden soll nun in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Tierhaltung und Nutztierökologie der Martin-Luther-Universität in Halle diese Technik auf Praktikabilität, Leistungsvermögen und Tierverhalten untersucht und ggf. verbessert werden. Erste Ergebnisse werden noch in diesem Jahr erwartet.

In einem zweiten Schwerpunkt wird der Frage des Schwanzkupierens nachgegangen. Dazu gibt es mittlerweile ein größeres gemeinsames Projekt mit der Tierseuchenkasse, dem Landesamt für Verbraucherschutz und der TH Hannover. Weitere Fragestellungen können jetzt auch wieder vor Ort in Iden bearbeitet werden.

Zwei weitere Schwerpunkte werden vom Dezernat Schweinehaltung bearbeitet. Zunächst ist dies die Frage der Ebermast, die in einem großen BLE-Verbundprojekt und verschiedenen Versuchen vor Ort eingehend behandelt wurde und noch wird. Entsprechende Ergebnisse wurden regional und überregional veröffentlicht und fließen in die DLG-Fütterungsempfehlungen ein.

Der letzte Punkt betrifft den Ersatz von importiertem GVO-Sojaschrot durch heimische Eiweißfuttermittel. Ein Thema, das von führenden Lebensmitteleinzelhandelsketten immer stärker in den Forderungskatalog aufgenommen wird. Hierzu liegen mittlerweile fundierte Ergebnisse vor, die in landesweite Empfehlungen eingeflossen sind.    

Versuchsberichte unter www.llfg.sachsen-anhalt.de

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