Landwirtschaftlicher Beratungsring Roßlau

20.09.2013

Die Akteure des Beratungsrings Roßlau: Dr. Volkmar Kiep, Steffen Ungar, „Gründungsvater“ Joachim Handt, Beratungsanwärterin Julia Prager, Cordula Horn, Vorsitzender Günther Fischer, Dr. Uwe-Mike Bode (v. l.). © Detlef Finger

Seinen 20. Geburtstag hat der Landwirtschaftliche Beratungsring Roßlau e. V. am 6. September gemeinsam mit Mitgliedern und Gästen am Sitz der Vereins auf dem Gelände der Roßlauer Burg gefeiert. Vorstandsvorsitzender Günther Fischer, früherer Vorstandschef der APH Hinsdorf eG, blickte zu Beginn auf die Anfänge zurück.


1993 fanden sich 32 Betriebe unterschiedlicher Rechtsformen – vom Nebenerwerbslandwirt bis zum Großbetrieb – zur Gründung des Ringes zusammen. In jener „Zeit der Ungewissheit“ sei Beratung absolut notwendig gewesen, insbesondere beim Erarbeiten der Entwicklungskonzepte für die Betriebe zur Vorlage bei den Banken, sagte Fischer.


Die Initialzündung für die schließlich am 15. Dezember 1993 erfolgte Ringgründung hätten personelle und strukturelle Entscheidungen der Landberatung Niedersachsen gegeben, die damals das Beratungsgeschehen im Land maßgeblich mitbestimmte und ihren Standort in Roßlau schließen wollte. Fischer dankte den Gründungsmitgliedern für ihren damals gezeigten Mut.

 

Steht auf festen Füßen


Heute steht der Beratungsring – im Übrigen der einzige seiner Art in Sachsen-Anhalt – auf festen eigenen Füßen, unterstrich Fischer, der zugleich die Bedeutung der finanziellen Förderung der Beratung durch das Land in den Anfangsjahren würdigte.


Der Ring zählt aktuell 210 Mitglieder, die zusammen rund 130 000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche und 55 000 Großvieheinheiten bewirtschaften. Damit verfügen die Berater Dr. Uwe-Mike Bode, Dr. Volkmar Kiep, Cordula Horn und Steffen Ungar über einen Datenpool, der im Land einmalig ist und auf großes Interesse von vielen Seiten – Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Banken etc. – stößt.

 

Dank an die Akteure

 

Agrarminister Dr. Hermann Onko Aeikens bestätigte in seinem Grußwort die Bedeutung dieser Daten für das Testbetriebsnetz in Sachsen-Anhalt. Er habe den Ring, der längst eine feste Größe in der Beraterlandschaft hierzulande sei, von Anfang an begleitet und sei erfreut über dessen gute Entwicklung. „Beratung ist in der Landwirtschaft ein bedeutender Produktionsfaktor“, betonte der Minister. Die Berater würden den Betriebsleitern mit ihrem Blick von außen beim Denken helfen. Aeikens dankte den Akteuren des Rings für ihre hervorragende Arbeit. Der Minister sieht die Beratung auch aktuell, etwa durch das Hochwasser, und zukünftig, z. B. durch die Agrarreform, vor großen Herausforderungen.


Abteilungsleiter Lothar Wadas überbrachte die Glückwünsche des Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt, Dessau. Er bescheinigte dem Ring eine gute Resonanz auf dessen Arbeit. Wadas lobte die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Ring und Amt, die durch die räumliche Nähe zueinander begünstigt werde. Auf verschiedenen Gebieten werde ein intensiver fachlicher Austausch gepflegt. Beispielhaft nannte er Investitionsförderung, sozioökonomische Beratung und Pflanzenschutz. Die vom Beratungsring regelmäßig durchgeführten Fortbildungsveranstaltungen zu Ackerschlagkartei und Betriebsvergleich seien wichtig für den Berufsstand.


Joachim Handt, der nach der Wende – kurz vor der eigenen Pensionierung stehend – die Beratung in Sachsen-Anhalt mit aufbaute, blickte auf die Schwierigkeiten in den Anfangsjahren bei der Wiedereinrichtung bzw. Umstrukturierung der landwirtschaftlichen Betriebe und die dabei an die Berater gestellten Anforderungen zurück. Der heute 87-Jährige konnte dabei so manche Anekdote erzählen. Der frühere Berater der Landberatung Niedersachsen und spätere „Gründungsvater“ des Roßlauer Beratungsringes, wie ihn Vorstandschef Fischer in der Geburtstagsfeierrunde begrüßte, bezeichnete den Berater als solchen überaus treffend als den „landwirtschaftlichen Hausarzt der Betriebe“.

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