Landschaftsschutzgebiet Altmärkische Wische

15.08.2014

© Quelle: Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt

Die Karte zeigt das Gebiet des geplanten Landschaftsschutzgebietes in der Wische.

Auf einer Gesamtfläche von über 21 200 Hektar mit überwiegend landwirtschaftlich genutztem Acker- und Grünland soll im Landkreis Stendal ein Landschaftsschutzgebiet „Altmärkische Wische“ ausgewiesen werden. Mit dem Ziel des Erhalts eines charakteristischen Landschaftsbildes sind damit auf unbestimmte Zeit Verbote verbunden, die eine sinnvolle Entwicklung der Landwirtschaft deutlich erschweren können. Neben einem strengen Bauverbot dürften z. B. auch keine Obstplantagen oder Wildgatter errichtet werden.

Selbst eine Gartenlaube, eine Garage oder ein Schwimmbecken dürften in einem Landschaftsschutzgebiet nicht mehr gebaut werden. Die Schutzgebietsausweisung trifft vor allem auch die Bodeneigentümer in den betroffenen Dörfern, die Abstriche im Verkehrswert ihrer Flächen hinnehmen müssen.

Bereits jetzt liegen 30 % der Landesfläche Sachsen-Anhalts in Landschaftsschutzgebieten. Hinzu kommen Flächen in Naturparks, Biosphärenreservaten und Naturschutzgebieten. Auch im Gebiet des neuauszuweisenden Landschaftsschutzgebietes liegen bereits drei FFH (Fauna-Flora-Habitate)- und ein Vogelschutzgebiet, in denen die Landwirtschaft die besondere Rücksichtnahme auf die Natur anerkennt. Ebenso sind prägende Landschaftsbestandteile wie Hecken oder Grünland bereits gesetzlich geschützt.

Eine darüber hinausgehende Unterschutzstellung lehnt der Bauernverband ab. In einem Schutzgebiet wirtschaftende Landwirte sind gegenüber Mitbewerbern benachteiligt. Zwar sind im vorliegenden Entwurf der Schutzgebietsausweisung keine Nutzungsbeschränkungen verankert, doch wird ­befürchtet, dass diese nachträglich auferlegt werden, wie neuerdings in anderen Ausweisungsverfahren vorge­sehen. Auch dass Ortschaften vom Schutzgebiet ausgenommen bleiben sollen, ist nur zum Teil beruhigend. Denn auch Bauten in Ortschaften, die durch ihre Größe und Bauart das Landschaftsbild prägen können, werden infrage gestellt. Ist etwa ein größer dimensioniertes Getreidelager notwendig oder der Ersatzneubau eines Gebäudes, wird das erfahrungsgemäß zum Problem. Ein Ausweichen auf Flächen außerhalb des Schutzgebietes ist aufgrund der Ausdehnung und der zurückzulegenden Wege nicht möglich. Zudem entspricht die derzeit freigelassene Gebietskulisse an den Orten nicht dem perspektivischen Bedarf.

Auf 149 321 Hektar LN wirtschaften im Landkreis Stendal über 600 Agrarbetriebe und beschäftigen mehr als 3 000 Mitarbeiter. Diese sorgen für weitere 22 000 Arbeitsplätze vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft, bei Futtermittellieferanten, Landmaschinenhändlern, Tierärzten oder Handwerksbetrieben. Der Landkreis Stendal und seine Einwohner profitieren vor allem von einer starken Ernährungswirtschaft, die ohne agrare Urproduktion nicht existieren könnte. Allein die Stendaler Landbäckerei, die Altmärker Fleisch- und Wurstwaren, die Milchwerke Mittelelbe und die Milk-Snack Productions GmbH Tangermünde haben zusammen über 1 600 Arbeitsplätze in direkter Abhängigkeit von Ackerbau und Nutztierhaltung.

Der Bauernverband appelliert an die Verantwortlichen, das Vorhaben abzubrechen. Angesichts der zu erwartenden negativen Auswirkungen auf Landwirtschaft und ländlichen Raum sollte man überlegen, ob man diese Verantwortung tragen kann und möchte.

Zurzeit initiiert der Kreisbauernverband Stendal eine Unterschriftensammlung unter Landwirten, ihren Mitarbeitern, Verpächtern und mit der Agrarbranche verbundenen Unternehmen. Betroffene Landwirte sind zur Beteiligung aufgerufen, um den politischen Entscheidungsträgern ihre Position deutlich zu machen. Auch Nichtmitglieder können sich für nähere Informationen in der Stendaler Geschäftsstelle melden: Tel. (0 39 31) 21 88 66, kbv_sdl@remove-this.lbv-sachsenanhalt.de

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