Kastenstandsbreiten in Sauenhaltung

04.01.2016

Kastenstand © Detlef Finger

Dähre. Der Schweinewirtschaftsverband Sachsen-Anhalt (SWV) hat kürzlich  Stellung zum Urteil des Oberverwaltungsgerichtes (OVG) Magdeburg zu Kastenständen in der Sauenhaltung  genommen. „Dieses Urteil bringt uns Schweinehalter nicht weiter“, sagte SWV-Vorsitzender Werner Gutzmer. Nach bisherigen Informationen des SWV berufe sich das OVG Magdeburg auf die dem Verband bekannten Tatsachen zur Unterbringung von Sauen in Kastenständen zum Zwecke der Besamung auf die Tierschutz-Nutzierhaltungsverordnung von 2007.

 

„Uns ist seit langem bekannt, dass der Verordnungstext nicht ausreichend nah den praktischen Gegebenheiten im Sauenstall entspricht“, sagte Gutzmer. Jeder Schweinehalter habe dazu seine eigenen Erfahrungen gemacht, auch lägen viele wissenschaftliche Untersuchungen vor, die zu einer zeitgemäßen tierschutzrelevanten Bewertung beitragen könnten. Dies alles habe das OVG jedoch scheinbar außer Acht gelassen.

 

Es bleibe ein schwieriges Thema, technische Ausrüstungen mit jedem Einzeltier in Einklang zu bringen. Der bisher geltende Grundsatz – die Größe des Tieres soll der Breite des Kastenstandes entsprechen – reicht nach Meinung des Verbandes nicht aus.

 

Das Wohlfühlempfinden eines Tieres könnten Landwirte aus ihrer Erfahrung heraus besser beurteilen, als es mancher Verwaltungsangestellter in Verordnungen beschreiben kann. Die Schweinehalter seien um mehr Tierwohl bemüht. Es sei aber nicht akzeptabel, dass auf Grundlage der im Vorjahr durchgeführten Kontrollen Sauenhalter ihre Produktion einstellen. Zusätzlich zu dieser Verunsicherung belaste die Schweinehalter eine außerordentlich komplizierte Ertragslage bei Ferkeln und Schlachttieren. Jeder Betrieb sei in dieser Situation in besonderem Maße gefordert. Die von der Politik inzwischen organisierte Unterstützung sei auf Dauer nicht ausreichend. Die Märkte müssten sich durch die Erweiterung von Exportmöglichkeiten wieder erholen können.

 

Der SWV sieht nunmehr in erster Linie die Landespolitik in der Pflicht. Alle neuen Erkenntnisse zum o.g. Thema müssten gemeinsam mit der Wirtschaft beraten werden, um praktikable Lösungen für die Schweinehalter zu erreichen. Rechtssicherheit und politische Verlässlichkeit seien für die Branche wichtig: „Wir brauchen Empfehlungen für das Handeln der Verwaltung auf kommunaler Ebene unseres Landes.“ Betriebliche Kontrollen sollten ein Geben und Nehmen sein. Die Landwirte seien dankbar für jeden akzeptablen Hinweis im Sinne des Tierschutzes.

 

Der Schweinewirtschaftsverband biete Agrarminister Aeikens einen „fairen konstruktiven Dialog“ zu allen Fragen der Schweinehaltung an. Aus mehreren Stützpunktberatungen der Schweinehalter im Land wisse man, dass die Bereitschaft vieler Kollegen dazu vorhanden ist. Außerdem sei die Fachkompetenz in der LLG in Iden gegeben, um praxistaugliche Lösungen zu erarbeiten. Die zurzeit herrschende Verunsicherung müsse schnell überwunden werden: „Wir wollen im Land weiter Schweine produzieren und dem Tierschutz dabei eine hohe Priorität einräumen“, so Gutzmer abschließend. „Der Verbraucher ist für uns Partner und kein Gegner.“

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