Jagd auf Wolf und Luchs

28.04.2014

© Detlef Finger

Die Jäger sind nicht prinzipiell gegen eine Wiederansiedlung des Wolfes, sie befürchten aber weiter reichende Probleme bei einer unkontrollierten Ausbreitung des Raubtiers in dichtbesiedelten Gebieten.

Die Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer in Sachsen-Anhalt warnt vor einer offensichtlich unkontrollierten Ausbreitung von Wölfen und Luchsen und fordert deshalb die Aufhebung des Schutzstatus des Wolfes und eine kontrollierte Bejagung beider Raubtierarten. In einer entsprechenden Petition macht die Arbeitsgemeinschaft deutlich, dass sie nicht gegen die Wiedereinbürgerung von Wölfen und Luchsen sei. Gegen eine vertretbare Wolfspopulation in dünn besiedelten Gebieten sei nichts einzuwenden, allerdings sähen breite Kreise der Bevölkerung die Euphorie von Umwelt- bzw. Naturschutzverbänden sehr kritisch, erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Karl-Friedrich Kaufmann.

Nutztierhalter sind stark verunsichert

Der Populationsdruck durch die zunehmende Zahl an Wolfsrudeln führe vor allen Dingen in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zu einer Verunsicherung, hauptsächlich bei Nutztierhaltern und in breiten Kreisen der Jägerschaft. Das absolute Unterschutzstellen der Wölfe könne nicht nachvollzogen werden und es sei nicht hinnehmbar, dass auftretende Schäden durch die Raubtiere aus Steuergeldern beglichen werden.

Die Verbreitung der Wölfe in dicht besiedelten Regionen scheint programmiert. Niemand könne aber heute sagen, wie das Verhalten der Rudel oder auch von Einzeltieren in diesen Gebieten geprägt werde. Der Eingriff durch die Wölfe in die Schalenwildbestände werde von den Jagdausübungsberechtigten und vor allen Dingen den Jagdrechtsinhabern (Bodeneigentümer) sehr kritisch gesehen.

Wildschäden in Feldflur nehmen zu

Das Sozialverhalten der Schalenwildarten wie Rot-, Muffel-, Dam- und Rehwild verändere sich zunehmend. Es komme zu Großrudelbildung. Die Auswirkungen zeigten sich in zunehmendem Maße durch den Anstieg der Wildschäden im Wald und auf den Feldern. Auch der Einfluss des Luchses auf die Schalenwildbestände, besonders auf das Muffelwild im Harz, zeige die gleichen Symptome. Dies seien Bestandsreduzierung, Bildung von Großrudeln und völlig neue Verhaltensmuster zur Lammzeit.

Es sei bekannt, dass in skandinavischen Ländern, im Baltikum, in Polen und in Russland der Wolf gezielt bejagt werden kann und auch die Bestände beim Luchs durch Fang oder Bejagung mit der Waffe reguliert werden.

Hierzulande seien kritische Stimmen aus Bürgerinitiativen, aus der Jägerschaft, von den Bodeneigentümern und den Bauernverbänden bisher nicht ernst genommen oder schlicht und ergreifend bewusst überhört worden. Eine Regulierung der sogenannten Neubürger bzw. wieder eingebürgerten Wildarten erscheine zwingend notwendig, sagte Kaufmann. Aus diesem Grund habe die Arbeitsgemeinschaft eine Petition verfasst und bitte um Unterstützerunterschriften von Bürgerinnen und Bürgern.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr