Herpesvirus in Rinderherde

20.01.2016

Mastbulle © Detlef Finger

Köthen/Scheuder. Eine Infektion mit dem Bovine Herpesvirus Typ 1 (BHV1) ist am 23. Dezember 2015 in einem Rindermastbetrieb in Scheuder im Landkreis Anhalt-Bitterfeld amtlich festgestellt worden. Die Kreisverwaltung informierte erst am 12. Januar über den Ausbruch der Tierkrankheit.


Sie hob dabei hervor, dass sowohl das Virus als auch die daraus resultierende Rindererkrankung für Menschen völlig ungefährlich seien. Das Virus sei auch nicht auf Menschen übertragbar.

 

In Absprache mit den zuständigen Behörden des Landes Sachsen-Anhalt habe der Amtstierarzt des Landkreises die Tötung (Schlachtung) der betroffenen Rinder bis Ende März 2016 verfügt. Es soll sich um insgesamt rund 750 Tiere handeln. Seit Feststellung des BHV1-Ausbruchs unterliege der Betrieb strengster amtlicher Kontrolle, vor allem um ein Übergreifen auf andere Rinderhaltungen zu verhindern, hieß es.

 

Da es sich bei dem Fall um eine behördlich angeordnete Tötung von Nutztieren handelt, besteht ein Anspruch des Halters auf Entschädigung gemäß Tiergesundheitsgesetz (TierGesG). Die Rinder können laut BHV1-Verordnung zur Schlachtung verbracht werden, das Fleisch der Tiere ist verkehrsfähig. Die anfallenden Schlachterlöse werden vom Entschädigungswert, der maßgeblich für die Leistungen der Tierseuchenkasse Sachsen-Anhalt ist, abgezogen.

 

Entgegen anderslautenden Meldungen von Tageszeitungen verliert das Land Sachsen-Anhalt seinen Status als anerkannt BHV1-freie Region, den es seit knapp einem Jahr hat, nicht. Wie das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Magdeburg informierte, werden die Bedingungen, die für diesen Status eingehalten sein müssen, neben EU-rechtlichen Vorgaben von der Weltorganisation für Tiergesundheit definiert. Danach müssen u. a. mindestens 99,8 % der Rinderherden in dem Gebiet frei von BHV 1 sein. Dies sei auch weiterhin erfüllt.

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