Grünes Wochenende in Iden

28.08.2017

© Detlef Finger

Zugpferde als Zugpferd für eine Veranstaltung: hier 2014 im Süden des Landes bei den Bundespflügermeisterschaften in Bad Dürrenberg.

Das Datum prägt sich leicht ein: Am 9. September findet auf dem Gelände der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) in Iden das nächste Grüne Wochenende statt. Nachdem vor zwei Jahren der Dampfpflug Aufhänger dieser Großveranstaltung war, stehen diesmal die Zugpferde im Mittelpunkt. Die Organisatoren rechnen mit knapp 30 Gespannen, vor allem Kaltblütern.


„Wir gehen quasi noch einen Schritt weiter zurück“, sagt Michael Dihlmann vom Oldtimerstammtisch Calberwisch. Nicht „nur“ moderne und historische Landtechnik werden im Kontrast dargestellt, sondern darüber hinaus das Zeitalter der Landwirtschaft mit den wortwörtlichen Pferdestärken als Antrieb. Niemand sonst passe dazu so gut wie der Landesverband Sachsen-Anhalt der Interessengemeinschaft (IG) Zugpferde. Er ist Hauptakteur der diesjährigen Veranstaltung, dazu das Idener Zentrum für Tierhaltung und Technik der LLG sowie der Verein zum Erhalt und zur Pflege altmärkischen Brauchtums mit Unterstützung des Oldtimerstammtischs Calberwisch.

 

Schwerpunkte stehen


Die IG Zugpferde kann bereits vier programmatische Schwerpunkte nennen: So wird der Ackerbau mit dem Fokus auf das Pflügen (außerdem Säen und Eggen) demons­triert, auch die Grünlandbewirtschaftung erfährt Beachtung. Mähen, Wenden, Schwaden: Diese Arbeiten, vollbracht durch die Muskelkraft der Pferde, sollen gezeigt werden. Ferner präsentieren Rosse und Reiter Tätigkeiten aus dem Bereich Forstwirtschaft, etwa das Holzrücken durch einen Parcours. Zu guter Letzt wird das Pferd als Transporthilfe betrachtet. Vom Acker- bis zum Gummi- oder Kremserwagen sollen die Gefährte vorgeführt werden. Für all dies braucht es Pferde, viele Pferde! Jürgen Böhm, der im Bundesvorstand der IG Zugpferde sitzt, rechnet mit bis zu 30 Gespannen, sprich 60 Pferden. Vornehmlich Kaltblüter, aber auch schwere Warmblüter und Ponys würden zum Einsatz kommen. Die Pferde sind von den Mitgliedern der Interessengemeinschaft, viele davon mit Großveranstaltungen vertraut, da sie öfter an Meisterschaften teilnehmen. So sollte in Iden also alles glatt gehen.


„Wir hätten uns aber nicht darauf eingelassen, wenn der Gesamtrahmen nicht so gut passen würde“, sagt Böhm. Der Gesamtrahmen, das ist die Landesanstalt Iden, wo man mit solchen Veranstaltungen Übung hat. Wo es Parkplätze, öffentliche Toiletten und ganz viel Platz gibt. Wo es sicher kein Problem ist, rechtzeitig und angrenzend eine Stoppelfläche und Grünland vorzuhalten. Während des vergangenen Grünen Wochenendes waren vielleicht sechs Gespanne von der Interessengemeinschaft mit von der Partie, „um ein bisschen was zu zeigen“. Die Vorführungen in diesem Jahr sind eine andere Hausnummer.

 

Fest nur am Sonnabend


Die Zugpferde sind Aufhänger der Veranstaltung, aber machen nicht das gesamte Programm aus. So ist wieder ein Umzug mit historischen Fahrzeugen geplant. Dieser erwies sich für den Auftakt der Veranstaltung als praktisch, „denn dann ist schlagartig Leben auf dem Gelände“, so Dihlmann. Historischer Feldtag, Teilemarkt der Oldtimerfreunde, offene Türen bei der Landesanstalt, im Buxarium und auch im Agraneum stehen ferner bereits auf dem Programm.
Das Grüne Wochenende 2017 wird de facto aber „nur“ ein Grüner Tag sein. Am Sonntag bleibt die LLG für Besucher geschlossen. Das liege laut Dihlmann schlicht und ergreifend daran, dass die An- und Abreise mit den Pferden ein größerer logistischer Aufwand sei. „Das ist anders schwer zu schaffen.“


Die Zugpferde würden genauso gut zum alten Idener Rittergut passen wie die Dampfpflüge. „Iden war ja jahrelang Zuchtstätte von Kaltblutpferden“, weiß Dihlmann. Und Pferde interessieren die Leute, ist sich der Biolandwirt sicher. Das heiße ja nicht, dass die Dampfloks nie wieder in die Wische kommen. „Ich hoffe nur, sie werden in Bayern gut gepflegt und es kommt kein neues, hinderndes Gesetz heraus.“ Für ­später.


2015 hatten die Organisatoren über das Dampfpflügen hinaus mit einem – geglückten – Weltrekordversuch im Schaudreschen Aufmerksamkeit erregt. Darüber hinaus wurde während der Veranstaltung das Agraneum feierlich eröffnet, eine Dauerausstellung von historischer Hof-, Stall- und Landtechnik.

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