Grüne Woche: Chance für die Kleinen

19.01.2015

© Detlef Finger

Juniorchefin Antje Brandt (l.) schenkte im Vorjahr am Messestand des Geflügelhofes Altenweddingen Kostproben von vier verschiedenen selbst hergestellten Eierlikören aus. In der Folge richtete der Direktvermarkterbetrieb aus der Börde sogar einen Online-Shop ein, um die große Nachfrage befriedigen zu können.

Ein Viertel der 82 Aussteller in der Sachsen-Anhalt-Halle 23b auf der 80. Internationalen Grünen Woche in Berlin sind landwirtschaftliche Direktvermarkter beziehungsweise Kleinproduzenten. „Dieses Segment der Ernährungswirtschaft findet immer mehr Aufmerksamkeit bei den Verbrauchern“, erklärte Agrarminister Dr. Hermann Onko Aeikens am Donnerstag vergangener Woche in Magdeburg.

Die Direktvermarkter seien die „Botschafter der landwirtschaftlichen Betriebe“, und sie stellten neben den großen starken Marken eine wichtige Bereicherung der Nahrungsmittelbranche dar. Landesweit gebe es etwa 200 direktvermarktende Betriebe.

Etwa gleich hoch sei die Zahl der zumeist mittelständischen Unternehmen der Ernährungswirtschaft hierzulande, rechnete Aeikens vor. Die Branche sei mit rund 20 000 Beschäftigten, einem Umsatz von fast 5,5 Mrd. € in den ersten drei Quartalen 2014 und einer Exportquote von gut 17 % ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Land.

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (AMG), Dr. Thomas Lange, stellte der Minister Medienvertretern den Auftritt des Landes auf der kommenden Grünen Woche vor. Wie Lange ergänzte, hätten nicht wenige dieser Kleinerzeuger nach der Vorstellung ihrer Produkte auf der weltgrößten Messe dieser Art volle Auftragsbücher. Selbst bundesweite Listungen im Lebensmitteleinzelhandel oder Exportverträge seien schon Ergebnis der Präsenz in der Länderhalle gewesen.

„Die Regionalität spielt eine wichtige Rolle“, betonten Lange und Aeikens übereinstimmend. Unterstützung erhalten die kleinen Unternehmen von den Landkreisen, die ihnen an ihren Gemeinschaftsständen einen Messeauftritt zu überschaubaren Kosten ermöglichen. Ein Beispiel für den Trend zu regionalen Erzeugnissen ist auch die Bierbranche: Neun in Sachsen-Anhalt ansässige Brauereien schenken in Halle 23b verschiedene Gerstensäfte aus. Das ist die bislang größte Anzahl.

Überhaupt wird es wie in den Vorjahren nach Aussagen von AMG-Chef Lange in Berlin wieder eine große Produktvielfalt und zahlreiche Neuheiten bei den heimischen Ausstellern geben. „Die Innovationskraft der Unternehmen ist hoch“, lobte er und verwies unter anderem auf neu entwickelte vegetarische und vegane Spezialitäten.


Große Produktvielfalt
Zu den heimischen Direktvermarktern und Kleinerzeugern, die sich auf der diesjährigen Grünen Woche vorstellen, gehören folgende Unternehmen:
Altenweddinger Geflügelhof; Bienenhof Hordorf; Bioedelpilze Altmark, Heeren; Brockenbauer Thielecke, Tanne; Cörmigker Käsekästchen; Geflügelhof Gentz, Parchen; Harzer Blasenwurst, Halle; Harzer-Fichtel GbR, Quedlinburg; Hermsmeyer´s Hof, Jahrstedt; Paradieshof Landfleischerei Wehr, Miesterhorst; Obstbrennerei Kuhlmann & Sohn, Loburg; Schafmilchkäserei Jaare, Lindau.

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