Forstwirtschaft in Natura-2000-Gebieten

12.04.2017

© Steffi Rohland

Eine Reihe wichtiger Themen standen zur Tagung des Waldbesitzerverbandes in Wickerode auf dem Programm. Rund 40 Privatwaldbesitzer aus ganz Sachsen-Anhalt berieten u. a. über den Inhalt der künftigen Landesverordnung für die Forstwirtschaft in den Natura-2000-Gebieten. Den aktuellen Stand erläuterte Thorsten Nothwehr von der Oldershausen HOFOS GmbH.


Bekanntermaßen muss das Land Sachsen-Anhalt die EU-konforme hoheitliche Sicherung aller Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebiete bis Ende 2018 erreichen. Das betrifft in Sachsen-Anhalt 265 Gebiete mit einer Fläche von rund 230 000 ha. Dafür müssen 175 Managementpläne erstellt werden. Gegenwärtig läuft das Anhörungsverfahren. „Besonders der Harz mit seinen Wäldern ist stark betroffen“, informierte Nothwehr.


So soll es künftig keine Laubholzernte mehr im Sommer geben. Das bemängeln die Forstleute stark, da die Rückebedingungen in der warmen Jahreszeit günstiger seien. Es darf durch die forstwirtschaftlichen Arbeiten auch zu keiner Verschlechterung kommen. Grundlage sind die ausgewiesenen Lebensraumtypen und die dafür typischen Gehölze. Bodenschäden durch eingesetzte Technik müssen auf ein Mindestmaß reduziert werden. Das hat eine Erweiterung des Abstandes der Rückegassen auf 40 m zur Folge.


Horst- und Höhlenbäume müssen geschont werden, ebenso ist keine Ganzbaum- und Vollbaum­ernte mehr gestattet. „Künftig müssen zahlreiche Anträge bei der Unteren Naturschutzbehörde gestellt werden“, so Nothwehr. „Das bedeutet natürlich einen hohen zeitlichen und personellen Aufwand für die Waldbesitzer.“


Ein wichtiges Thema wird der künftige Wegebau sein. So sollen neue Wirtschaftswege vermieden werden. Diese sind aus Sicht der Forstleute aber notwendig, um den Wald zu erschließen und auch lebenswichtig bei Unfällen.


Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Exkursion in den Raum Morungen. Hier erklärte Nothwehr vor Ort die Möglichkeiten und Grenzen der künftigen Forstwirtschaft in FFH-Gebieten.

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