Erntesaison für Kirschen hat begonnen

15.07.2014

© Detlef Finger

Der Landesverband Sächsisches Obst e. V., dem 86 Erzeugerbetriebe im Haupt- und Nebenerwerb mit zusammen 4 880 ha Obstfläche in Sachsen und Sachsen-Anhalt als Mitglieder angehören, hat am 19. Juni hierzulande die Kirschsaison eröffnet. Gastgeber der Veranstaltung war der Obsthof Hornemann in Altenweddingen.

Nach einem kleinen Programm von Erstklässlern der örtlichen Grundschule stellte Verbandschef Gerd Kalbitz in der Börde zunächst die Interessenvertretung kurz vor. Bei einem Organisationsgrad von gut 90 % in beiden Bundesländern ist sie die drittgrößte ihrer Art in Deutschland. Den Löwenanteil an der Obstfläche der Mitglieder machen Äpfel mit 63 % aus, gefolgt von Sauerkirschen (12 %), Erdbeeren (9 %) und Süßkirschen (7 %). Die gesamte Jahresproduktion der Verbandsbetriebe beträgt ca. 140 000 t Obst.

Länderübergreifend produzieren die im Verband organisierten Obstbauern auf 320 ha Süßkirschen. In diesem Jahr wird aufgrund der günstigen Bedingungen eine gute Ernte von insgesamt 1 800 t erwartet, sagte Vorstandsmitglied Phillipp Moser, Chef der sachsen-anhaltischen Landesgruppe im Verband. Davon entfallen zwei Drittel auf Sachsen-Anhalt, ein Drittel auf Sachsen. Bei den Sauerkirschen, bei denen die Ernteaussichten durch Fröste zur Blüte etwas getrübt sind, werden von den 558 ha Anbaufläche etwa 3 000 t Früchte erwartet. Hier steuern die heimischen Obstbauern nur ein Fünftel zu, den Rest liefern die Berufskollegen aus dem Freistaat.

Interessante Informationen und Tipps rund um die Kirsche gab es von der Sächsischen Blütenprinzessin Kathleen Goldammer. Nach Angaben des Verbandes liegt der Pro-Kopf-Verzehr in Deutschland bei 2,1 kg Kirschen, davon etwa ein Drittel Süßkirschen. Etwa 42 % der verkauften Süßkirschen stammen aus heimischem Anbau. Diese wurden zu ca. 23 % ab Hof sowie zu jeweils etwa 35 bis 36 % auf Wochenmärkten bzw. über den Lebensmitteleinzelhandel verkauft. Phillipp Moser verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass das Obst im Ab-Hof-Verkauf in der Regel günstiger sei; dennoch komme auf diesem Weg beim Erzeuger mehr an.

Sachsen-Anhalts Agrarstaatssekretärin Anne-Marie Keding lobte die länderübergreifenden Aktivitäten des Verbandes und dessen Einsatz für die speziellen Belange der Obstbauern. Auch die Vorstellung regionaler Erzeugerbetriebe bei derlei Veranstaltungen wertete sie positiv. Keding zufolge wird in Sachsen-Anhalt auf rund 1 700 ha Obst erzeugt, darunter auf 1 000 ha Äpfel und auf 350 ha Süßkirschen. Der Erwerbsobstbau konzentriert sich insbesondere auf den Süden des Landes, wo er auch landschaftsprägend sei, etwa rund um den Süßen See.

56 Betriebe verfügten über mehr als 5 ha Obstfläche, die Durchschnittsgröße liege bei 30 ha. Daneben gebe es viele kleinere Betriebe, die statistisch aber nicht mehr erfasst würden. Den Obstbau bezeichnete die Staatssekretärin als „zukunftsträchtigen Erwerbszweig“, der durch das Land und die Agrarmarketinggesellschaft unterstützt werde, etwa über die Investitions- und Absatzförderung.

Getrübt werden die Zukunftsaussichten der Obstbauern indes durch die Einführung des Mindestlohns. „Das wird einen Einbruch in der heimischen Obstproduktion zur Folge haben“, prognostizierte Verbandschef Kalbitz.    

www.obstbau-sachsen-anhalt.de

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