Dürrefolgen und Düngeverordnung

31.07.2018

© Sabine Rübensaat

Magdeburg. Umwelt- und Agrarministerin Claudia Dalbert hat mit Blick auf die neue Düngeverordnung (DüV) den Landwirten hierzulande ein vereinfachtes Verfahren zur Berücksichtigung von Ernteausfällen wegen Trockenheit in der Nährstoffbilanzierung in Aussicht gestellt. Wie das Agrarressort mitteilte, können Mindererträge bzw. Ertragsausfälle aufgrund der Dürre dazu führen, dass der Stickstoffbilanzsaldo eines Betriebes deutlich höher ausfällt als geplant, weil den Flächen zwar Nährstoffe zugeführt wurden, jedoch kaum Ertrag realisiert wird und damit keine oder eine nur sehr geringe Abfuhr von Nährstoffen erfolgt.

 

Formblatt bei der LLG

 

Die Ministerin sagte, die Düngeverordnung gebe die Möglichkeit, die Trockenheit bei der Erstellung der Nährstoffbilanz zu berücksichtigen. Dazu sei bisher eine Abstimmung mit dem Landkreis notwendig gewesen. Dalbert: „Wir machen das jetzt ganz unbürokratisch: Die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) wird ein entsprechendes Formblatt bereitstellen, das die Landwirte einfach nutzen können. Eine Abstimmung mit dem Landkreis oder der kreisfreien Stadt ist dann nicht mehr notwendig. Ich hoffe, dass wir unseren Landwirtinnen und Landwirten damit ein wenig unter die Arme greifen können.“

 

Gemäß Düngeverordnung (§ 8 Absatz 5) ist es möglich, aufgrund nicht zu vertretender Ernteausfälle unvermeidliche Verluste bzw. erforderliche Zuschläge beim Erstellen des Nährstoffvergleiches zu berücksichtigen. Allerdings ist dafür normalerweise die vorherige Abstimmung mit der nach Landesrecht zuständigen Stelle (Landkreis, kreisfreie Stadt) nötig.

 

Nur für Stickstoff gültig

 

Vor dem Hintergrund der landesweiten Betroffenheit durch die extreme Dürre und deren erheblichen Auswirkungen auf die Erträge fast aller Kulturen werde – auch bei Feldbränden – die Berücksichtigung unvermeidlicher Verluste durch den Betriebsinhaber „bei der Erstellung des jährlichen betrieblichen Nährstoffvergleichs für Stickstoff aufgrund nicht zu vertretender Ertragsausfälle, die wegen Trockenheit oder Feldbränden ausschließlich im Erntejahr 2018 auftreten und um mehr als 20 % vom bei der Düngebedarfsermittlung verwendeten betrieblichen Ertragsniveau der Kultur abweichen, gemäß § 8 Absatz 5 Düngeverordnung zugelassen, so das Ministerium. Für Phosphor gelte diese Verfahrensweise grundsätzlich nicht.

 

Formblatt für die Berechnung der unvermeidbaren N-Verluste bei der Nährstoffbilanzierung 2018 auf der Internetseite der LLG unter https://llg.sachsen-anhalt.de/aktuelles/

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