Der Teufel steckt im Detail

12.09.2014

© Sabine Rübensaat

Blühstreifen, Schonstreifen bzw. Pufferstreifen – für die Landwirte wird es künftig noch komplizierter.

Neun Informationsveranstaltungen für Landwirte zur Umsetzung der Reform der gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) ab 2015, zum diesjährigen Herbstantragsverfahren für die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) sowie zum Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) für die Jahre 2014 bis 2020 haben in dieser Woche landesweit in den Zuständigkeitsbereichen der vier Ämter für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ÄLFF) stattgefunden. Am Montag wird es noch eine zehnte Tagung in Dessau für die Praktiker geben.

Bereits in der Vorwoche hatte das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt (MLU) an der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG) in Bernburg-Strenzfeld die landwirtschaftlichen Berater über den neuesten Stand der Dinge informiert. Interessierte Landwirte finden stetig aktualisierte Informationen dazu, einschließlich eines Rechners für die ökologischen Vorrangflächen und eines Frage-Antworten-Katalogs (FAQ), im Internet (siehe unten). Dort sind auch die Vorträge zur Veranstaltung des Beraterseminars eingestellt.

Kurze Antragsfrist

Über den rechtlichen Rahmen für die landwirtschaftlichen Direktzahlungen und Cross-Compliance (CC) sowie das Greening der Agrarzahlungen informierte Thorsten Stier vom MLU. Nach seinen Aussagen läuft die Umsetzung der EU-Rechtsgrundlagen und Durchführungsverordnungen auf nationaler Ebene „auf Hochtouren“. Die meisten Verordnungen lägen inzwischen zumindest als Entwürfe vor, befänden sich teilweise allerdings noch im Bundesratsverfahren.

Die neuen Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen ab 2015, einschließlich Ökolandbau, waren Gegenstand des Vortrages von MLU-Referatsleiter Dr. Jörg Fenchel (siehe Ausgabe 34, S. 14).

Details zum Herbstantrag 2014 für die AUKM im Rahmen des elektronischen Agrarantrages in Sachsen-Anhalt (ELAISA) zeigte Norbert Lühe, MLU, auf. Die Online-Beantragung ist demnach mit der Freischaltung des Programmes ab 15. September nach erfolgtem Update möglich, Antragsschluss ist der 30. Oktober 2014. Die Anträge sollen im November in den Ämtern bearbeitet und die Bewilligungen bis Ende Dezember ausgesprochen werden, sagte Lühe zum ehrgeizigen Zeitplan.

Urs Jäger, Landesamt für Umweltschutz (LAU), zeigte danach die Erwartungen des Naturschutzes an die landwirtschaftliche Beratung auf. Vor allem gehe es um die Einflussnahme der Spezialisten auf die Betriebe. Jäger warb für die Beachtung naturschutzfachlicher Vorgaben und ferner darum, Konflikte nach Möglichkeit zu vermeiden.

Volker Rost, MLU, ließ dann Rückblick und Ausblick auf die Agrarinvestitionsförderung in Sachsen-Anhalt folgen. Im Zeitraum 2007 bis 2013 sind im Land demnach über das AFP für 759 Vorhaben mit einem förderfähigen Investitionsvolumen von 299,4 Mio. € Zuschüsse in Höhe von 82,25 Mio. € bewilligt worden. In der Periode 2000 bis 2006 waren es 1 518 Bewilligungen (einschließlich damaliger Landesprogramme) über insgesamt 96,8 Mio. € Zuschüsse für Vorhaben mit 271 Mio. € förderfähigem Investitionsvolumen. Schwerpunkt der Investitionen in der zurückliegenden Förderperiode waren Investitionen in die Tierproduktion und insbesondere in die Rinderhaltung.

Neues AFP läuft an

Das neue Bewilligungsverfahren zum AFP soll auf alter Grundlage fortgeführt werden und Ende Oktober 2014 beginnen. Die landesspezifischen Regelungen seien in Anhörungen mit den Verbänden abgestimmt worden. Der Richtlinienentwurf stehe jetzt, er soll noch im September veröffentlicht werden. Noch aus stehe u. a. die Mitzeichnung durch Finanzministerium und Landesrechnungshof. Bis 2020 stünden im Land rund 51 Mio. €, darunter 37 Mio. € ELER-Mittel, bereit. Zum AFP sei noch eine extra Informationsveranstaltung geplant, kündigte Rost an.

Sandra Mann, Hochschule Anhalt, informierte abschließend über die Ergebnisse eines Gemeinschaftsprojektes mit der LLFG zur Anlage und Pflege von mehrjährigen Blühstreifen und Blühflächen. Geplant sei, diese als Handlungsempfehlungen in Broschürenform den Landwirten an die Hand zu geben.
   
Detaillierte Infos unter www.invekos.sachsen-anhalt.de oder www.elaisa.sachsen-anhalt.de.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr