Boden erneut teurer

15.01.2016

© Detlef Finger

Bei Bodenpreisen und Pachtzinsen für landwirtschaftliche Flächen gibt es in Sachsen-Anhalt schon seit Jahren scheinbar kein Halten mehr.

Die Kaufpreise und Pachtzinsen für landwirtschaftliche Flächen in Sachsen-Anhalt, die von der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) privatisiert bzw. vergeben werden, sind auch im vergangenen Jahr wieder deutlich angestiegen. Allerdings hat sich die Teuerung im Vorjahr etwas abgeschwächt.


Wie auf der Jahresbilanzpressekonferenz der BVVG in Berlin bekannt wurde, kletterte der durchschnittliche Kaufpreis für Acker- und Grünland 2015 bei Verkehrswertverkäufen hierzulande gegenüber 2014 von 23 361 €/ha auf 25 179 €/ha. Das ist ein Anstieg um 1 818 €/ha bzw. fast acht Prozent. Im Jahr 2014 war der Preisanstieg mit 4 004 €/ha oder 21 % noch mehr als doppelt so hoch ausgefallen. Von 2012 (17 392 €/ha) zu 2013 (19 356 €/ha) verteuerte sich Agrarland von der BVVG um rund 2 000 €/ha oder elf Prozent.


Damit verzeichnet Sachsen-Anhalt weiterhin die höchsten Kaufwerte für landwirtschaftliche Flächen im Osten, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit aktuell 23 359 €/ha. Der mittlere Pachtpreis für BVVG-Flächen erhöhte sich zwischen Altmark und Burgenlandkreis gegenüber 2014 von 467 €/ha auf 505 €/ha. Auch hier liegt Sachsen-Anhalt an der Spitze in Ostdeutschland.


Die BVVG-Niederlassungen Magdeburg und Halle haben im vorigen Jahr landesweit 4 500 ha Landwirtschaftsfläche und 500 ha Wald sowie 200 ha sogenannte Umwidmungsflächen verkauft.


Agrarland wurde überwiegend direkt zum Marktwert an berechtigte Pächter veräußert, desweiteren bedingungsfrei oder beschränkt (für arbeitsintensive Betriebe und Junglandwirte) zum Kauf bzw. alternativ zur Pacht ausgeschrieben. Daneben ging Land in geringerem Umfang nach dem 2. Flächenerwerbsänderungsgesetz an Alteigentümer. Zum Jahreswechsel 2015/2016 waren in Sachsen-Anhalt noch 37 000 ha BVVG-Agrarfläche verpachtet. Außerdem sind noch 1 500 ha Wald im Land zu privatisieren.


Die beiden hiesigen BVVG-Filialen erlösten 2015 mit ihren Verkäufen und Pachteinnahmen 132 Mio. Euro. Für dieses Jahr ist ein Gesamterlös von 68 Mio. Euro geplant, hieß es in Berlin. Vorgesehen sei, 1 900 ha Landwirtschaftsfläche sowie jeweils 100 ha Wald und Umwidmungsfläche zu verkaufen.  Dieses Ergebnis muss die nunmehrige BVVG-Landesniederlassung Magdeburg allein erwirtschaften. Die Hallenser Filiale wurde aus Gründen der strukturellen Anpassung an den im Ergebnis der Privatisierung zurückgegangenen Flächenbestand zum Jahresende 2015 geschlossen.

 

Mehr zur Bilanz in der BauernZeitung Ausgabe 2 auf der Seite 21.

Themen: BVVG, Boden, Preise, Verkauf

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