Bewährtes System

28.10.2014

© Sabine Rübensaat

Der Vergabesystem bei Pachtanträgen der Evangelischen Kirche hat sich bewährt.

Das Vergabesystem für Landwirtschaftsflächen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat sich nach Ansicht des Deutschen Bauernbundes bewährt. Wie der DBB nach einem Gespräch mit Vertretern des zuständigen Referates beim Landeskirchenamt mitteilte, erfolge die Verpachtung in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Teilen Brandenburgs nach bestimmten Kriterien auf Grundlage eines Punktesystems, an deren Entwicklung der Bauernbund seinerzeit mitgewirkt habe.


Dank der Landessynode werde dies seit 2012 auch veröffentlicht (www.kirchengrundstuecke.de). Das habe wesentlich dazu beigetragen, dass Mutmaßungen und Spekulationen über die Art und Weise der Verpachtung reduziert werden konnten.


Der Bauernbund habe insbesondere die Überprüfung der Kirchenmitgliedschaft bei juristischen Personen gefordert. Durch die Einführung der sogenannten 50-Prozent-Regelung müsse heute mindestens die Hälfte der Betriebsleiter und Dauerbeschäftigten eine Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche nachweisen, um an dieser Stelle die Höchstpunktzahl für die Bewertung zu erreichen.


Nach Aussage des Landeskirchenamtes sollen künftig die örtlichen Kirchgemeinden seitens der ausführenden Kreiskirchenämter noch stärker in den Informationsfluss eingebunden werden. Zusätzlich zur Benachrichtigung über die Einleitung des Verfahrens sollen jene auch über jede Vergabeentscheidung vorab informiert werden, um so die Gelegenheit zu erhalten, alle ihr wichtigen Aspekte für eine Pachtempfehlung vorbringen zu können.


Eine erneute Evaluierung des Vergabesystems werde im Jahr 2016 erfolgen. Der DBB sprach sich dafür aus, Auswahlkriterien und Punktesystem grundlegend in der jetzigen Form beizubehalten. Hingegen sehe man für eigene kirchliche Kontrollen der Bodengüte keine Notwendigkeit, da das staatliche Kontrollsystem gegenüber den Landwirten ausreichend ist, um die Einhaltung der ohnehin strengen Auflagen der EU an dieser Stelle zu gewährleisten. Die von einigen berufsständischen Gruppierungen geforderte besondere Würdigung des ökologischen Anbaues und der Existenzgründung sollte im Rahmen des Kriteriums „soziale Aspekte“ berücksichtigt werden.


Abschließend hieß es, in der EKM sei ein Vergabesystem geschaffen worden, welches transparent und durch die kirchliche Verwaltung gut zu handhaben sei. Es wäre wünschenswert, so der DBB, wenn dieses Verfahren auch in anderen Landeskirchen zur Anwendung käme.

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