Beste alte Kuh wird „Miss RSA“

12.12.2013

Bildautor: © Detlef Finger

Züchter Jörg Schröter aus Tilleda im Südharz präsentiert gemeinsam mit seinem Sohn Pascal (r.) die beste alte Kuh und zugleich die Gesamtsiegerin der Schau, Roxanne v. Stormatic, im Ring.

Einen eindrucksvollen Beweis ihres züchterischen Könnens lieferten die Beschicker der 23. Nikolausveranstaltung des Rinderzuchtverbandes Sachsen-Anhalt in der Viehhalle des RSA-Zucht- und Vermarktungszentrums in Bismark. Auf der Landesschau präsentierten mehr als 30 Zuchtbetriebe über 90 Färsen und Kühe im Ring. Dass die Schau nach dem Aus der Kooperation mit der Weser-Ems-Union (WEU) allein von RSA-Mitgliedern beschickt wurde, tat dem keinen Abbruch: „Die Qualität der Tiere ist hervorragend“, bescheinigte Preisrichter Henrik Wille, Landwirt in Herbergen (Südoldenburg/WEU), den hiesigen Kollegen. In gewohnt toller Atmosphäre und vor voll besetzten Zuschauerrängen richtete der 33-Jährige insgesamt elf Kuhklassen.

Vier Nachzuchten

Die Schau begann auch gleich mit einem Paukenschlag: Mit vier Töchtergruppen – von Baldosi, Paston, Toscano und Van Gogh – wurden dem Publikum so viele Nachzuchten wie nie zuvor vorgestellt. Die letzteren beiden Bullen verkörpern immerhin die Nummern drei bzw. eins der Topliste der besten Exterieur-Vererber in Deutschland!

Preisrichter Wille, der von „Ring-Man“ Torben Melbaum, ebenfalls WEU, assistiert wurde,  richtete die Klassen souverän.  Er sparte dabei nicht mit Lob. „Komplette Färse“, „bestechende Erscheinung“, „überzeugende Qualität“, „perfekte Ausstrahlung“, „grandiose Kuh“, „imposantes Tier“, „klare Siegerin“ oder „extrem im Typ stehend“ waren nur einige der Attribute, die er den Besten der Klassen zusprach (siehe Kasten S. 15). Willes klare und überzeugend begründete Entscheidungen honorierte das fachkundige Publikum immer wieder mit Applaus. Agrarminister Hermann Onko Aeikens sagte, der Verband und seine Züchter könnten stolz auf die erreichten Zuchterfolge sein. Diesem Urteil schlossen sich auch die anwesenden Vertreter der Rinderzucht Mecklenburg-Vorpommern (RMV) an.

Stets ein Höhepunkt war die Ermittlung der Rubriksieger. Bei den jungen Kühen stellte der Juror die Zenith-Tochter Toronto aus der GbR Volber/Reboné aus Schenkenhorst ganz nach vorn. Der Reservesieg bei den erstlaktierenden Färsen ging an die Van Gogh-Tochter Gausi aus der Deutsch/Kersten GbR in Rochau. Dahinter platzierte sich Minou v. Alexander aus der Braune GbR in Schönwalde.

Den Endring der mittleren Kuhklassen entschied die Sanchez-Tochter Honolulu aus der GbR von Petra und Peter Schuchmann in Schwarzholz für sich. Reservesiegerin der Zweitkalbskühe wurde die hinter Honolulu in Klasse 8 Ib-rangierte Illionois v. Jeeves aus der Kersten GbR in Eversdorf. Lobende Erwähnung fand hier die Cassano-Tochter Sinara aus der GbR Mertens in Möllendorf.

In der Königsklasse der alten Kühe setzte sich die Stormatic-Tochter Roxanne vom Landwirtschaftsbetrieb Schröter in Tilleda in überzeugender Manier gegen ihre Stallgefährtin, Indiana v. Cassano, und die Jannsen-Tochter Montana aus der Braune GbR in Schönwalde durch.Die Auswahl der besten Kuh aus dem RSA-Premiumsegment (Töchter von geprüften RSA-Bullen) entschied die Reservesiegerin der jungen Klassen, Gausi v. Van Gogh aus der GbR Mertens in Möllendorf, für sich. Dahinter rangierte Wille die in ihrer Klasse Ia-prämierte Toscano-Tochter Themse aus der Agrarerzeugergemeinschaft Pretzier ein, vor der ebenfalls Ia-platzierten Montana v. Jannsen der Braune GbR, Schönwalde.

Verdienter Erfolg

Das absolute Highlight des Abends war die Kür der „Miss RSA 2013“. Gesamtsiegerin über alle Rubriken hinweg und damit Grand Champion wurde die beste alte Kuh, Roxanne v. Stormatic, aus dem Zuchtbetrieb Schröter in Tilleda. „Eine ungemein beeindruckende, phantastische alte Kuh“, sagte Preisrichter Henrik Wille, der Roxanne in ihrer Klasse bereits bescheinigt hatte, „sie ist ganz klar die Spitze und könnte auch in jeder jüngeren Kuhklasse bestehen“.

Der Sieg der Südharzer Zuchtstätte, die mit ihren insgesamt zehn Tieren den längsten Anfahrtsweg (rund 200 km!) hatte, war insofern wohl verdient, als Züchter Jörg Schröter allein im Endring der alten Kühe mit drei Tieren vertreten war und hier einen Doppelerfolg landete.
Der Schau vorangegangen war der 16. Landesjungzüchterwettbewerb, dem sich 21 Teilnehmer in vier Altersklassen stellten. Der Jungzüchterarbeit zugute kommt der Erlös der Tombola der Nikolausveranstaltung, deren Hauptgewinn ein Kuhkalb von Van Gogh aus der Lenz GbR in Schinne war.

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