Berichterstattung zur Landwirtschaft des MDR

18.11.2014

© Detlef Finger

Zur Landwirtschaft finden sich im Durchschnitt knapp zwei Meldungen pro Tag in den Sendungen des MDR.

Der Deutsche Bauernbund (DBB) hat in einer Studie die Berichterstattung des Fernsehens des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) zur Landwirtschaft analysiert. Hintergrund seien Vorwürfe gewesen, dass die Berichterstattung gerade bezüglich von Umwelteinflüssen und Tierwohlaspekten einseitig sei und die Landwirtschaft stellenweise in den Medien als „Buhmann“ verunglimpft werden würde, so der Verband in einer Presseinformation.

 

Darin heißt es weiter, die durchgeführte Analyse von Beiträgen der Regionalprogramme Magdeburg, Dresden und Erfurt sowie der überregionalen Berichterstattung aus der Zentrale des MDR in Leipzig über die Landwirtschaft habe ein völlig anderes Bild zu Tage gebracht.

 

Danach befassten sich täglich im Durchschnitt 1,7 Meldungen in den unterschiedlichsten Sendungen (Nachrichten, Journale, Dokumentationen) mit den Problemen der Landwirtschaft in Mitteldeutschland. Bei der Hälfte der untersuchten Beiträge habe es sich um allgemeine Berichte zur Situation in landwirtschaftlichen Betrieben gehandelt; bei jeweils etwa 15 % sei auf wirtschaftliche Probleme bzw. Missstände hingewiesen worden, zwölf Prozent seien „Katastrophenmeldungen“ gewesen. Die landwirtschaftlichen Berufsverbände fänden im Einzelnen nur sehr wenig Erwähnung.

 

Insgesamt trage damit die Berichterstattung nach Auffassung des DBB sehr wohl der wirtschaftlichen, sozialen und umweltspezifischen Komponente der Landwirtschaft Rechnung. Natürlich ließen sich bestimmte Probleme nicht schönreden und müsse die Bevölkerung über Gefahren z. B. durch Seuchen auch zeitnah informiert werden. Für den Verband erfreulich sei die Tatsache, dass die früher in den Sendungen zu verzeichnende mehr oder weniger einseitige Orientierung auf die LPG-Nachfolgebetriebe sich inzwischen den tatsächlichen Verhältnissen in der ostdeutschen Landwirtschaft angepasst habe und nun zunehmend der Fakt Berücksichtigung finde, dass mehr als die Hälfte der agraren Nutzfläche in den neuen Ländern mittlerweile von Bauern in Einzelunternehmen oder Personengesellschaften bewirtschaftet wird.

 

DBB-Präsident Kurt-Henning Klamroth erläuterte die Auswertung der Studie in einem Gespräch mit MDR-Intendantin Prof. Dr. Karola Wille und Chefredakteur Stefan Raue. Man sei sich einig gewesen, so der Verband, dass zu bestimmten agrarpolitischen Schwerpunkten und Sachthemenkomplexen der unabhängige Fachjournalismus weiter zu stärken ist. Vereinbart worden sei, in regelmäßigen Abständen die Problematik mit den Journalisten in Hintergrundgesprächen tiefgreifend zu erläutern.

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