Bauernverband Börde

27.03.2015

© Christian Apprecht

Zum Bauerntag zeichnete Kreisvorsitzender Urban Jülich die Agrargenossenschaft Hamersleben, vertreten durch Sascha Blaik, als Ausbildungsbetrieb des Jahres im Bördekreis aus. Es gratulierten Katharina Elwert, Hauptgeschäftsführerin des Landesbauernverbandes, und Ronald Westphal (v. l.).

Zur Mitgliederversammlung des Bauernverbandes Börde in der Agro Bördegrün GmbH & Co. KG in Niederndodeleben befasste sich Urban Jülich mit den im Vorjahr erzielten politischen Erfolgen. Der Kreisvorsitzende bedankte sich beim anwesenden Landesminister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Hermann Onko Aeikens, für dessen Engagement im Zuge der Agrarreform. Die erreichten Kompromisse, die Verhinderung einer Zwangsstilllegung innerhalb des Greenings und der reduzierte Anteil Greeningfläche gegenüber den ersten Kommissionsvorschlägen, der höhere Anrechnungsquotient für Leguminosen, die Abmilderung der Umverteilung der Direktzahlungen zwischen den EU-Staaten und Bundesländern, die Verhinderung der Kappung und der Wegfall der Modulation, seien ein gemeinsamer Erfolg, sagte der Kreisvorsitzende. Erfolgreich gewesen sei auch die Petition des Bauernverbandes zum gesetzlich verankerten Flächenschutz Anfang des Jahres 2012. Noch habe sich die Politik in diesem Thema nicht bewegt. Deshalb habe der Bauernverband Börde die Initiative ergriffen und angesichts der anstehenden Infrastruktur- und Baumaßnahmen sowie des damit zusammenhängenden naturschutzfachlichen Ausgleichs die Gründung der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt angeschoben. Diese soll nach dem Vorbild der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft mit Bauern naturschutzfachlichen Ausgleich produktionsintegriert umsetzen und mehr Qualität in Ausgleichsmaßnahmen bringen. Mit Landschaftspflegeprojekten soll die Stiftung auch den Schäfern unter die Arme greifen.

 

Der Minister ging in seiner Rede unter anderem auf die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen ein und erklärte, dass die genaue Eignung, etwa des vorgesehenen Polders bei Zielitz, bis zum Jahresende untersucht werde und dann mit Verbänden, Eigentümern und Bewirtschaftern die konkreten Vorhaben besprochen würden.

 

Aeikens kündigte für den Folgetag eine Regierungserklärung an (siehe BauernZeitung 11/2015, S. 17), in der er unter anderem die Notwendigkeit für ein Agrarstruktursicherungsgesetz erläutern werde. Den Eingriff in Anteilsverkäufe landwirtschaftlicher Unternehmen begründete Aeikens als „Fürsorge für die aktuell akzeptierten Agrarstrukturen“, die zunehmend von außen beeinflusst würden.

 

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, gab dem Minister in seiner Rede recht, dass die Bauern eine besondere gesellschaftliche Verantwortung haben. Diese brauche jedoch eine kompetente Begleitung. Krüsken verwies darauf, dass es in Deutschland nahezu 82 Millionen Agrar-„Experten“ gebe und Gesellschaft und Politik zunehmend faktenresistent seien.

 

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde den Mitgliedern die neue Internetseite des Bauernverbandes vorgestellt. Unter www.bauernverband-boerde.de informiert der Regionalverband künftig über sich, seine Projekte und Aktivitäten. Zur Tradition ist inzwischen die Auszeichnung des Ausbildungsbetriebes des Jahres geworden. Diese Ehre wurde in diesem Jahr der Agrargenossenschaft Hamersleben zuteil. Stellvertretend nahm Sascha Blaik die Auszeichnung für jahrelange, qualitativ hervorragende Ausbildung im Unternehmen und für darüber hinausgehendes Engagement, beispielsweise zum Dreh des Ausbildungsfilms und im Tierschutzprojekt des Bauernverbandes, entgegen.

 

 

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