Aus für Besamungsstation in Bismark

11.08.2016

© Rinderallianz

Ein Dienstleistungszentrum für die Milch- und Fleischrinderzucht hierzulande entsteht derzeit in Bismark, Am Osterburger Wege.

Die RinderAllianz GmbH konzentriert ihre kostenintensive Bullenhaltung und Samenproduktion am Standort Woldegk (Mecklenburg-Vorpommern). Wie das Unternehmen Mitte voriger Woche mitteilte, sei dieser Schritt aufgrund des extrem niedrigen Milchpreises, der bei der GmbH wie bei den Landwirten auch zu Einnahmeverlusten führe, „unumgänglich“. Gerade das aktuelle Krisenjahr zeige, wie weitsichtig die Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat des Rinderzuchtverbandes Sachsen-Anhalt eG zur Gründung des neuen, nun wesentlich größeren Unternehmens gewesen sei. Es gelte, jetzt die vorhandenen Synergieeffekte zu erschließen und konsequent zu nutzen, erklärte die RinderAllianz.


Mit dem modernen Verfahren der Genomischen Selektion sei es möglich, bereits die Vererbungsleistung des Kalbes mit recht hoher Sicherheit vorauszuschätzen und so nur noch die besten Bullen für die Besamungsstation auszuwählen. Deshalb würden künftig noch etwa 25 Jungbullen im Jahr angekauft. Der Durchschnittsbestand in der gemeinsamen Besamungsstation Woldegk werde bei etwa 150 Vatertieren pro Jahr liegen. Diese Zahl sei ausreichend, um das Unternehmensziel von etwa einer Million im In- und Ausland zu verkaufenden Spermaportionen zu erreichen. Vor dem Hintergrund, eine maximale Produktsicherheit für die Landwirte zu erzielen, halte die RinderAllianz auch künftig an der bewährten Nachkommenschaftsprüfung fest. Hier würden aber neben den traditionellen Merkmalen vor allem Gesundheitsdaten erfasst, um nicht nur leistungsfähige, sondern auch langlebige Kühe zu züchten.


Die Stallungen in Bismark würden zu einem weiteren Vermarktungszentrum ausgebaut. Somit bestehe dort künftig die Möglichkeit, Rinder in getrennten Ställen zu sammeln oder für EU-Exporte zu quarantänisieren. Nicht nur für die RinderAllianz, sondern auch für die Landwirte würden dadurch weitere Vermarktungsmöglichkeiten geschaffen. Der Zuchtviehmarkt, vor allem der Export, biete perspektivisch gute Absatzmöglichkeiten. Allein im laufenden Abrechnungszeitraum seien die Vermarktungszahlen im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent gestiegen. Die Konzentration der Bullenhaltung der RinderAllianz an einem Standort werde zu deutlichen Kosteneinsparungen führen. Den Mitarbeitern der Besamungsstation Bismark würden neue Perspektiven angeboten. Der Altmärker Traditionsstandort werde auch künftig der aktiven Rinderzucht dienen. Vor Ort entstehe derzeit ein Dienstleistungszentrum für die Milch- und Fleischrinderzucht im Land (siehe dazu BauernZeitung Heft 10/2016, S. 17, und 28/2016, S. 15).

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