Antragsverfahren für Agrarumweltmaßnahmen

15.12.2014

© Detlef Finger

Das Anlegen von mehrjährigen Blühstreifen gehört hierzulande zu den bezuschussbaren Agrarumweltmaßnahmen.

Ab dem 1. Januar 2015 werden Sachsen-Anhalts Landwirte an den neuen förderbaren Agrarumweltmaßnahmen teilnehmen können: Für das Anlegen mehrjähriger Blühstreifen und anderer Strukturelemente, die Bodenbearbeitung in erosionsgefährdeten Gebieten, die Grünlandextensivierung, das Beweiden mit Schafen und Ziegen oder Rindern und Naturschutzmaßnahmen mit geänderten Mahdterminen sowie eine den Hamster fördernde Bewirtschaftung von Ackerland beginnt dann der neue fünfjährige Verpflichtungszeitraum bis zum 31. Dezember 2019.

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens sagte am Montag, in den vergangenen Monaten habe die Agrarverwaltung mit Hochdruck am Anlaufen der neuen Förderperiode gearbeitet. Ziel sei, den Landwirten Planungssicherheit zu geben. Aeikens: „Sachsen-Anhalt steht im Vergleich mit anderen Bundesländern vorbildlich da. Der Aufwand hat sich gelohnt. Agrar–umweltmaßnahmen sind ein wichtiger Teil der landwirtschaftlichen Förderung, weil sie Landnutzung und ökologischen Anspruch zusammenbringen.“

Insgesamt beantragten Landwirte Maßnahmen für etwa 60 000 ha Fläche. Bei den Ämtern für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten seien 1 173 Anträge für die Förderung von Agrarumweltmaßnahmen eingegangen, Ökobetriebe stellten 340 Anträge. Dem Ökolandbau sei zum Beginn kommenden Jahres die Gelegenheit zum Umstieg auf eine neue Förderung mit deutlich erhöhten Sätzen gegeben worden. Im Ökolandbau werden künftig 230 €/ha für Ackerflächen und Grünland gezahlt (bisher 170 bzw. 200 €/ha), für Gemüseanbau sogar 415 €/ha (bisher 300 €/ha). Dies führte zu einer deutlichen Steigerung der geförderten Fläche: Statt bisher 45 000 ha werden nun 52 000 ha gefördert, der Ökogemüseanbau hat sich fast verdoppelt – auf 200 ha.

Noch stehe die Genehmigung des bereits im Mai eingereichten Programms durch die EU-Kommission aus, informierte das Agrarministerium. Inzwischen seien die Konsultationen aber so weit gediehen, dass Sachsen-Anhalt als eines der wenigen Länder in Deutschland und in Europa Aussicht darauf habe, noch in diesem Jahr eine Genehmigung zu erhalten.

Die EU werde bis 2020 die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt mit insgesamt 267,8 Mio. Euro bei Agrarumweltmaßnahmen unterstützen, hinzu kämen noch ergänzende Finanzierungen aus Landes- und Bundesmitteln.

Auch in den Folgejahren werde es erneut Antragsmöglichkeiten geben, für die Förderung zum 1. Januar 2016 gebe es eine gemeinsame Antragstellung für
Agrarumweltmaßnahmen und für Direktzahlungen bereits zum 15. Mai 2015.

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