Anbauer von Durum sind zufrieden

19.08.2016

Durum reif © Detlef Finger

Der Durumdrusch war Mitte voriger Woche in den Betrieben der Erzeugergemeinschaft für Qualitätshartweizen Vorharz w. V. weitgehend abgeschlossen. Wie EZG-Vorsitzender Wolfgang Beer gegenüber der BauernZeitung erklärte, haben die meisten Stammmitglieder „super Qualitäten“ geerntet. Die Erträge in den guten Ausgangsbeständen differierten letztlich jedoch teils stark in Abhängigkeit von den Niederschlägen während der Kornfüllungsphase. Sie lägen zwischen 50 bis 80 dt/ha beim Winter- bzw. 40 bis 60 dt/ha beim Sommer­durum. Dort, wo Wasser fehlte, liege der Kleinkornanteil höher, sagte Beer.

 

Landesweit gut 9 000 ha


In den Mitgliedsbetrieben der EZG wuchs in diesem Jahr auf 1 146 ha Fläche Durum, davon 583 ha Sommer- und 563 ha Winterdurum. 2015 lag der Anbauumfang bei 1 231 ha. In Sachsen-Anhalt standen laut den Zahlen zur Agrarförderung zur Ernte 2016 insgesamt 9 197 ha Durum im Feld, davon 5 634 ha Winter- und 3 563 ha Sommerdurum. Im vergangenen Jahr waren es 12 052 ha Durum, davon 7 931 ha Winter- und 4 121 ha Sommerdurum.


Beer zufolge gab es im Herbst 2015 große Probleme mit Winterdurumsaatgut. Deshalb seien die Aussaatmöglichkeiten sehr begrenzt gewesen. Wie der Fachmann erläuterte, ist die Vermehrung von Winterdurum aufgrund möglichen Durchwuchses von Weichweizen sehr schwierig.


Zu den Erzeugerpreisen für Durum sagte der EZG-Vorsitzende, für vorvertraglich gebundene Ware in guter Qualität gebe es um die 300 €/t, für freie, aus der Ernte heraus verkaufte Ware nur um die 220 €/t. Die Erlösunterschiede betrügen zwischen 60 bis 80 €/t.


Ein großer Teil der Ernte 2016 sei mit Vorverträgen gebunden gewesen. Die EZG-Mitglieder, die Kontrakte abgeschlossen hatten und gute Erträge erzielten, seien „überwiegend sehr zufrieden“.


Beer schreibt dem Durum aufgrund der Ausweitung des Zuckerrübenanbaus (als Blattvorfrucht) hierzulande auch gute Perspektiven für die Zukunft zu. Knackpunkt sei wie schon erwähnt die Verfügbarkeit von ausreichend Saatgut. Begrenzend für den betrieblichen Anbauumfang sei die Druschkapazität. In maximal drei Erntetagen müsse der Durum zur Sicherung der Kornqualität vom Feld sein. Mit dem Anbau von Winter- und Sommerdurum lasse sich eine Erntezeitstaffelung erreichen. Letzterer werde etwa fünf Tage später reif.


Die Feldfrucht stand Anfang Juni im Mittelpunkt der traditionellen Durumtagung der Erzeugergemeinschaft, der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) und des Landhandelsunternehmens Fromme. Wie Beer auf der Veranstaltung in Bernburg-Strenzfeld ausführte, war Sachsen-Anhalt in den vergangenen Jahren bedeutendster Hartweizenerzeuger bundesweit. In Deutschland würden pro Jahr ca. 400 000 t vermahlen bzw. verarbeitet; nur ca. 15 % davon stammten aus deutscher Produktion.


Vorträge zur Durumtagung unter:http://www.llg.sachsen-anhalt.de/Themen/Acker- und Pflanzenbau/Veranstaltungen/

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