Als Schäfer in die Fremde

10.12.2013

Bildautor: © Detlef Finger

Schäfermeister Christian Winz und Fachlehrerin Marina Gothe leiteten die Auszubildenden Ina Klar, Laura Schneider, Melissa Kinne und Benjamin Andersen im handlungsorientierten Unterricht im Schafstall an.

Vier angehende Tierwirte der Fachrichtung Schafhaltung, die derzeit ihr drittes Lehrjahr bestreiten, absolvierten kürzlich jeweils donnerstags einige Stunden handlungsorientierten Unterricht im Landgut Krosigk, dem sachsen-anhaltischen Praxispartnerbetrieb der BauernZeitung (siehe Ausgabe 48, Seite 5). Die Auszubildenden aus den Berufsbildenden Schulen II des Saalekreises wurden von Fachlehrerin Marina Gothe begleitet. Unter fachlicher Anleitung der Pädagogin und von Schäfermeister Christian Winz halfen die Lehrlinge bei der Vorbereitung des großen Schafstalls des Agrarunternehmens auf dem Betriebshof in Krosigk auf die winterliche Stallhaltungsperiode, in der die Tiere ablammen.

Plausch in der Pause

Während einer kurzen Frühstückspause haben wir die 19- bis 25-Jährigen danach befragt, wie sie zum Schäferberuf gekommen sind und wo sie ihre berufliche Zukunft sehen.

Ina Klar aus Freißenbüttel bei Bremen ist mit Tieren groß geworden und zieht die Schafe den Ziegen vor, wie sie selbst sagt. Ihre Lehre absolviert sie in der Schäferei von Klaus Seebürger in Preten (Gemeinde Amt Neuhaus, Niedersachsen). Nach der Ausbildung will Ina unbedingt ins Ausland. „Schottland ist mein Traumziel“, sagt sie. Dort auf einer Farm zu arbeiten, kann sich die 25-Jährige, die bereits drei Jahre in Dänemark gelebt hat, gut vorstellen. An diesem Teil des Vereinigten Königreichs fasziniere sie vor allem die Landschaft, und auch die Kultur des Landes sei sehr interessant.

Benjamin Andersen ist durch den Beruf der Eltern – beide sind Hotelfachleute – schon viel in der Welt herumgekommen. Der 19-jährige gebürtige Schleswig-Holsteiner verbrachte unter anderem fünf Jahre in Australien, neun Jahre in Dubai und ein Jahr in Namibia. Derzeit wohnt die Familie im sächsischen Meißen. „Ich bin geprägt durch Länder, wo es Wüsten gibt“, sagt er.

In einem Büro zu sitzen, sei nicht sein Ding. Vielmehr habe es ihm die Natur angetan. Das berufliche Rüstzeug erlernt Benjamin in der Schäferei Drutschmann in Dippoldiswalde, einer großen Kreisstadt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (Sachsen). Er würde später gern zurück ins Ausland gehen, „am liebsten nach Australien“.
Melissa Kinne aus Goslar (Niedersachsen) macht ihre Lehre zusammen mit Ina Klar in der Schäferei Seebürger. Auch sie ist mit Tieren groß geworden. Ihre Eltern hatten dereinst zur Hochzeit von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr einen Ziegenbock geschenkt bekommen. Weil das Tier nicht allein bleiben sollte, wurden einige Schafe dazugeholt. Daraus erwuchs eine Hobbyhaltung, um die sich die heute 21-Jährige gern kümmert. Melissas Urgroßvater war von Beruf im Übrigen selbst Schäfer. „Das will ich weiterführen“, sagt die Urenkelin.

Zukunft im Lehrbetrieb

Ebenfalls eher bodenständig ist Laura Schneider aus Unna, der Kreisstadt im östlichen Ruhrgebiet (Nordrhein-Westfalen). In ihrer Kindheit sei sie nach der Schule oft zum Schäfer gegangen und habe später in den Ferien dort auch gearbeitet, erzählt sie. Jetzt ist Laura in Schalkau im Landkreis Sonneberg (Thüringen) zu Hause. Zu Beginn des zweiten Lehrjahres wechselte die 19-Jährige in die dortige
Agrargenossenschaft. Die Chancen, vom Unternehmen nach der Ausbildung übernommen zu werden, stünden gut, schätzt Laura ein. Das Team um ihren Lehrmeister, Schäfermeister Peter Kieslich, betreut rund 2 600 Schafe.

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