8. Altmärkische Tier- und Gewerbeschau

07.07.2016

© Rudi Michael Wienecke

Mit einer ferkelführenden Sau warb die Erzeugergemeinschaft Schwein „Altmark“ in Krumke für das Borstenvieh. Der sehr sensible Schweinemarkt hat sich momentan etwas erholt, die Erzeugerpreise befinden sich nach zweijährigem Tief im leichten Aufwind. Die Schweinehalter haben nun aber mit unausgegorenen Regelungen im Tierschutzrecht zu kämpfen, sagte EZG-Geschäftsführer Eike Krug. Hier stehe die Bürokratie teilweise dem eigentlichen Tierwohl im Wege. Beispiel dafür sei das jüngste Urteil zur Kastenstandsproblematik.

Die 8. Altmärkische Tier- und Gewerbeschau am vergangenen Wochenende in Krumke war ein Beleg für die Vielfalt und Leistungsfähigkeit der Veredlungswirtschaft im Norden Sachsen-Anhalts: Die Züchter hatten die gesamte Palette der Nutztiere aufgetrieben – von der Biene bis zum rund eine Tonne schweren Fleischrindbullen. Allein das Milchvieh fehlte wegen der derzeitigen katastrophalen Lage in diesem Bereich (siehe Kasten unten).Dabei widmen sich zahlreiche Altmärker Bauernfamilien, etwa Schaper aus Stendal, Wachtel aus Estedt oder Westphal aus Windberge, sowohl der Pferde- als auch der Rinderzucht mit Erfolg.


Wenig erbaulich war am Sonnabend auch die Witterung. Der Regen hielt den ganzen Tag an. Die Pferdezüchter ließen sich davon nicht entmutigen und präsentierten stolz ihre edlen Vierbeiner.


Zum einen wurden rund 50 Fohlen aus acht Rassen des Pony- und Kleinpferdezuchtvereins Altmark bewertet. Im Ring nebenan veranstalteten Züchter aus Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt ihren Haflingertag. Dr. Ingo Nörenberg, Zuchtleiter des Pferdezuchtverbandes Brandenburg-Anhalt, hob während des großen Schaubildes die drei besten Tiere der Schau hervor. Shetlandponyzüchter André Greif aus Krevese stellte mit einer von ihm gezogenen Putz-Tochter das beste Stutfohlen. Bei den Hengstfohlen machte ein Dating AT-Sohn, ein Deutsches Reit-pony, aus dem Stall von Sören Westphal in Windberge das Rennen. Zur besten Stute kürten die Preisrichter die dreijährige Merle vom Aristorin (Haflinger) aus der GbR Wachtel in Estedt.

 

 

Beste Stute des Haflingertages war Merle, gezogen und vorgestellt von der GbR Wachtel aus Estedt.

Fotos: Rudi Michael Wienecke

 

 

 

 

 

 

Hold war das Wetter dagegen den Züchtern des Deutschen Sportpferdes aus dem Pferdezuchtverein Osterburg, die am Sonntag ihren diesjährigen Fohlenjahrgang bei Sonnenschein vorstellen konnten. Die Pferde dominierten an beiden Tagen auch das nachmittägliche Schauprogramm. Zu sehen waren u. a. die Krumker Pony-Sulky-Quadrille, die Neustädter Landbeschäler unter dem Reiter, Altmärkische Kaltblüter in der Anspannung oder die Westernreiter aus Mehrin.


Während sich am Samstag die Besucherzahl am Schauring wetterbedingt noch in Grenzen hielt, fand am Sonntag um so mehr Publikum den Weg nach Krumke. RinderAllianz-Geschäftsführer Dr. Matthias Löber moderierte an beiden Tagen die Tierschau. Derweil die Milchkühe wie bereits erwähnt diesmal schmerzlich vermisst wurden, war eine Kollektion verschiedener Fleischrindrassen zu sehen. Die Schäfer zeigten ebenfalls die Rassevielfalt ihrer „Pfennigsucher“. Doch auch über diesem Berufsstand brauen sich düstere Wolken zusammen: Der Wolf macht ihnen das Leben schwer.

 

Bauern machen Ställe dicht:
Die traditionelle Parade der schönsten Milchkühe der Region fiel in Krumke aus. Die Milchbauern ließen ihre Tiere daheim als Protest gegen die ruinösen Milchpreise. Am Stand der RinderAllianz wurde die dramatische Situation deutlich: 60 Schlüssel hingen neben­einander am sprichwörtlichen Nagel.
Sie standen für jene Betriebe in Sachsen-Anhalt, die sich wegen der Preiskrise inzwischen von ihren Kühen trennten. Rund 200 Arbeitsplätze gingen bisher dadurch verloren, und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht.

 

 

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